Motocross

Deutsche Cross-Legende Helmut Schadenberg verstorben

Von - 02.08.2017 13:30

Nach langer und schwerer Krankheit ist am 31.7.2017 Helmut Schadenberg verstorben. Schadenberg begann seine internationale Karriere zusammen mit Paul Friedrichs, bevor das Regime die Türen zuschlug.

Sein Fahrstil war legendär: Wild und spektakulär heizte er die Zweitakt-Monster um die Ecken und über die Sprünge.

Berüchtigt und unübersehbar war seine Erscheinung in knallrotem Overall.

Helmut Schadenberg war einer der besten ostdeutschen Motocross-Piloten der 1970er Jahre und mehrfacher DDR-Meister in den Jahren 1976 bis 1980.

Am 15. September 1968 holte die Mannschaft der DDR in Kishinev (UdSSR) vor 100.000 Zuschauern zusammen mit Paul Friedrichs, Heinz Hoppe. Reinhard Fischer und dem erst 22-jährigen Helmut Schadenberg den zweiten Rang beim Motocross der Nationen. Friedrichs gewann beide Läufe, Schadenberg lieferte mit den Rängen 8 und 9 die wichtigsten Mannschaftsergebnisse ab.

'Menne', wie ihn seine Freunde nannten, schaffte damit ein Ergebnis, das über Jahrzehnte hinweg das beste Ergebnis einer deutschen Mannschaft bleiben sollte. Erst 1978 erreichte die westdeutsche Mannschaft mit Adolf Weil, Herbert Schmitz und Hans Maisch ebenfalls einen zweiten Platz beim Nationencross auf heimischen Boden in Gaildorf, bevor 2012 die gesamtdeutsche Mannschaft mit Ken Roczen, Max Nagl und Marcus Schiffer die begehrte Chamberlain-Trophy in Lommel gewann.

1970 fuhr Schadenberg gemeinsam mit Paul Friedrichs einzelne WM-Läufe. Das SED-Politbüro entschied aber, dass DDR-Sportler nicht mehr an Wettkämpfen im westlichen (so genannten 'nicht-sozialistischen') Ausland teilnehmen durften, was das Ende seiner internationalen Karriere bedeutete. Danach gewann Schadenberg drei mal mit dem 'Pokal der Freundschaft' die höchste internationale Trophäe im Ostblock.

Jeder, der 'Menne' auf der Strecke erlebt hat, wird sich an die spektakulären Ritte des roten Mannes erinnern. Als Kinder klebten wir uns Mennes Startnummer 1 ans Fahrrad und zogen uns ein rotes T-Shirt an, wenn wir über die Feldwege heizten.

Nach seiner aktiven Karriere kümmerte sich Schadenberg um die Nachwuchsförderung beim MC Dynamo Magdeburg.

Er blieb dem Motocross- Sport bis zu seinem Tode treu.

Am 31.August 2017 verstarb Helmut Schadenberg nach langem und schwerem Krebsleiden im Alter von nur 71 Jahren.

Die Erinnerung an ein Ausnahmetalent wird bleiben. Menne war ein leidenschaftlicher Kämpfer im Sport, für den Sport und ein glühender Verfechter von 'fair play' - bis zu seinem letzten Tage.

SPEEDWEEK.com hatte in diesem Jahr eine Reportage über Helmut Schadenberg geplant. Nun kamen uns die Ereignisse zuvor.

Der Familie Schadenberg, allesamt ebenfalls aktive Crosser, wünschen wir im Namen aller Fans, die 'Menne' nie vergessen werden, viel Kraft und sprechen unsere aufrichtige Anteilnahme aus.

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Im Talkessel hat Helmut Schadenberg (Startnummer 1) mehrfach gewonnen © Hans Joachim Lutz Im Talkessel hat Helmut Schadenberg (Startnummer 1) mehrfach gewonnen DDR-Nationalmannschaft mit Trainer Heinz Ramsch, Heinz Hoppe, Manfred Stein und Helmut Schadenberg (v.l.n.r.) © Copyright-Free DDR-Nationalmannschaft mit Trainer Heinz Ramsch, Heinz Hoppe, Manfred Stein und Helmut Schadenberg (v.l.n.r.) Immer hart am Gas: Helmut Schadenberg in den 1970er Jahren © Copyright-Free Immer hart am Gas: Helmut Schadenberg in den 1970er Jahren Ein Mann, ein Wort: Menne wusste, was er wollte © Copyright-Free Ein Mann, ein Wort: Menne wusste, was er wollte Schadenbergs Fahrstil war spektakulär © Copyright-Free Schadenbergs Fahrstil war spektakulär Das 'Dynamo'-Zeichen seines Clubs trug er stolz auf seinem roten Shirt © Copyright-Free Das 'Dynamo'-Zeichen seines Clubs trug er stolz auf seinem roten Shirt Helmut Schadenberg in den 1970er Jahren © Copyright-Free Helmut Schadenberg in den 1970er Jahren Spektakulär und wild war sein Fahrstil, und wer brauchte schon Protektoren? Ein roter Arbeitsanzug reichte 'Menne' als Rennbekleidung © Gunter Frohn Spektakulär und wild war sein Fahrstil, und wer brauchte schon Protektoren? Ein roter Arbeitsanzug reichte 'Menne' als Rennbekleidung
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