MotoGP

Pit Beirer (KTM): «Kein Grund für eine Depression»

Von - 09.08.2018 06:52

KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer bedauert die verletzungsbedingten Ausfälle von Kallio und Espargaró. «Aber wir führen in zwei GP-Klassen und haben beim Heim-GP 22 GP-Maschinen am Start», freut sich der KTM-Stratege.

Natürlich ist es ein kleiner Wermutstropfen für Red Bull KTM, dass am Sonntag beim GP von Österreich in Spielberg statt drei MotoGP-Piloten nur einer am Start stehen wird – Bradley Smith. Denn Mika Kallio (Knie) und Pol Espargaró (links Schlüsselbein) haben sich bei den letzten zwei Grand Prix verletzt.

Aber der Auftritt von KTM beim dritten Heim-GP der Firmengeschichte kann sich sehen lassen. Denn die KTM-Tribüne ist mit 10.000 Plätzen (2000 mehr als im Vorjahr) fast ausverkauft.

Und kein Hersteller wird am Wochenende so viele Motorräder im Einsatz haben wie KTM:

1x MotoGP
5x Moto2
16x Moto3 (inclusive Wildcard-Pilot Maximilian Kofler, Österreich)
24x Red Bull MotoGP Rookies Cup
26 x ADAC Junior Cup powered by KTM

Insgesamt am Start: 50 Cup-Maschinen von KTM und 22 GP-Bikes.

SPEEDWEEK.com hat sich vor dem ersten Training am Freitag mit KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer unterhalten. Der Ex-Motocross-Weltklassepilot kommandiert über alle Serien und Meisterschaften (von Dakar über Motocross bis zur MotoGP) nicht weniger als 150 Werksfahrer und rund 500 Teammitglieder.

KTM hat bisher 288 Weltmeistertotel gewonnen.

KTM siegte 2018 zum 17. Mal hintereinander bei der Dakar-Rallye, dazu wurden beide Supercross-Titel in Amerika (einen mit der Marke Husqvarna und Jason Anderson) erobert. Die KTM-Stars Jeffrey Herlings (683 Punkte) und Antonio Cairoli (647 Punkte) machen in der MXGP-Motocross-WM den Titel unter sich aus, das Gleiche gilt für die MX2-WM mit Jorge Prado (645 Punkte) und Pauls Jonass (617 Punkte).

Übrigens: Roger De Coster (74), seit 2011 bei KTM, hat gestern bei KTM einen neuen Drei-Jahres-Vertrag als Manager für die US-Supercross-Meisterschaften unterschrieben.

Auch im GP-Sport schlägt sich KTM wacker. In der Moto2-WM haben Miguel Oliveira (2x) und Brad Binder (1x) drei von zehn WM-Rennen gewonnen. Im Vorjahr gelang der erste Moto2-Sieg erst im Oktober in Australien. Und in der Moto3-WM haben die KTM-Asse bei Halbzeit schon mehr Podestplätze erreicht als 2017 im ganzen Jahr. Und dreimal so viele Siege – dank Marco Bezzecchi in Las Termas, Philipp Öttl in Jerez und Albert Arenas in Le Mans. In der Saison 2017 gelang KTM nur ein Moto3-WM-Laufsieg – durch Andrea Migno in Mugello.

Pit, das MotoGP-Aufgebot von KTM lässt in Spielberg zu wünschen übrig. Aber Heulen und Zähneknirschen ist bei dir trotzdem nicht angesagt.

Richtig. In manchen Medien wird es so dargestellt, als sei bei uns wegen der Verletzungen von Pol und Mika die große Depression ausgebrochen.
 Natürlich wären wir in Spielberg im MotoGP-Rennen lieber in voller Krampfkraft angetreten.

Aber von Depression kann wahrlich keine Rede sein. Wir freuen uns auf einen ausverkauften Heim-GP. Es überwiegt die Freude, dass wir dank unseres Partners Red Bull überhaupt wieder einen Grand Prix in Österreich haben und dass wir in den drei GP-Klassen mit insgesamt 22 Maschinen am Start stehen – als stolze heimische Marke. Wir freuen uns deshalb auf dieses Highlight des Jahres. 


Wir haben keinen Grund, niedergeschlagen zu sein. Wir führen erstmals in der Firmengeschichte in den WM-Klassen Moto3 und Moto2!


Unsere 10.000 Fans auf der KTM-Tribüne werden auch am kommenden Wochenende Grund zum Jubeln haben.

Und in den beiden Rahmenrennen wird ausschließlich mit KTM-Maschinen gefahren – im Red Bull Rookies Cup und im ADAC Junior Cup.


Habt ihr nach den Verletzungen von Kallio und Espargaró nach Ersatzfahrern gesucht? Hat man überlegt, ob man Jonas Folger auf eine RC16 setzen könnte?


Ja, über den Jonas wird momentan immer wieder geredet. Aber als Testfahrer. Er hat ja entschieden, dass er in diesem Jahr kein Rennen fahren will. Er ist nicht auf der Suche nach einem Fahrerplatz. An dieser Entscheidung hat sich bei ihm nichts geändert. Das wissen wir. Wir haben unsere Hausaufgaben in dieser Hinsicht erledigt.


Und dann ist es schon vorbei mit den Optionen.

Nur ein Motorrad an den Start zu bringen, damit Benzin verbraucht wird und die Mannschaft beschäftigt ist, davon hat niemand was.


Die nächsten Fahrer, die am Wochenende fahren könnten, bei denen redest du von drei bis vier Sekunden Rückstand und von Überrundungen. Dafür brauchst du diesen Aufwand nicht zu betreiben.

Da lassen wir die Motorräder lieber mit einem weinenden Auge stehen. Wir konzentrieren uns lieber darauf, dass wir mit einem Motorrad ein sauberes Wochenende hinlegen, also mit jenem von Bradley Smith, der für uns momentan einen Superjob macht.

Dabei hat er brutal viele Prügel gekriegt für die Art, wie es 2017 zum Teil bei ihm gelaufen ist. Umso mehr freut es mich jetzt für ihn persönlich, dass er in diesem Jahr zu seiner normalen Form zurückgefunden hat.

Es ist nicht selbstverständlich, dass er so cool und locker mit uns umgeht und weiter sein Bestes gibt. Wir rechnen ihm hoch an, dass er auch jederzeit bereit ist, jedes beliebige neue Teil für uns zu testen.

Bradley stützt uns momentan gewaltig. Dafür müssen wir uns bei ihm bedanken.

Er bekommt alle Unterstützung an diesem Wochenende. Das kann er genießen.

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Pit Beirer © Gold & Goose Pit Beirer KTM hat nur noch ein MotoGP-Eisen im Feuer: Bradley Smith © Weisse KTM hat nur noch ein MotoGP-Eisen im Feuer: Bradley Smith
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