MotoGP

Cal Crutchlow (Sturz): Die Honda irrte planlos umher

Von - 20.03.2016 22:30

Cal Crutchlow schmiss die LCR-Honda ins Kiesbett, denn seine Marelli-ECU streikte. «Mein Bike wusste nicht, wo es sich auf der Strecke gerade befand.»

Der 30-jährige Cal Crutchlow reiste nach dem Crash (6. Runde, 7. Platz) aus Katar mit null Punkten ab, der mit 39 Grad Fieber grippekrank mit einer dicken Winterjacke an der Box stehende Teambesitzer Lucio Cecchinello fuhr 30 Minuten nach der Zieldurchfahrt zurück ins Hotel und kurierte dort seine Erkältung aus.

«Ich bin wirklich zornig, denn wir hatten im Rennen eine so gute Pace. Ich hatte nach der ersten Runde ein technisches Problem; das Motorrad wusste nicht, wo es sich auf der Strecke gerade befand. Ich hatte keinen Top-Speed, die Traction-Control hat im zweiten, dritten, vierten und fünften Gang eingesetzt, und dort, wo ich sie gebraucht hätte, streikte sie. Wo ich die Wheelie-Control brauchte, war keine vorhanden. Wo ich die elektronische Motorbremse brauchte, war keine vorhanden.»

Das hört sich exakt nach jenen Problemen an, über die sich die Open-Class-Fahrer 2015 dauernd bei der Einheits-ECU von Magneti Marelli beklagten?

Crutchlow grinst im Gespräch mit SPEEDWEEK.com vielsagend: «Kann sein, ja.»

«Im Grunde war es so: Wenn das Bike im ersten Sektor war, dachte es, es sei im vierten Sektor unterwegs. Irgendetwas ging beim Motorrad kaputt, was nicht die Schuld von Honda oder vom Team war, also könnt ihr euch vorstellen, was es war. Und als ich gestürzt bin, habe ich früher gebremst als in der Runde zuvor. Aber ich bog 16 km/h schneller in die Kurve ein als üblich, weil ich null Motorbremse hatte. Ein Jammer. Ich habe mich wirklich grossartig gefühlt auf dem Motorrad. Maverick und Dani hatten nicht die Pace, die ich hätte fahren können... ich dachte einmal sogar, der Motor habe den Geist aufgegeben. Denn die ECU hat sich irgendwie nach der ersten Runde re-setted. Es war sehr sehr merkwürdig. Als ich vor dem Crash bei Turn vier das Gas zugedreht habe, war keine Motorbremse da, eine Runde vorher hatte ich zumindest noch einen Teil davon... Ich habe zwei Gänge zurückgeschaltet, aber ich war einfach viel zu schnell, deshalb der Sturz.»

«Ich bin enttäuscht, denn ich weiss, dass ich eine grossartige Pace hatte, die mir einige Jungs nicht zugetraut haben. Und dann passierte dieser Crash, den ich nicht gebraucht habe und der nicht auf meine Kappe geht. Ich wäre der erste, der zugibt, wenn ihm ein Fehler unterlaufen ist. Aber es ist ärgerlich, denn am Freitag ist ein ähnlicher Zwischenfall passiert, der ebenfalls zum Crash geführt hat. Ich habe mich das ganze Wochenende über ein gewisses Problem beschwert, aber heute ist etwas völlig anderes passiert. Ich hatte in den meisten Kurven keine Traction-Control, aber ich hätte das mit dem Gasgriff selber regeln können. Aber dieses Motorbremsen, mit dem bin ich nicht fertig geworden. Denn ich konnte das Motorrad nicht abbremsen. Es darf sich keiner einbilden, dass du eine MotoGP-Maschine allein mit der Vorderbremse von 340 km/h abbremsen kannst. Es war also wirklich mühselig, mit diesem Handicap zu Rande zu kommen. Das hat dann das Fass zum Überlaufen gebracht. Wenn ich jetzt zurückblicke, dann hätte ich einfach an die Box fahren sollen. Aber es widerstrebte mir, wegen dieses Problems einfach aufzugeben. Vielleicht was das die falsche Entscheidung. Jetzt stelle ich mir vor, dass ich noch ein viel grösseres Desaster anrichten hätte können. Man male sich aus, wenn ich Dani oder Maverick hinten drauf gekracht wäre. Ich lag ja dicht hinter ihnen. Es tut mir leid fürs Team, denn alle haben sich aufgeopfert an diesem Wochenende. Wir hätten eine gute Pace gehabt...»

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Cal Crutchlow vor seinem Sturz beim Katar-GP © Weisse Cal Crutchlow vor seinem Sturz beim Katar-GP
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