Moto2

Teamchef Aki Ajo: «Jorge Martin ist einer der Besten»

Von - 07.09.2019 15:48

Das Red Bull-Ajo-Moto2-Team will 2020 mit Jorge Martin (21) oder Iker Lecuona (19) die WM gewinnen. Teambesitzer Aki Ajo hält große Stücke auf Moto3-Weltmeister Jorge Martin.

Das Red Bull Ajo-Team hat die Moto3-WM 2012 mit Sandro Cortese und 2016 mit Brad Binder gewonnen. Dazu kämpfte Ajo in der Moto3-WM 2013 mit Luis Salom, 2014 mit Jack Miller und 2015 mit Miguel Oliveira um den WM-Titel. In der Moto2-WM räumte das Ajo Motorsport-Team 2015 und 2016 mit Johann Zarco die Weltmeisterschaft ab, dazu wurde Oliveira auf der KTM 2017 und 2018 im Ajo-Team Vizeweltmeister. Bisher haben Oliveira und Binder zehn Moto2-Siege auf der Red Bull Ajo KTM errungen.

Doch nach dieser Saison zieht sich KTM als Chassis-Hersteller aus der Moto2-Klasse zurück. Ajo wird mit KTM-Sponsorship auf Kalex und Öhlins umsteigen. Seine Moto2-Fahrer werden Jorge Martin, 2018 bei Gresini auf Honda Moto3-Weltmeister mit acht Saisonsiegen, sowie der 19-jährige Spanier Iker Lecuona sein.

Teambesitzer Aki Ajo hat wie Tech3-Teamchef Hervé Poncharal die Aufgabe, neue Talente für das MotoGP-Team von Red Bull KTM zu finden und auszubilden.

Ajo ist überzeugt, eine schlagkräftige Fahrerpaarung für die Moto2-WM 2020 unter Vertrag zu haben. «Ich bin überzeugt, dass ich zwei Titelanwärter im Team haben werde», betont der Finne. «Ich habe zwei junge, aber zwei sehr schnelle Fahrer. Ich habe wirklich viel Vertrauen zu ihnen. Das ist kein Marketing-Gerede. Ich glaube fest daran, dass wir 2020 um die Weltmeisterschaft fighten können.»

Lecuona gilt seit Jahren als Talent, er ist erst 19 Jahre alt und hat bisher einen Podestplatzierung errungen – in Valencia 2018 im Regen. «Man darf nicht vergessen, dass er eine ganz andere Karriere eingeschlagen hat als die anderen GP-Kollegen. Er ist erst 2015 vom Supermoto zum Road Racing umgestiegen. Iker hat zuerst ein PreMoto3-Rennen absolviert, dann ist er schon auf die Moto2-WM-Maschine in der WM gesprungen. Und in diesem Jahr hat er schon um Siege gekämpft. Ich denke, das ist ziemlich eindrucksvoll.»

Über das Können des 21-jährigen Jorge Martin (er kommt aus dem Red Bull Rookies-KTM-Cup) besteht allgemein kein Zweifel. «Er ist ein Riesentalent», weiß Weltmeister-Macher Ajo. «Er ist wirklich begabt. Klar, die Saison 2019 war nicht einfach für uns. Und vielleicht ist Jorge Martin ein etwas anderer Charakter als zum Beispiel Brad Binder. Brad ist sehr erfahren, und er geht kein übertriebenes Risiko ein, wenn er sich auf dem Motorrad nicht wirklich komfortabel fühlt. Ich bin überzeugt, dass wir 2020 konkurrenzfähiges Material haben werden. Deshalb traue ich Jorge Martin sehr viel zu.»

Lässt sich Martin mit anderen Ajo-Schützlingen vergleichen – mit Miller, Oliveira, Zarco und Binder? «Ich vergleiche die Fahrer nicht gerne. Denn ich habe viele Ex-Fahrer, mit denen ich im Paddock noch gut befreundet bin», sagt Ajo. «Aber Martin ist ein wirklich großes Talent. Ich halte ihn für einen der Besten. Seine Arbeitsweise, die Art, wie er sich auf seine Aufgabe fokussiert – das ist eindrucksvoll. Er könnte eines Tages sogar die MotoGP-WM dominieren.»

Hat sich Ajo für 2020 auch um die Verpflichtung von WM-Leader Alex Márquez bemüht? «In der Vergangenheit habe ich mehrmals mit Alex Márquez verhandelt. Manchmal waren wir schon nahe an einem Vertrag, kann ich dir verraten. Aber für nächstes Jahr habe ich nicht mit ihm verhandelt», versichert Ajo.

Die Connection zur Márquez-Familie geht weit zurück: Marc Márquez gewann im Ajo-Team 2010 die 125-ccm-Weltmeisterschaft.

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