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Valentino Rossi: Seine sechs Thesen vor Assen

Von - 26.06.2013-20:07

Der MotoGP-Star aus dem Yamaha-Werksteam spricht über die guten Tests in Spanien, neue Teile, seinen Teamkollegen Jorge Lorenzo und seine grössten Baustellen.

Die italienische Presse liebt Valentino Rossi sehr. Einer der Gründe ist der Umstand, dass er bei jedem Gespräch ein paar Worte bereithält, die als Schlagzeile taugen. Das ist äusserst hilfreich, speziell wenn du – als Journalist – in Eile bist. Aber es zeigt auch eine grossartige Gabe des Italieners, die Summe der Teile eines Problems zusammenzufassen und den Kern der Sache zu finden.

Heute, am Tag vor dem ersten freien Training in Assen, machte es Rossi sogar noch besser, und präsentierte gleich ein paar Titel aufs Mal.

Assen – ein Wendepunkt. «Ich weiss nicht, ob wir dieses Rennen den Wendepunkt der Saison nennen können, aber es gibt keinen Zweifel: Es wird sehr, sehr wichtig werden. Die Testfahrten in Barcelona und Aragón – speziell Aragón, wo ich noch nie schnell war – haben uns Informationen beschert, die wir für ein neues, konkurrenzfähigeres Set-up verwenden konnten.»

Neue Schwinge, modifizierte Frontgabel. «Wir haben eine neue Schwinge getestet, die gleiche, die Jorge schon zuvor benutzte. Und auch eine neue Gabel um herauszufinden, ob ich auf diese Weise härter bremsen und eine bessere Kurveneinfahrt hinkriegen kann – ein sehr wichtiges Thema, wegen meines Fahrstils und meiner Grösse. Es funktionierte, nun bin ich sehr neugierig, ob es auch hier, bei Rennbedingungen, auch klappt.»

Schnellschaltgetriebe ist wichtig, aber besser Fahren noch wichtiger. «Ein Schnellschaltgetriebe (seamless gearbox, wie bei Honda und Ducati) wäre wichtig bei uns, bei Yamaha. Je früher, desto besser. Aber es würde vielleicht zwei Zehntel pro Runde bringen. Das wahre Problem ist es, dass ich besser fahren muss.»

Die heutige Reifengeneration ist ein grosses Thema. «Die Reifen haben sich seit der Einführung des Einheitsausrüsters stark verändert. Du musst auf eine sehr spezielle Weise nutzen. Du musst ihnen mehr helfen. Zum Beispiel, mit deiner Position im Sattel. Das macht einen grossen Unterschied aus, ich muss herausfinden, wie ich sie nutzen muss. In den ersten Runden eines Rennens – und im Qualifying – verliere ich im Vergleich zu anderen Zeit. Ich bin nicht so schnell wie die Gegner, das liegt an den Reifen und am vollen Tank. Ich glaube, es liegt mehr an den Reifen als an der Benzinladung.»

Die spezielle Beziehung von Jorge. «Lorenzo hat eine spezielle Beziehung mit diesem Motorrad – ein spezielles Vertrauen. Dass er so schnell bei jeder Bedingung ist, ist fantastisch. Hinzu kommt, dass er nicht nur schnell bei jeder Bedingung ist, sondern dann auch immer schneller und schneller wird.»

Ich habe auf einen besseren Saisonstart gehofft. «Der erste GP, das Rennen in Katar, ist besser gelaufen als ich gehofft habe. Aber um ehrlich zu sein, hätten die Resultate ab Jerez besser sein können.»

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