Seit 2009 ist Bridgestone Lieferant der MotoGP-Einheitsreifen. Ende 2015 ziehen sich die Japaner zurück. Pirelli hat kein Interesse, Dunlop auch nicht, Michelin bleibt als einzige Firma übrig.
George Russell hat ein Problem, der Formel-1-Rennstall von Mercedes hat ein Luxus-Problem: Der 19-jährige Kimi Antonelli nimmt dem erfahrenen George Russell die Butter vom Brot.
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SPEEDWEEK.com hat schon vor zehn Tagen berichtet, dass die Ausschreibung von Dorna Sports für die MotoGP-Einheitsreifen 2016 nur einen Gewinner haben kann – Michelin.
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Denn Dunlop ist als Einheitsreifen-Lieferant für die Moto3 und Moto2 ausgelastet. Ausserdem hat Dunlop seit 1976 nur einen WM-Titel in der Königsklasse gewonnen – 1991 mit Yamaha und Wayne Rainey. Dazu den Superbike-WM-Titel 1993 mit Scott Russell auf der Muzzy-Kawasaki.
Auch Pirelli wurden von vornherein null Chancen eingeräumt. Die Italiener liefern schon die Einheitsreifen für die Formel 1, für die Superbike-WM und die Supersport-WM. Ein Monopol für die prestigeträchtigsten Motorradklassen könnte niemals im Interesse der Dorna sein.
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"Ausserdem spielt Pirelli bei den Motorradrennreifen nicht in derselben Liga wie Michelin und Bridgestone", sagte ein renommierter MotoGP-Teambesitzer beim Jerez-GP.
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Michelin wird also den Zuschlag für 2016 bekommen, daran besteht seit der ersten Minute nach dem angekündigten Bridgestone-Rückzug (mit Ende 2015) kein Zweifel.
Im MotoGP-Paddock machen längst die ersten Gags die Runde. "Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta hat die Ausschreibung wahrscheinlich so abgefasst, dass das Logo des neuen Reifenlieferanten gelb-blau sein und und ein Bibendum enthalten muss", ätzte ein Kenner der Materie. Tatsache ist: Wenn Ezpeleta nach Ende der Ausschreibung am 22. Mai 2014 den Werksteams von Honda, Yamaha, Ducati und Suzuki eine Marke wie Pirelli oder Dunlop statt Bridgestone präsentieren würde, würden ihm alle namhaften Teammanager und Rennstallbesitzer an die Gurgel springen. Besonders die Werksteams von Honda und Yamaha gelten als langjährige und loyale Partner von Michelin. Und Suzuki wurde von Michelin erst links liegen gelassen, als die Siege ausblieben.
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Ezpeleta kann also nur Michelin als neuen Partner präsentieren. Daran besteht nicht der geringste Zweifel. Michelin: 27 WM-Titel in 31 Jahren Die Franzosen haben 1976 (mit Barry Sheene und Suzuki) den ersten WM-Titel in der Königsklasse gewonnen und bis zum ersten Bridgestone-Triumph 2007 (Casey Stoner auf Ducati) nicht weniger als 27 von 31 möglichen WM-Titeln abgeräumt. Ausser Wayne Rainey 1991 unterbrach nur Yamaha-Star "King Kenny" Roberts (1978, 1979 und 1980) auf Goodyear den Michelin-Siegeszug.
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Inzwischen hat sich Pirelli bereits klar gegen eine Rolle als MotoGP-Reifenlieferant ausgesprochen. Paul Hembery, Motorsport-Direktor von Pirelli, hat beim Formel-1-GP in Barcelona ein klares Statement abgegeben. "Wir sind in der Superbike-WM stark engagiert, dort ist derselbe Promoter tätig wie im GP-Sport", stellte Hembery fest. "Wir sind also in Gespräche verwickelt. Aber im Moment bestehen keine Pläne, in dieser Serie tätig zu werden. Unsere Motorrad-Abteilung schaut sich die Situation an. Aber als Firma sind wir sehr glücklich mit unserer Beteiligung an der Superbike-WM."
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