MotoGP 800 ccm

Die Helden vom Sachsenring

Von - 16.07.2009 19:21

Auch wenn die MotoGP auf der aktuellen Strecke erst seit 1998 Halt macht, hat der Sachsenring eine lange Grand-Prix-Tradition.

Der ostdeutsche Grand Prix von 1961 war der erste WM-Lauf auf dem Sachsenring. Die ursprüngliche Strecke führte über geschlossene Strassen und war 8,73 Kilometer lang. Bis 1972 fanden die WM-Läufe fortan jedes Jahr statt, danach wurde die Strecke als zu gefährlich eingestuft. In diesen Jahren zogen die Rennen der MotoGP-Serien Massen von Leuten an, in einigen Jahren säumten über 300'000 Fans den engen und kurvigen Rundkurs.

25 Jahre dauerte es, bis die WM wieder auf den Sachsenring zurückkehrte. Möglich machte dies der Bau einer neuen Strecke, die nur noch 3,508 Kilometer lang war und nur noch einen kurzen Abschnitt der alten Strassen-Strecke einschloss. Nach kleinen und grösseren Anpassungen 2001 und 2003 entstand die heutige WM-Strecke, die über 3,671 Kilometer führt.

Den Rekord auf dem Sachsenring hält Valentino Rossi. Kein Wunder, gehörte er mit Marco Melandri und Roberto Locatelli zu den Piloten mit der grössten Sachsenring-Erfahrung, da die drei seit der Rückkehr der WM in jedem Rennen dabei waren.

Vier Mal schon siegte der achtfache Weltmeister schon auf der Linkskurven-Strecke, ein Mal in der Viertelliterklasse und drei Mal in der MotoGP. Den Platz dahinter teilen reihen sich Marco Melandri (ein Mal in der 125ccm-Klasse und zwei Mal in der 250ccm-Klasse) und Dani Pedrosa (zwei Siege in der 250er- und ein Sieg in der MotoGP-Klasse) mit drei Siegen.

In der Viertakt-Ära ist Honda mit vier Siegen der erfolgreichste MotoGP-Hersteller, gefolgt von Yamaha mit zwei Siegen und – dank des ersten Sachsenring-Triumphs vom letzten Jahr – Ducati. Im Gegensatz dazu konnte Suzuki auf dieser Strecke nur ein Mal alle hinter sich lassen: Kenny Roberts gewann 1999, als in der Königsklasse noch 500ccm-Maschinen ihre Runden drehten. Chris Vermeulen holte im letzten Jahr mit seinem dritten Platz den ersten Podestplatz für den Suzuki-Viertakter. Noch schlechter schneidet Kawasaki ab: 2005 und 2006 sicherte sich Shinya Nakano mit dem sechsten Rang das bislang beste Resultat für die Japaner.

Seit der Rückkehr der WM-Läufe 1998 standen nur drei Einheimische zuoberst auf dem Podesttreppchen: Ralf Waldmann fuhr 1999 in der Viertelliterklasse auf den dritten Rang, genau wie Steve Jenkner 2002 in der 125ccm-Klasse; und im letzten Jahr schaffte es 125ccm-Pilot Stefan Bradl sogar auf den zweiten Rang.

Einen Rekord kann der Sachsenring für sich beanspruchen: Nie überquerten die ersten vier MotoGP-Piloten die Ziellinie so nahe beieinander wie beim Deutschland-Grand-Prix 2006; gerade Mal 0,307 Sekunden lagen zwischen dem Erst- und Viertplazierten.
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