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Jack Miller/Honda: «Muss mir öfter ein Bein brechen»

Von - 24.10.2017 05:57

Der Australier Jack Miller (Honda) zeigte auf Phillip Island sein bestes MotoGP-Rennen im Trockenen – er wurde Siebter. Dann klopfte er unterhaltsame Sprüche.

Der redselige Jack Miller ist ein gefundenes Fressen für alle TV-Reporter und MotoGP-Berichterstatter. Denn er trägt sein Herz auf der Zunge.

Es rutscht ihm zwar bei Live-Interviews regelmässig irgendwie politisch nicht ganz korrektes Schimpfwort über die Lippen. Der ehemalige Superbike-Weltmeister Neil Hodgson entschuldigt sich dann als BT-Sport-Reporter meistens bei den Zusehern für die heftige Ausdrucksweise des Australiers: «Please excuse the language.»

Jack Miller hat zwar 2016 im Regen von Assen, als man mit einem Boot besser ausgrüstet gewesen wäre als mit einer 340 km/h schnellen MotoGP-Maschine, schon ein Rennen gewonnen.

Aber beim Heim-GP am Sonntag hielt Miller auf der Marc VDS-Honda erstmals 27 Runden lang im Trockenen mit der Weltklasse mit.

Drei Wochen vorher war sein beim Trialfahren gebrochenes Schienbein mit einer Platte und acht Schrauben fixiert worden.

Schon allein der Auftritt von Miller beim Phillip Island-GP stand eigentlich gar nicht im Drehbuch. Den Japan-GP eine Woche vorher beobachtete er noch auf der Couch im Hause seiner Mutter daheim ins Townsville.

Trotzdem hat der 22-jährige Miller am Sonntag bisher seine beste MotoGP-Performance abgeliefert. In der Atmosphäre des Heim-GP wuchs er über sich hinaus.

Miller führte in den ersten zwei Runden. Dann schwante ihm, dass er womöglich ein bisschen zu flott unterwegs sein könnte.

«Ich dachte: 'Ist das wirklich echt, was ich da gerade erlebe?' Es hat sich angefühlt, als sei ich eine Ewigkeit in Führung gewesen. Ich bin anständig gestartet. Dann wurde Marc rausgetragen, so hat er die Türe für mich aufgestoßen. Ich bin auf Platz 1 gestürmt», schilderte Jack.

Aber Miller erzählte, er habe dann sein Hirn wieder vom Leerlauf auf vernünftigen Betrieb umgestellt. Er sah die starken Gegner von Rossi über Márquez bis zu Viñales, Crutchlow und Iannone hinter sich und ahnte, dass es mit einem Podestplatz nichts werden würde.

Miller: «In der dritten Runde ließ ich mich etwas zurückfallen. Ich wusste nicht genau, wer hinter mir lag. Ich wollte, dass mich jemand überholt, damit ich einen Anhaltspunkt vor mir habe. Ich wollte jemanden vor mir haben, der die Pace vorgibt. Sonst hätte ich den Hinterreifen noch stärker verheizt und zerstört.»

«Ich bin dann ein paar Runden lang hinter Marc gewesen und habe kapiert, was er mit seinem Hinterreifen anstellte. Er schonte ihn so gut wie möglich», fiel Jack auf. «Ich habe das nachher auch probiert, aber bei mir war es wahrscheinlich ein bisschen zu spät. Immerhin habe ich gelernt, wie ich mich in Zukunft in so einem Fall verhalten muss.»

Honda-Pilot Miller hatte vor dem Rennen erklärt, er werde beim Heimrennen auf die Top-5 lossteuern. Er ist am Sonntag auf Platz 7 gelandet – aber nur 5 sec hinter dem Sieger.

Keine Schmerzen? Keine Beschwerden? Miller: «Nein, im Rennen nicht. Aber nach der Auslaufrunde hätte mich die Crew fast vom Motorrad heben müssen. Ich wollte absteigen – aber das Knie war fast steif...»

Miller weiter: «Die vorlaute, selbstsichere Person in meinem Inneren versicherte mir vor dem Grand Prix: ‚Es wird alles gutgehen.’ Aber mein wahres Ich kam ins Grübeln: ‚Das wird kein Kinderspiel’, sagte mir diese Stimme. Ich wäre nach dem Trial-Crash schon froh gewesen, wenn ich als Zuschauer zum Phillip-Island-GP hätte kommen können. Dass ich dann fahren und sogar noch konkurrenzfähig sein konnte, das übertraf alle meine Erwartungen. Denn ich habe noch nicht viele starke MotoGP-Rennen im Trockenen gezeigt. Vielleicht muss ich mir mein Bein öfters brechen..»

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Jack Miller mit Marc-VDS-Teamchef Michael Bartholemy © Gold & Goose Jack Miller mit Marc-VDS-Teamchef Michael Bartholemy Miller (43) in guter Gesellschaft: Márquez (93) vor ihm, hinter ihm Rossi und Viñales © Gold & Goose Miller (43) in guter Gesellschaft: Márquez (93) vor ihm, hinter ihm Rossi und Viñales
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