MotoGP

Aprilia in der MotoGP: Ganze Jahre verschwendet?

Von - 21.01.2019 13:58

Aprilia-Renndirektor Romano Albesiano gesteht selbst, dass sein Team 2018 unter den eigenen Erwartungen geblieben ist. MotoGP-Insider Carlo Pernat ist überzeugt: Das lag an der falschen Team-Struktur.

«Ich würde mich gerne etwas stärker auf die technische Seite konzentrieren», gestand Aprilia-Renndirektor Romano Albesiano nach der Saison 2018. Und dieser Wunsch wurde dem 55-Jährigen, der bis dahin noch die Rolle des Renndirektors und des Teammanagers bekleidet hatte, auch erfüllt. Mit Massimo Rivola holte man sich einen Mann mit Benzin im Blut an Bord: Der ehemalige Ferrari-Sportdirektor war zuvor 20 Jahre lang in der Formel 1 tätig.

Nicht nur Albesiano freut sich über die Verpflichtung des 47-Jährigen, auch MotoGP-Insider Carlo Pernat ist überzeugt, dass die Trennung der technischen und sportlichen Seite unabdingbar ist. Er schimpft im Gespräch mit «GPOne.com»: «Aprilia hat das Gegenteil von KTM gemacht und ist falsch ins MotoGP-Projekt gestartet.»

«Man braucht das technische Management auf der einen und die sportliche Leitung auf der anderen Seite – so wie es beispielsweise früher mit Witteveen und mir war», fügt Pernat an. «Stattdessen haben sie Albesiano verwirrt, indem sie ihm beide Rollen gegeben haben – dabei sollten Ingenieure nichts anderes als Ingenieure sein. Sie haben keinen enormen Investment-Aufwand betrieben, aber was noch viel schwerer wiegt, ist dass sie Zeit verschwendet haben.»

«Letztlich bekommen sie nun die richtige Team-Struktur hin, sie haben die technische und sportliche Leitung getrennt, mit Andrea Iannone und Aleix Espargaró zwei starke Fahrer, ein Testteam und erfahrene Techniker. Aber das hätte schon vor Jahren passieren müssen. Sie haben ganze Jahre verschwendet», erklärt der ehemalige Aprilia-Manager, der sich heute um Schützling Andrea Iannone kümmert.

Und mit Blick auf den Neuzugang warnt Pernat: «Ich hoffe, dass sich die Verpflichtung von Rivola sowohl praktisch als auch Image-technisch als wichtig erweisen wird. Es liegt auf der Hand, dass sich die Zweirad-Welt von der Vierrad-Szene unterscheidet, und ich habe auch schon einige Leute aus der Auto-Ecke kommen sehen, die gescheitert sind, wie Barnard. Der Erfolg ist nicht garantiert, es sind zwei verschiedene Welten und die Fahrer haben auch unterschiedliche Mentalitäten. Es wird also bestimmt nicht einfach für ihn, aber Aprilia verfügt nun über die richtige Struktur – lieber spät als nie!»

Adresse dieses Artikels:

© SPEEDWEEK.COM
SPEEDWEEK auf Google+
Druckansicht
Massimo Rivola © Aprilia Racing Massimo Rivola Viel Motorsport-Erfahrung: Massimo Rivola war 20 Jahre in der Formel 1 tätig © LAT Viel Motorsport-Erfahrung: Massimo Rivola war 20 Jahre in der Formel 1 tätig
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

video

MotoGP

MotoGP 2019 Red Bull Ring - Vanessa Guerra unterwegs mit Dani Pedrosa

Speedweek auf Twitter Speedweek auf Facebook Der Speedweek RSS Feed

Thema der Woche

Von Mathias Brunner

Vor 31 Jahren starb Enzo Ferrari – die Legende lebt

​​Am 14. August 1988 verschloss Enzo Ferrari seine Augen im Alter von, Moment, wie alt war der Italiener eigentlich? Nur eine der vielen Legenden, die sich um den Sport- und Rennwagenbauer ranken.

» weiterlesen

 

tv programm

Motorsport - ADAC GT Masters Rennen

Di. 20.08., 11:25, SPORT1+


High Octane

Di. 20.08., 11:55, Motorvision TV


Motorsport - ADAC TCR Germany

Di. 20.08., 12:30, SPORT1+


Motorsport - ADAC GT4 Germany

Di. 20.08., 13:15, SPORT1+


Classic

Di. 20.08., 13:20, Motorvision TV


Top Speed Classic

Di. 20.08., 13:40, Motorvision TV


Motorsport - ADAC Formel 4

Di. 20.08., 14:15, SPORT1+


Perfect Ride

Di. 20.08., 14:35, Motorvision TV


SPORT1 News

Di. 20.08., 14:55, SPORT1+


Rallye

Di. 20.08., 15:00, Eurosport


Zum TV Programm
59