MotoGP

Jonas Folger: Gute und schlechte Nachrichten

Von - 16.11.2017 16:27

Vor fünf Wochen musste Jonas Folger wegen einer bakteriellen Erkrankung vor dem Japan-GP heimreisen. Er muss zwar auch auf den Sepang-Test verzichten, wird aber in vier Wochen wieder gesund sein.

Auf die letzten vier MotoGP-Rennen hat Jonas Folger im Herbst verzichten müssen, trotzdem hat er seinen zehnten WM-Rang erfolgreich verteidigt, auch wenn ihm Jack Miller bis auf 2 Punkte nahegerückt ist.

Der 24-jährige Bayer hat auch auf den Valencia-Test verzichten müssen. Sein Teamchef Hervé Poncharal hoffte auf eine Rückkehr beim Yamaha-Test in Sepang am 27./28. November.

Doch dort werden jetzt nur Rossi, Viñales und Zarco antreten.

Denn Jonas Folger hat sich auf Wunsch seines Managers Bob Moore am Montag in Italien vom Formel-1-Arzt Dr. Riccardo Cecarelli untersuchen lassen. Ceccarelli hat in seiner Klinik in Viareggio seit 1989 (er begann mit Ivan Capelli, Team Leyton House) in den letzten Jahrzehnten eine ganze Reihe prominenter Formel-1-Stars medizinisch betreut – von Alonso und Massa über Vettel bis zu Kubica, Trulli und Fisicella. So hat er sich einen Namen als «Dottore Formula Uno» gemacht. Dr. Cecarelli hat zwischen 1989 und heute mit insgesamt mit 75 Formel-1-Piloten und 900 anderen Autorennfahrern aus 47 Ländern zusammengerbeitet.

Dr. Ceccarelli war selber als Formel-Ford-Pilot aktiv. Er wollte ursprünglich Tennispieler werden, wurde aber durch die Lektüre von «autosprint» zum Motorsportanhänger.

«Jonas hat die Untersuchung in Italien absolviert», berichtete Bob Moore gegenüber SPEEDWEEK.com. «Die guten Neuigkeiten sind, dass er in den nächsten vier Wochen vollständig genesen wird. Aber Dr. Ceccarelli hat ihm empfohlen, nicht am Test in Malaysia teilzunehmen.»

Bei Jonas Folger wurde nach umfangreichen Untersuchungen und Bluttests inzwischen das Gilbert-Syndrom diagnostiziert. Er muss sich jetzt ausruhen, frische Energie sammeln, Diät halten und seine Leber entgiften.

Das Gilbert-Syndrom ist eine genetisch bedingte Erkrankung, die zu einer Störung in der Verarbeitung von Bilirubin führt, eines Abbauprodukts des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Vorher bestand der Verdacht auf den Epstein Barr-Virus und Pfeiffersches Drüsenfieber, aber diese Berichte erwiesen sich als Fehldiagnosen.

Hervé Poncharal hat Folger beim Valencia-GP sein Vertrauen ausgesprochen. «Wir setzen 2018 auf Jonas, wir haben keinen Plan B. Wir finden sowieso keine Besseren. Wir haben zuletzt die Ersatzfahrer Nozane, Parkes und Van der Mark eingesetzt. Aber keiner kann an Jonas heranreichen.»

Und keiner hat einen Punkt geholt.

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