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Hervé Poncharal: «Folger war wie ein Geist»

Von - 12.10.2017 08:12

Tech3-Teamchef Hervé Poncharal sprach mit SPEEDWEEK.com ausführlich über Jonas Folgers Zustand und mögliche Ersatzfahrer für den Japan-GP.

Jonas Folger leidet mit großer Wahrscheinlichkeit erneut am Eppstein Barr Virus, der Pfeiffersches Drüsenfieber verursachen kann, das auch als «Kusskrankheit» bekannt ist. In diesem Fall wäre die Krankheit nach etwa drei Wochen überstanden, es können aber weitere Wochen vergehen, bis der Betroffene seine volle Leistungsfähigkeit wiedererlangt hat. Folger hatte mit dem Virus bereits 2012 zu kämpfen.

SPEEDWEEK.com sprach mit Tech3-Teamchef Hervé Poncharal über Folgers Zustand. «Das ist neu für uns. Ich fand es erst Mittwochabend heraus. Natürlich wusste ich... Ich konnte sehen, dass Jonas Folger vor der Sommerpause, als er auf dem Sachsenring ein unglaubliches Rennen zeigte, nicht derselbe Mensch war wie danach in Tschechien, Österreich. Jedes Mal sagte er, dass er sich krank fühlt und nicht richtig essen kann. In Österreich sagte mir sein Betreuer und Cousin Sebi, dass Jonas zwei Tage vorher noch dachte, dass er nicht in Österreich antreten kann. Er erholte sich, doch auf dem Bike konnte er nicht die Leistungen bringen wie in der ersten Saisonhälfte. Mir sagte er immer, es könnte am Stress liegen. Aber welcher Stress? Doch bei jedem Rennen wurde es schlimmer», berichtete Poncharal.

In Aragón kollabierte Folger am Donnerstag in der Hospitality, als er mit Journalisten sprach. «In der Clinica Mobile untersuchten sie ihn, stellten aber nichts fest. Ich sagte Jonas, dass das mit 24 Jahren nicht normal ist. Er schob es wieder auf den Stress. In Aragón fuhr er das Rennen, aber man konnte sehen, dass er keine Kraft hat. Er war nicht auf seinem üblichen Level. Jonas war wie ein Geist. Ich sagte ihm, dass er sich in der Zeit zwischen Aragón und Motegi ausruhen soll. Aber ich wusste nicht, was genau los war. Es gab keine neuen Nachrichten von ihm. Dann flog er nach Japan. Ich sah, dass er nicht an den Promotion-Events von Yamaha teilnahm. Dann erfuhr ich, dass er sich im Hotel befindet und kaum bewegen kann. Ich war besorgt. Mittwochabend wollte er zurück nach München fliegen. Doch ich sagte ihm, dass er sich am Donnerstag hier untersuchen lassen soll. Dr. Charte prüfte seinen Urin, die Farbe war... Seine Lymphknoten waren geschwollen, alles weißt auf den Eppstein Virus hin, aber wir sind nur zu 99 Prozent sicher. Nun muss Jonas ins Krankenhaus und dort nach Aussage von Charte mindestens 24 Stunden bleiben, damit Magen, Leber und das Blut richtig untersucht werden können. Jonas hatte diese Krankheit bereits. Gino Borsoi von Aspar sagte mir, das war 2012. Für mich war es ein Schock. Ich habe das nicht erwartet. Wir waren nicht darauf vorbereitet, Jonas hier nicht bei uns zu haben. Das ist ein großes Problem für uns.»

Wer kommt als Ersatzfahrer für den Japan-GP in Frage? «Jonas wird definitiv nicht in Japan antreten und zu 99 Prozent auch nicht in Australien. Auch Malaysia könnte schwierig werden. Doch darüber will ich noch nicht nachdenken. Wenn schon Teams wie Marc VDS Probleme haben, in zwei Wochen einen Ersatzfahrer zu finden... Auch als Valentino verletzt war, konnten sie nur einen Superbike-Fahrer finden. Das ist nicht ideal, denn die Termine überschneiden sich», erklärt Poncharal. Der Australien-GP findet am selben Wochenende statt wie das Rennwochenende der Superbike-WM in Jerez.

«Es ist sehr schwierig, einen MotoGP-Fahrer zu ersetzen. Nur Ducati hat es da einfach mit Pirro. Aber wir haben keinen Pirro. Nakasuga ist bereits als Wildcard-Pilot hier in Japan dabei. Ihn können wir also nicht einsetzen. Doch Yamaha hat noch andere Fahrer. Drei oder vier kommen in Frage. Die Namen will ich nicht nennen, denn ich treffe mich nochmal mit Kouichi Tsuji [MotoGP-Projektleiter für Yamaha]. Dann werden sie entscheiden. Ich sagte Tsuji, dass es an ihnen liegt. Entweder sie bringen einen Fahrer oder die Maschine bleibt in der Box, denn für mich ist es zu spät. Es ist Donnerstagnachmittag. Ich kann keinen Fahrer mehr finden. Wir sind aber bereit, wenn ein Fahrer kommt. Über Australien müssen wir mit mehr Zeit nochmal nachdenken», betont Poncharal.

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