MotoGP

Lin Jarvis/Yamaha: «Werksbike im Kundenteam möglich»

Von - 14.06.2018 00:01

Bisher steht nicht fest, ob für 2019 ein Petronas-Yamaha-Kundenteam mit Fahrern wie Pedrosa und Morbidelli zustandekommt. 2019-Werksmaschinen sind erhältlich. «Alles eine Geldfrage», sagt Lin Jarvis.

Johann Zarco hat sich nicht zuletzt deshalb im Winter für Red Bull KTM entschieden, weil ihm die Österreicher als erstes MotoGP-Werksteam ein seriöses Angebot gemacht haben und weil ihm Yamaha für 2018 trotz überragender Leistungen und drei Podestplätzen im Rookie-Jahr 2017 keine 2018-Werksmaschinen und keinen Werksvertrag über Yamaha Motor Racing (vergleichbar mit HRC) anbot.

Zarco und sein Tech3-Yamaha-Teambesitzer Hervé Poncharal wussten ja, dass Pol Espargaró nach dem Moto2-Titelgewinn einen Yamaha-Werksvertrag erhalten hatte.

Ducati hat im Pramac-Team in der Vergangenheit schon Iannone einen Werksvertrag verabreicht, 2018 ist es bei Miller und Petrucci der Fall, für 2019 bei Bagnaia und Miller.

Und HRC hat in diesem Jahr Crutchlow und Nakagami, direkt unter Vertrag genommen.

Das heißt auch: Ducati und Honda bezahlen auch die Fahrergagen, haben aber dafür bei Verletzungen der Stammfahrer im Werksteam das Zugriffsrecht auf die hauseigenen Piloten.

Kann sich Yamaha vorstellen, künftig ähnliche Konzepte zu verfolgen und zum Beispiel Dani Pedrosa oder Franco Morbidelli mit einem Werksvertrag für 2019 zu ködern, wenn das neue Petronas-SIC-Kundenteam zustande kommt und dort ein Fahrer 2019-Werksmaterial haben will?

«Wir hätten auch bei Johann Zarco ein High-Specification-Bike anbieten können. Wir haben zwei Werksfahrer im Werksteam. Auf diesem Team liegt bei Yamaha der Fokus für die Weiterentwicklung der Motorräder», sagt Lin Jarvis, Managing Director von Yamaha Motor Racing. «Könnten wir für einen Fahrer in einem Kundenteam ein Motorrad mit einem ebenbürtigen Level anbieten? Ja, das können wir. Es ist eine Geldfrage. Aber die Entwicklungsteile würden zuerst ins Werksteam kommen. Erst wenn sie sich dort bewährt haben und wir genug Zeit für die Produktion dieser Komponenten haben, könnten wir sie dem Kundenteam anbieten. Es hängt also davon ab, welches Paket das Team auswählt und welche Finanzen dort zur Verfügung stehen.»

Schon bei Marc VDS war im Frühjahr bei den Verhandlungen mit Yamaha klargeworden: Man kann für 2019 ein Paket mit 2018-Material leasen, hier belaufen sich die Kosten auf maximal 2,2 Millionen (ohne Sturzteile). Dann gibt es 2018-Chassis mit 2019-Werksmotoren oder ein «high spec package» mit kompletten 2019-Motorrädern.

«Es gibt unterschiedliche Preise für unterschiedliche Spezifikationen», bestätigte Lin Jarvis.

«Wir müssen von einem Kundenteam bis Ende Juni wissen, welche Spezifikation und welche Anzahl von Bikes sie leasen wollen», ergänzte der Engländer. «Es ist ein und dieselbe Firma, die alle Teile herstellt. Wenn wir vier Bikes brauchen statt zwei, müssen wir das im Juni wissen. Sonst behindern wir die Factory-Bike-Production unseres eigenen Werksteams.»

Jarvis weiter: «Und wenn ein Fahrer neu in ein Kundenteam kommt, der mehr als zehn Jahre in einem Werksteam war, muss er weiter motiviert und happy sein, er mich sich in dieser Situation gut fühlen, wenn er sich für so ein Projekt entscheidet. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man Werksfahrer ist oder in einem Kundenteam fährt. Trotzdem: Es ist immer interessant für uns, schnelle Fahrer zu haben. Das ist sehr wichtig für Yamaha.»

Übrigens: Movistar ist seit 2014 Hauptsponsor bei Yamaha, der Fünf-Jahres-Vertrag läuft Ende 2018 aus. Bisher wurden in dieser Zeit 25 MotoGP-Siege errungen und 2015 der Fahrer-WM-Titel, die Marken-WM und die Team-WM.

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