MotoGP

Hervé Poncharal: «Bin bereit, Zarco ziehen zu lassen»

Von - 16.12.2017 12:44

Tech3-Yamaha-Oberhaupt Hervé Poncharal weiss, dass sein Schützling Johann Zarco über kurz oder lang einen Werksvertrag anstreben wird. «Ich glaube nicht, dass er 2019 noch bei uns sein wird», erklärt der Franzose.

Mit seinen starken Leistungen in seiner ersten MotoGP-Saison sorgte Johann Zarco in diesem Jahr für hochgezogene Augenbrauen bei der Konkurrenz. Der Tech3-Yamaha-Pilot glänzte mit drei Podestplätzen – und er kämpfte mit den Stars der Werksteams auf Augenhöhe.

Sein Teamchef Hervé Poncharal ist denn auch sehr zufrieden mit der Leistung seines Schützlings, die er so nicht erwartet hätte. «Ich habe natürlich mit guten Ergebnissen gerechnet, denn er hat schon in der Moto2 gezeigt, dass er ein aggressiver und intelligenter Fahrer ist. Aber er hat auch mich überrascht», erklärt das Teamoberhaupt im Gespräch mit den Kollegen von GPOne.com. «Man kann auch nie genau wissen, wie es laufen wird, wenn ein Fahrer die Klasse wechselt.»

«Einige brauchen mehr Zeit, um sich anzupassen, wie etwa Tito Rabat. Andere kommen sofort gut klar, wie etwa Marc Márquez», zählt Poncharal auf. Zu Letzteren gehört auch Zarco, den sein aktueller Chef am liebsten für die nächsten Jahre an Bord behalten würde. Doch er macht sich nichts vor: «Das wäre traumhaft, aber unser Team-Budget ist deutlich kleiner als die Gehälter der besten vier oder fünf MotoGP-Piloten im Feld. Es ist logisch, dass Johann mehr Geld und volle Werksunterstützung anstrebt.»

Deshalb betont der Franzose: «Ich bin bereit, ihn ziehen zu lassen und ich bin stolz darauf, dass er sein Debüt in der MotoGP-Klasse mit uns bestritten hat. Als Kundenteam sind unsere Möglichkeiten bei den Gehältern und auch hinsichtlich der technischen Unterstützung, die wir geben können, sehr begrenzt. Vor einigen Jahren hätte ich noch eine Chance gehabt, ihn zu halten, damals fuhr man entweder für Yamaha oder Honda. Doch nun haben wir viele Hersteller, die den guten Piloten mehr Alternativen bieten. Deshalb glaube ich nicht, dass er 2019 noch bei uns sein wird.»

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