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Hexenkessel Mugello: Ducati-Jubel & Rossi-Drama

Von - 06.06.2017 16:21

Der Motorrad-GP in Mugello hat seine Reize. Die Strecke ist sehenswert, das Essen in der Toskana ein Genuss, auch die Qualität der Staus lässt nichts zu wünschen übrig.

Das Wetter präsentierte sich am vergangenen Wochenende in Mugello, wo 1976 der erste Motorrad-GP stattfand, vier Tage lang von seiner besten Seite – 27 bis 31 Grad. Meist strahlend blauer Himmel, kein Tropfen Regen.

Zum GP von Italien gehört natürlich auch ein Leihwagen aus italienischer Produktion.

Bei Hertz machte ich einen Volltreffer, es wurde mir ein nur ein weisser Fiat 500 mit rotem Stoffdach zugeteilt, noch dazu ein Cabrio also, aber das Dach blieb zu. Denn ich dachte: Wenn das Verdeck auch so haklig funktioniert wie diese Halbautomatik, die offenbar aus einem DAF des Jahrgangs 1980 stammte, dann verzichte ich gern auf die Frischluft.

Und vielleicht hätte das üppig motorisierte Gefährt (2 Zylinder, 900 ccm) mit dem offenen Dach noch weniger Top-Speed offenbart. Immerhin sorgten 57 PS für immensen Schub. Die Hügel der Toskana stürmten wir mit diesem Gefährt ein bisschen behäbiger als sonst.

Autodromo del Mugello.

Da werden Erinnerungen wach.

Wann war ich zum ersten Mal dort? 1976.

Als das 500-ccm-Rennen noch 29 Runden dauerte und erst nach einer Stunde und zweieinhalb Minuten zu Ende war. Nach 152,1 km lag Barry Sheene als Zweiter nur 0,1 sec von Phil Read, beide auf Suzuki.

Zwei Tote gab es an diesem Tag in Mugello zu beklagen. Otello Buscherini und Paolo Tordi im 350-ccm-Rennen.

Zum 32. Mal wurde jetzt ein WM-Lauf in Mugello ausgetragen. Die Berg-und-Tal-Bahn in den Hügeln der Toskana ist ein Klassiker geworden.

Zehntausende Besucher strömten wieder in die einst so verlassene Gegend nach Barberino, Scarperia, Borgo San Lorenzo und San Piere a Sieve, 40 Minuten von Florenz entfernt. Dank der Rennstrecke begann in den letzten 20 Jahren die Gastronomie zu florieren, es entstanden etliche neue Hotels, immer mehr Rennserien machen in Mugello Station.

Der Streckenverlauf ist seit 1976 unverändert geblieben, die Streckenlänge auch, nur die Sicherheit ist immer wieder verbessert worden.

Valentino Rossi gewann von 2002 bis inklusive 2008 sieben MotoGP-Rennen in Serie. Dazu siegte Valntino 2001 im 500-ccm-WM-Lauf auf der Honda NSR 500.

2005 fuhren mit Rossi, Biaggi, Capirossi und Melandri vier Italiener auf die ersten vier Plätze. Diesmal setzte Sieger Andrea Dovizioso die Ducatisti in Ekstase. Ein italienischer Sieger auf einem italienischen Fabrikat auf italienischem Boden – das gab es in der Königsklasse seit 1974 nicht. Damals siegte Gianfranco Bonera auf der MV Agusta 500 in Imola.

In der MotoGP-Ara, die 2002 begann, ist so etwas noch nie passiert.

Eigentlich hofften die Tifosi nach dem zweiten Startplatz auf einen Rossi-Sieg, aber daraus wurde nichts, wie immer seit 2008, ein vierter Platz war nach dem Crash vom Samstag das Höchste der Gefühle.

Die Verkehrsstaus nach dem Rennen wurden immer voluminöser.
Am Sonntagmorgen ist frühes Aufstehen ratsam. Nur wer sein Quartier um 6.30 Uhr verlässt, kommt halbwegs ungeschoren ins Fahrerlager.

Denn Tausende Fans reisen mit ihren Autos nach Mitternacht oder im Morgengrauen an, sie parken dann irgendwo am Fahrbahnrand, am liebsten nur 1 km von der Rennstrecke entfernt, Aufpasser sind kaum zu sehen. Die Polizei verkrümelt sich, die ersten Autos werden auf Böschungen geparkt, dann parken die später Kommenden zwei Reihen parallel zu, irgendwann bleibt nur noch eine schmale Gasse für jene Autos frei, die ins Fahrerlager dürfen. Die Gasse wird aber von Tausenden Fussgängern blockiert, die ihren halben Hausrat mitschleppen. Klappstühle, Tische und riesige Kühltaschen, Bierkisten, die sich nur zu zweit transportieren lassen.

Das bedeutet quasi: Strassensperre.

Am Nachmittag und Abvend nach dem Rennen muss man für die üblichen 20 Minuten von der Rennstrecke zur Autobahn drei bis vier Stunden einrechnen. Oder mehr.

Flutversuche über die Berge Richtung Imola oder den Passo di Futa Richtung Bologna werden oft im Keim erstickt, weil Dutzende Motorhomes im Schneckentempo die schmalen Strassen blockieren.

Am Samstag herrschte schon um 5 Uhr früh vor der Autobahnabfahrt Barbera ein 8 km langer Stau.

Dramatisch gebessert hat sich die Verkehrssituation in den letzten Jahren nicht. Vor 20 Uhr hat ein Verlassen der Rennstrecke noch heute wenig Sinn, es sei denn, man sprintet sofort nach der Zieldurchfahrt des MotoGP-Rennens zu seinem Fahrzeug.

Die Tifosi tragen es mit Fassung. Sie genehmigen sich in ihren Motorhomes an der Strecke noch ein Abendessen oder rollen um 18 Uhr in eine umliegende Ortschaft in ein Ristorante oder eine Trattoria, ab 22 Uhr gelangt man nachher einigermassen problemlos Richtung Autobahnauffahrt Barberino.

Immerhin: Seit 1976 hat sich die Anzahl der Ticketautomaten für die Autostrada-Zahlscheine bei der Auffahrt in Barberino dramatisch vermehrt – von zwei auf drei, wenn mich nicht alles täuscht.

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