MotoGP

Stefan Bradl (Honda): «Es ist eine Hauruck-Aktion»

Von - 13.07.2018 13:22

Im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com erzählte Stefan Bradl, dass sein Einsatz beim Heim-GP für ihn nicht völlig überraschend kommt.

SPEEDWEEK.com traf Stefan Bradl heute kurz vor 13 Uhr hinter der Marc VDS-Box von Franco Morbidelli im Gespräch mit HRC-Techniker Klaus Nöhles.

Dann kam Tom Lüthi vorbei und grinste: «Hi, Stefan, bist du mein neuer Teamkollege? Wie lange warst du weg?»

«Nein, ich bin gestern eh brav ins Bett gegangen», versicherte Stefan.

Dann rief er dem Schweizer Richtung Nachbarbox nach: «Wir sehen uns auf der Strecke.»

Viel Zeit hat Stefan Bradl (er fuhr seit September 2017 kein Rennen) zur Vorbereitung seines ersten MotoGP-Trainings seit Valencia im November 2016 nicht.

Um ca. 11 Uhr erreichte ihn der Anruf von Alberto Puig, um 14.05 Uhr beginnt jetzt das FP2 auf dem Sachsenring.

Es war ja zu erwarten, das Franco Morbidelli Probleme mit seinem dritten linken Mittelhandknochen haben wird, der im FP3 in Assen entzweiging. Aber der Italiener wollte sich nicht operieren lassen.


Stefan, der Anruf kam für dich nicht ganz überraschend?


Nein, ich bin letzte Woche schon einmal angefragt und informiert worden. Man hat mir gesagt, dass ich meine Rennklamotten mitnehmen soll, weil die Möglichkeit besteht, dass ich einspringen muss.

Franco musste zuerst am Donnerstag den Medical Check absolvieren, das war kein Problem für ihn. Und dann musste er abwarten, wie er am Freitag zurechtkommt. Ich habe ihn im FP1 genau beobachtet und habe mir gedacht, er wird es durchziehen, denn so schlimm war es nicht.

Für mich war klar: Morbidelli wird auch die restlichen Trainings fahren.
 Aber dann bin ich im Büro von ServusTV gesesssen und habe den Anruf von Alberto Puig bekommen. Er hat gesagt: «Los geht’s.»


Das ist natürlich schon eine Hauruck-Aktion und «last minute».


Wann bis zu zum letzten Mal auf der MotoGP-Honda gesessen?


Ende April in Jerez.


Ich habe seit Ende Januar insgesamt sieben Testtage abgespult, aber einer war verregnet, also sechs Tage, ein Test war in Sepang, zwei waren in Jerez. 
Viel ist das nicht.

Aber ich habe ja überhaupt nichts zu verlieren. Ich rolle jetzt ein bisschen rum und sehe das als Vorbereitung für die nächsten Aufgaben, für die zwei Wildcard-Rennen in Brünn und in Misano.

Morbidells Crew-Chief Diego Gubellini ist dir gut bekannt – aus eineinhalb Jahren bei Aprilia.


Ja, darum ist es auch eine Situation, die mir jetzt nicht unangenehm ist. HRC hat auch die Daten für meine Sitzposition bereits an Marc VDS gemailt. Ich war mit Diego seit Assen immer in Kontakt. Aber ich musste alles geheim halten.

Honda ist mit Pedrosa und Crutchlow im FP1 weit hinten gewesen. Auf dich wartet keine leichte Aufgabe?


Ich habe momentan nichts zu verlieren. Ich muss mich zuerst an die Reifen gewöhnen. Die 2017-Honda kenne ich auch nicht, ich bin damit im Januar in Sepang nur wenige Runden gefahren. Ich war damals vom Portimao-Crash noch angeschlagen.

Ich muss nur schauen, dass wir ein bisschen rumrollen und ein Gefühl für das Motorrad kriegen. Wie gesagt: Ich habe überhaupt nichts zu verlieren. Ich möchte das genießen. Es ist ja auch wieder mal etwas Schönes, hier beim Heim-GP dabei zu sein.

Dass jetzt alles «last minute» passiert ist, lässt sich nicht ändern. ich bin froh, wenn ich noch eine Kleinigkeit zum Mittagessen kriege, bevor es losgeht, damit mir nicht die Kraft ausgeht. Dann wird alles gut.

ich fahre jetzt einfach mit und betrachte diesen Grand Prix als Training. Schauen wir, was dann rauskommt. Es gibt keinen DRuck, das ist eine schöne Aktion. Warum soll ich es nicht machen?

Und bei ServusTV fehlst du jetzt als Experte?

Ja, aber sie werden es verschmerzen. Ich habe vorher niemandem irgendetwas gesagt. Die Kollegen von ServusTV waren deshalb überrascht.

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Stefan Bradl mit Tom Lüthi hinter der Marc VDS-Box © WG-photo Stefan Bradl mit Tom Lüthi hinter der Marc VDS-Box Klaus Nöhles im Gespräch mit Stefan Bradl © WG-photo Klaus Nöhles im Gespräch mit Stefan Bradl Stefan Bradl in der Marc VDS-Box, links Diego Gubellini © Fitti Weisse Stefan Bradl in der Marc VDS-Box, links Diego Gubellini
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