MotoGP

Rallye-Star Nani Roma über Márquez Formel-1-Chancen

Von - 08.08.2018 11:07

Nani Roma ist ein Motorsport-Könner auf zwei und vier Rädern, in beiden Disziplinen hat er bei der Rallye Dakar Siege gefeiert. Der begeisterte MotoGP-Fan über seinen spanischen Landsmann Marc Márquez.

Neben Hubert Auriol und Stéphane Peterhansel ist der Spanier Nani Roma einer von nur drei Rennfahrern, welche die Rallye Dakar auf dem Motorrad und im Auto gewinnen konnten. Momentan bereitet er sich auf seine 24. Ausgabe des legendären Rennens vor, hat sich aber trotzdem die Zeit genommen, die MotoGP-Saison 2018 zu analysieren.

Nani, was ist deine Analyse von der ersten Saisonhälfte?

Marc Márquez ist allen einen Schritt voraus. Sein Siegeswille, seine Arbeitsweise, die Art, wie er trainiert... Er vermittelt den Eindruck, dass er sich stark fühlt.

Márquez hat in Deutschland seinen neunten Sieg in Folge geholt. Welchen Wert hat eine solche Leistung?

Wenn jemand neun Mal hintereinander gewinnt zeigt das, wie viel Talent er hat. Ich habe neun Mal die Baja Aragón gewonnen und kann dir versichern, dass es sehr schwierig war. Marc hat außergewöhnliches Talent. Er ist nicht der perfekte Sportler, weil es den nicht gibt, aber er kommt dem sehr nahe. Marc hat Talent, er arbeitet hart und er liebt seinen Job – den Sport – und noch dazu ist er intelligent und umgibt sich mit den richtigen Menschen.

Was sagst du zu den verschiedenen Werken?

Ich glaube, dass wir momentan eine der besten Saisons in der Geschichte erleben, vor allem wegen der Einführung der Einheits-ECU. Es ist fantastisch zu sehen, dass Honda, Yamaha, Ducati und Suzuki sich auf dem Podium abwechseln. Für mich ist der Kampf zwischen den verschiedenen Werken einer der Hauptgründe, weshalb ich MotoGP gucke. Das System, das die Organisatoren gefunden haben und das Werken wie Suzuki die Chance gibt sich zu entwickeln, hat sich als sehr positiv bewiesen.

Wie schätzt du Dani Pedrosas Situation nach seiner Rücktrittsankündigung ein? Wie wird die zweite Saisonhälfte für ihn?

Dani ist einer der besten Fahrer in der Geschichte der MotoGP-WM, er hat außergewöhnliches Talent. Seine Physis hat ihm in der 125-ccm- und 250-ccm-Klasse sehr geholfen, aber ihn in der MotoGP gehindert. Er hat Unglaubliches geleistet. Was er gewonnen hat, die Rennen, die er gefahren ist, die Konkurrenzfähigkeit, die er gezeigt hat... Er ist ein sehr professioneller Fahrer, der hart trainiert und arbeitet. Aber wir sehen, dass man in der MotoGP-Klasse nichts wert ist, wenn man keinen Titel gewonnen hat. Ich bin mir sicher, dass die Situation für ihn schwierig ist. Wenn man in der Mitte der Saison zu einem Punkt kommt, an dem man sagt: «Das war’s», ist es schwierig, Motivation zu finden. Ich wünsche ihm auf jeden Fall nur das Beste und danke ihm für alles, was er den Fans dieses Sports gegeben hat.

Nach dem Formel-1-Test von Márquez hat Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko vorgeschlagen, dass er auf vier Räder wechselt. Du hast diesen Wechsel gemacht: Kannst du dir Márquez in der Formel 1 vorstellen?


Bei mir ist es gut gegangen. Ich hatte das Glück, zwei verschiedene Arten von Rennsport in meiner professionellen Karriere erleben zu dürfen und habe das sehr genossen. Ich habe sehr gute Erinnerungen ans Motorradfahren und mache es noch immer, weil es wundervoll ist. Aber wir hatten auch das Glück, die besten Autos und die besten Teams zu haben. So jung wie Marc ist, kann ich mir gut vorstellen, dass er zehn Titel gewinnen könnte. Und ich bin mir sicher, dass er sich auch in der Formel 1 gut schlagen würde. Wenn Dr. Marko etwas in diese Richtung gesagt hat, hat er Talent. In dieser Welt schenkt dir niemand etwas und Dr. Marko ist nicht sehr großzügig mit Komplimenten. In der Formel 1 ist alles sehr kontrolliert und sie wissen sehr schnell, wie Fahrer bremsen, beschleunigen, wie sie sich in den Kurven verhalten, etc... Wenn er das also zu Marc gesagt hat, muss etwas dran sein. Bei einem außergewöhnlichen Fahrer wie Marc, überrascht mich das nicht.

Wer waren deine ersten Helden in der MotoGP-Weltmeisterschaft?

Die ersten Fahrer, deren Karrieren ich mitverfolgt habe, waren Amerikaner. Ich erinnere mich an Freddie Spencer, der in der 250-ccm- und in der 500-ccm-Klasse gefahren ist und an die Drifts, die Randy Mamola gemacht hat. Ich erinnere mich besonders gut an die Ära von Kevin Schwantz, Wayne Rainey und an die Australier Gardner und Doohan. Später, als ich selbst gefahren bin, sind die Spanier gekommen: Sito Pons, Garriga, Cardús, Álex Crivillé und Konsorten.

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