MotoGP

Randy de Puniet: «Zeitpunkt für KTM-Einstieg richtig»

Von - 24.02.2016 09:44

Für Routinier Randy de Puniet begann am Samstag in Jerez die MotoGP-Testarbeit bei KTM. Der Franzose freut sich auf die nächsten Tests in Valencia und Brünn.

Der Franzose Randy de Puniet wird in den nächsten Monaten neben Mika Kallio den grössten Teil der Testarbeit für das Team KTM Factory Racing absolvieren, auch Tom Lüthi ist für sechs Testtage engagiert worden.Der 32-jährige Routinier hat MotoGP-Erfahrung mit Kawasaki, Honda, Aprilia und Suzuki und kann bei KTM viel Input abliefern.

Er bestritt zuletzt beim Valencia-GP 2014 als Wildcard-Fahrer für Suzuki einen MotoGP-Renneinsatz. 2012 und 2013 kämpfte Randy im Power Electronics-Team von Jorge «Aspar» Martinez noch gegen seinen Aprilia-ART-Teamkollegen Aleix Espargaró um die Ehre des besten Claiming-Rule-Piloten.

Im Gespräch mit motogp.com tat Randy de Puniet seine Eindrücke von der KTM RC16 kund. Anfang März wird KTM in Valencia den nächsten MotoGP-Test absolvieren.

Randy, wie ist es zur Zusammenarbeit zwischen dir und KTM gekommen?

Wir haben im Juni 2015 erstmals mit KTM gesprochen. Aber die Diskussionen sind vorerst im Sande verlaufen. Dann ist mir Mike Leitner beim Valencia-GP 2015 über den Weg gelaufen. Er fragte mich, was ich 2016 tun würde. Ich entgegnete, dass bisher nicht viel geplant sei. Ich war überrascht, weil ich gehört hatte, dass sie bereits Mika Kallio als Testfahrer verpflichtet haben. Ich dachte, KTM habe keinen Bedarf mehr an einem weiteren Fahrer.
Doch am Ende wollten sie einen zweiten Testfahrer. Das war Glück für mich. Mein Manager hat Mike danach kontaktiert und eine Vereinbarung für eine gewisse Anzahl von Tests in diesem Jahr ausverhandelt.

Und am letzten Wochenende bist du in Jerez drei Tage lang gefahren.

Ja, ich bin am Samstag zum ersten Mal auf der KTM gesessen. Ich war für alle drei Tage dort. Ich wusste, dass ich nicht an allen drei Tagen fahren würde, aber ich kam dann weniger zum Einsatz als erwartet, weil uns das Wetter einen Streich gespielt hat.
Wir haben dann am Samstag drei Viertel der Zeit gebraucht, um das Motorrad auf meine Bedürfnisse anzupassen, denn die Position der Fussrasten, die Sitzhöhe, die Lenkerposition, das alles hat für mich nicht gepasst.
So konnte ich nur wenige Runden drehen. Aber dieses erste Kennenlernen war wichtig für den nächsten Test in zwei Wochen in Valencia. Dort können wir dann attackieren. Dort werde ich drei Tage lang auf der KTM sitzen und richtig mit der Arbeit beginnen.

KTM hat sich wie in der Moto3- und Moto2 für einen Gitterrohrstahlrahmen entschieden. Die anderen Hersteller verwenden Alu-Deltaboxrahmen. Hast du bereits einen Unterschied feststellen können?

Ehrlich gesagt, vorläufig ist es zu früh, da ein Urteil abzugeben. Denn wir sind von den Rundenzeiten her noch zu weit entfernt. Wenn wir näher rankommen, werden wir sehen. Dann kann ich dazu eine Meinung abgeben.
Naja, Ducati hat die Weltmeisterschaft 2007 mit so einem Stahlrahmen-Konzept gewonnen.
Es ist wahr, das sieht heute wie eine exotische Wahl aus. Aber es gehört zur DNA von KTM, diese Rahmen sind ein Gütezeichen der Österreicher. Wir werden sehen, wie sich dieses Chassis bei den Tests bewährt. Jetzt ist es für ein Urteil noch zu früh.

Verschiedene Fahrer bemängeln, dass die MotoGP-Maschinen durch die neue Einheits-Elektronik körperlich grössere Anstrengungen erfordern, die Bikes seien schwieriger zu kontrollieren. Spürst du das auch?

Ich habe bei Suzuki 2014 bereits mit dieser ECU Erfahrungen gesammelt. Bei KTM stehen wir am Anfang der Entwicklung, die Motorsteuerung steht jetzt noch nicht im Vordergrund. Das ist normal, denn zuerst müssen wir eine Basis finden, erst nachher kannst du verschiedene elektronische Kontrollsysteme wie Anti-Wheelie und Traction-Control aktivieren.
Ich glaube, durch die Einheits-ECU wird es für den Fahrer schwieriger und trickreicher, weil die Elektronik weniger stark eingreift wie in der Vergangenheit.
Das wird gut für die Show sein. Vielleicht sehen wir wieder mehr rutschende Motorräder, obwohl das mit den Michelin-Reifen schwer vorstellbar ist, weil sie hinten sehr viel Grip haben. Es gibt viele Parameter, die eine Rolle spielen.
Aber ich denke, KTM kommt zum richtigen Zeitpunkt in die MotoGP-WM. Durch die neue Reifenmarke und die neue ECU beginnen alle von vorne, nicht bei Null, aber es müssen grosse Schritte gemacht werden und die Hersteller können sich nicht mehr so stark auf die Leistungen und Ergebnisse der letzten Jahre verlassen.

Was sagst du zu den bisherigen MotoGP-Wintertests in Sepang und Phillip Island?

Die Zeiten liegen sehr eng beisammen. Es gab einige Überraschungen. Lorenzo war in Sepang fast eine Sekunde schneller als alle andern. Aber dann ist Viñales auf der Suzuki in Australien die Bestzeit gefahren vor Marc Márquez. Für mich ist die Darbietung von Maverick nur eine kleine Überraschung, denn er ist schon 2015 beim Phillip-Island-GP ausgezeichnet gefahren und Schster geworden. Er hat sich im Laufe seiner ersten MotoGP-Saison «step by step» gesteigert.
Ich habe gehört, dass Suzuki den Motor weiterentwickelt hat, sie haben jetzt mehr Power. Dazu haben sie jetzt ein neues Seamless-Getriebe, das auch beim Raufschalten ohne Zugunterbrechung funktioniert. Das ganze Paket ist besser geworden. Deshalb ist Suzuki für mich nur eine halbe Überraschung. Wir müssen die nächsten Tests abwarten und beobachten, wie es weitergeht. Aber ich traue Viñales und Suzuki beim Katar-GP und in der restlichen Saison ein paar Überraschungen zu. Die neue ECU und die Ankunft von Michelin hat Suzuki ganz sicher geholfen.
Bei Ducati waren Baz und Barbera in Australien vor dem Werksteam. Das freut mich für Loris. Das ist gut für ihn. Ich habe das Gefühl, die neue 2016-Ducati passt noch nicht so gut zu den Michelin-Reifen.
Deshalb werden wir im ersten Halbjahr sicher einige Überraschungen erleben. Dann wird sich alles einspielen. Bei Saisonmitte wird man sehen, dass Yamaha und Honda ihre Vorteile behalten, obwohl dort momentan die Leistungen nicht so konstant sind.

Wie viele Tests wirst du für KTM abspulen?

Das ist schwierig vorherzusagen. Es kann zu Programmänderungen kommen. Ich werde in Valencia sein und Ende April in Brünn.
Es wird danach weitere Tests geben, aber ich kann keine bestimmte Anzahl definieren. Es kann sich in die richtige oder falsche Richtung entwickeln...
Man muss abwarten, was passiert. Wir haben einen gewissen Plan, aber der Zeitplan von KTM ist ein bisschen flexibel.
Von meiner Seite aus hoffe ich, dass ich das Bestmögliche zur Entwicklung dieses Motorrads beitragen kann. Ich fühle mich wohl in diesem Team. Ich habe bei KTM viele Leute angetroffen, mit denen ich in der Vergangenheit schon zusammengearbeitet habe. Ich wurde herzlich aufgenommen. Es ist wichtig, dass man im Team Nestwärme und Rückhalt spürt.

KTM wird beim Valencia-GP mit einer Wildcard antreten. Wird die Wahl vielleicht auf dich fallen?

Ja, es wurde über Wildcards für Valencia gesprochen. Aber es wurde noch nicht über die Fahrer geredet. Ich weiss nichts Genaues darüber. Alles ist möglich.
Wir sind noch weit vom ersten Renneinsatz entfernt, aber es wäre gut... Wenn ich vernünftige Arbeit leiste und sie glauben, ich verdiene diesen Platz, dann ist es grossartig. Dann nehme ich das Angebot an. Aber vorläufig denke ich nicht so viel darüber nach. Ich bemühe mich, mein Maximum auf diesem Motorrad zu geben. Der Rest wird sich erweisen.
Aber es wäre natürlich nett, am Ende der Saison ein Rennen bestreiten zu dürfen.

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Randy de Puniet auf der KTM in Jerez © KTM Randy de Puniet auf der KTM in Jerez Randy de Puniet (KTM): Zu einem Renneinsatz würde er nicht «nein» sagen © KTM Randy de Puniet (KTM): Zu einem Renneinsatz würde er nicht «nein» sagen
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