MotoGP

Johann Zarco: «Yamaha hat nie ein Angebot gemacht»

Von - 09.07.2018 07:02

Der Franzose Johann Zarco zählt zu den stärksten MotoGP-Rookies der letzten Jahre. Jetzt erklärte im «Corriere dello Sport», warum er bei KTM statt bei Honda oder Yamaha gelandet ist.

Letztes Jahr sagte Valentino Rossi noch über den respektlos über die MotoGP-WM heringebrochenen Johann Zarco: «Er ist nicht böse, er machte das nicht absichtlich. Er kann es einfach nicht besser.»

Das entsprach freilich nicht ganz der Wahrheit, denn der Franzose gewann 2015 und 2016 im Aki-Ajo-Team auf Kalex zwei Moto2-Weltmeisterschaften und fährt im Satellitenteam von Tech3 die Yamaha wie kein anderer.

«Vale hat das absichtlich gemacht, er wollte mich erniedrigen», sagte der erste schnelle Franzose in der Königsklasse seit Christian Sarron, Régis Laconi und Randy de Puniet.

Übrigens: Laconi hat immerhin 1999 den Valencia-GP auf der Red Bull-Yanaha 500 gewonnen. De Puniet war 2007 in Motegi Zweiter und 2009 in Donington Dritter.

Aber Rossis Respekt vor Johann Zarco nahm im Laufe der Saison 2017 deutlich zu. In Australien sagt er: «Jetzt bist du einer von uns.»

«Das war ein sehr schöner Moment», erinnert sich Johann. «Du kannst in der MotoGP nicht fahren, wenn du nicht aggressiv bist. Klar, mit mehr Erfahrung kannst du auch mit weniger Aggressivität schnell sein, aber eliminieren kannst du es nicht. In Mugello und Barcelona ging ich in diesem Jahr behutsamer ans Werk und war nicht schnell.»

Johann, es gibt Leute, die behaupten, seit du für KTM unterschrieben hast, wirst du von Yamaha gebremst.

An so etwas denke ich schon gar nicht. Wenn du dich mit solchen Gedanken beschäftigst, hast du bereits verloren. Ich glaube nicht, dass sie uns benachteiligen wollen.

Wenn die anderen schneller sind, dann haben sie eben weiterentwickelt, wir hingegen haben das Motorrad von 2017 mit dem technischen Stand vom Valencia-GP. Aber ich denke, man kann auch damit erfolgreich sein.

Manche deiner Fans, die deine Zukunft bei Yamaha gesehen haben, sind nun enttäuscht. Bei KTM kommen Fragezeichen auf, zumal du auch bei Honda offenbar ein Thema gewesen bist.

Tatsache ist, dass mich Yamaha nie direkt kontaktiert hat. Sie haben mir nie eine Offerte unterbreitet, wie das offenbar bei Lorenzo gewesen sein soll und dann bei Pedrosa der Fall war.

Was Honda betrifft: Wenn du Weltmeister werden willst und das mit dem gleichen Material wie Márquez, der besonders stark ist, wirst du höchstens Zweiter. Um ihn zu schlagen, muss man einen anderen Weg einschlagen.


Sicher, Honda wäre eine schöne Wahl gewesen. Aber die Art der Kommunikation war nicht richtig. Wir hatten uns ja praktisch schon mit KTM geeinigt, wollten das aber nicht vorzeitig publik machen.

Ich bin dann im Nachhinein direkt zu Alberto Puig gegangen, habe ihm meine Sichtweise erklärt und mich bei ihm entschuldigt, weil das ganze Szenario etwas ungeschickt abgelaufen ist.


Ich glaube jedoch fest an KTM, sie werden von Red Bull unterstützt und seit zwei Jahren arbeiten sie sehr erfolgreich. Gut, zurzeit sind sie noch nicht ganz vorne, aber ich habe die Eier, um es zu versuchen.

Mit KTM hast du ja als Jüngling 2007 schon den Red Bull Rookies Cup gewonnen.

Das war eine schöne Geschichte, aber sie haben mich für 2019 nicht genommen, weil ich vor Jahren mit ihrer 125er gewonnen habe. So einfach ist es nicht, dass man sagen kann, man wird in der MotoGP Weltmeister, weil man zuvor diese Nachwuchsklasse gewonnen hat. Fakt ist, ich habe die richtige Offerte abgewartet.

Es hat jedoch 2017 niemand erwartet, dass du in der MotoGP als Anfänger gleich so schnell bist und Podestplätze udn Pole-Positions erreichst. Ist die Moto2 eine gute Schule?

Gewisse Dinge, die du in der Moto2 lernst, können dir in der MotoGP helfen. Aber grundsätzlich musst du eine Seite umblättern und deine Geschichte neu schreiben. Ein Motorrad zu fahren, das grösser und schwerer ist, ist ganz anders. Und dann erst die Reifen.
Es gab Momente, wo ich selber überrascht wurde. Du fährst sehr schnell in eine Kurve rein und denkst, die kriegst du nicht und dann schaffst du es doch. Unglaublich.

Es ist erstaunlich, mit welcher Ruhe du die Sache angehst.

Ich musste auch eine Phase durchmachen, wo ich echt angepisst sein musste, um schnell zu sein. Jetzt gelingt es mir, mich auf das Motorrad zu konzentrieren und nur dann «zornig» zu sein, wenn es notwendig ist. Wenn ich jedoch den Helm abnehme, bin ich sehr ruhig. Ich relaxe mit Musik und habe sogar gelernt Klavier zu spielen. Zurzeit versuche ich es auch mit der Gitarre und lerne durch Youtube.

Dieser Salto, denn du jeweils bei einem Sieg praktiziert hast: Wie kam es dazu?

Mit 16 Jahren habe ich das von meinem Ex-Schwager gelernt. Das letzte Mal, als ich den Salto aufführte, war in Valencia 2016. Ich hoffe, ich kann das schon bald wiederholen.

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