Motocross-Gespann-WM

Gespann-WM Markelo: So feiert Stupelis Geburtstag

Von - 08.07.2019 14:58

Zu Beginn der zweiten WM-Halbzeit festigten Etienne Bax/Kaspars Stupelis ihre Tabellenführung mit einem Doppelsieg vor den direkten Verfolgern Marvin Vanluchene/Ben van den Bogaart.

Soweit wir uns erinnern können, gab es das bei einem Grand Prix der Niederlande noch nie: Lediglich 31 Gespannteams traten in Markelo an. Für diese war die Teilnahme an den Wertungsläufen damit bereits so gut wie sicher, was sonst nur bei Rennen in Spanien oder Osteuropa der Fall ist. Die üblicherweise bei den WM-Veranstaltungen anwesenden Tschechen fehlten komplett, die Schweizer waren nur mit Marco Heinzer/Ruedi Betschart vertreten. Noch bemerkenswerter: Von den Deutschen nutzten lediglich Eddie Janecke/Gordon Bothur und Adrian Peter mit seinem tschechischen Partner Miroslav Zatloukal die Chance, weitere Erfahrungen mit schwierigen Sandpisten zu sammeln. Zu diesen gehört Markelo zweifellos – mit offenkundig abschreckender Wirkung.

Die WM-Stars hatten mit dem Sand erwartungsgemäß keine grundsätzlichen Probleme. Den ersten Start gewannen Arne Dierckens/Robbie Bax vor Koen Hermans/Nicolas Musset. Für Valentin Giraud/Andres Haller wurde es ausgangs der ersten Kurve eng und nach einem Umkipper musste das Duo dem Feld hinterherjagen. Heinzer/Betschart gerieten mit Davy Sanders aneinander. Dabei zerriss Kenny van Gaalen, der im Boot des Belgiers für Lari Kunnas einsprang, sein Shirt und musste sich im Helferraum provisorisch neu einkleiden, während der ramponierte Lenkungsdämpfer getauscht wurde. Am Gespann von Heinzer nahm bei dem Crash die Vorderbremse Schaden, weshalb die schnellen Schweizer nicht an ihre Leistung in der Qualifikation anzuknüpfen vermochten.

Hermans/Musset konnten dann an Dierckens vorbeiziehen und schienen den Sieg schon in der Tasche zu haben. Doch dann brach die Lenkungsdämpferstange und die Vizeweltmeister mussten Schadensbegrenzung betreiben. Für Etienne Bax und Kaspars Stupelis, der in Markelo seinen 37. Geburtstag feierte, war der Weg zum ersten Sieg frei. Der Lette hatte sich am Vorwochenende beim Rennen zur Niederländischen Meisterschaftslauf durch seinen Landsmann Lauris Daiders vertreten lassen müssen. Denn wiederum eine Woche zuvor war er in Oss mit dem Bein zwischen Hinterrad und Kotflügel geraten und hatte sich dabei deftige Abschürfungen zugezogen.

Die Zwangspause von Julian Veldmann nach seinem heftigen Fahrradsturz Ende April hatte allerdings deutlich länger gedauert. Leider gelang das Comeback des jungen Stars nicht wie gewünscht. Vor einem Sprung stellte sich sein Gespann quer und warf die Besatzung ab.

Deutlich übler ging der Sturz von Valentin Giraud beim zweiten Start aus. Der Franzose versuchte in der ersten Linkskurve wiederum außen sein Glück. Und wiederum wurde es für ihn zu eng. Das Gespann kippte nach links und mindestens zwei nachfolgende Mitstreiter hatten nicht den Hauch einer Chance, dem am Boden liegenden Giraud auszuweichen. Mit noch nicht bekannten Verletzungen wurde Giraud abtransportiert, das Rennen für seine Bergung abgebrochen.

Den Re-Start gewannen Hermans/Musset vor den schon im ersten Lauf starken Briten Stuart Brown/Josh Chamberlain, Bax/Stupelis und Vanluchene/van den Bogaart. Mit dem Bewusstsein, nun ein ordentliches Punktepolster zu haben, fuhr Bax diesmal auf Angriff und überholte Hermans scheinbar mühelos. Vanluchene zog nach, hatte aber nie eine Chance, Bax zu attackieren. Veldman begann etwas verhalten, steigerte sich aber im Verlauf des Rennens.

Die deutschen Teams fanden sich diesmal besser zurecht. Im ersten Lauf hatte Peter sein Gespann ausgebremst und sich damit aus den Punkterängen verabschiedet. Janecke/Bothur haderten als 21. mit ihrer „Performance“. Dass dennoch WM-Punkte greifbar waren, bewiesen beide Formationen im zweiten Durchgang. Dagegen schauten Heinzer/Betschart wiederum durch die sprichwörtliche Röhre: „Das Getriebe ließ sich nicht mehr schalten.“

Und unsere floote Lady Kelly Debruyne? Die Belgierin und Beifahrer Jens Mans qualifizierten sich wie erwartet und holten im ersten Lauf zwei WM-Zähler. Beim zweiten Versuch mussten sie jedoch vorzeitig aufgeben.

Am nächsten Wochenende findet in Straßbessenbach der erste der beiden deutschen Grands Prix in Straßbessenbach statt. Wir sind sicher, dass dort deutlich mehr als 31 Gespanne um Startplätze kämpfen werden. Info: msc-strassbessenbach.de.

Resultate Motocross-Gespann-WM Markelo/NL:

1. Lauf: 1. E.Bax/Stupelis (NL/LV), WSP-Zabel. 2. Vanluchene/van den Bogaart (B/NL), VMC-Zabel. 3. S.Brown/J. Chamberlain (GB), WHT-Husqvarna. 4. Dierckens/R.Bax (B/NL), WSP-Zabel. 5. J.Brown/Millard (GB), WSP-Zabel. 6. Gert van Werven/Beunk (NL), WSP-TM. 7. Varik/Daiders (EST/LV), WSP-Husqvarna. 8. Kinge/Gray (GB), VMC-Zabel. 9. Hermans/Musset (NL/F), WSP-Zabel. 10. I.Kops/Lambrechts (NL), WSP-Husqvarna. 11. Giraud/Haller (F/D), WHT-Mega. 12. Compalati/Chopin (I/F), VMC-Zabel. 13. Wilkinson/Humphrey (GB), WSP-Zabel. 14. Santermans/Beleckas (B/LT), VMC-Zabel. 15. M.Keuben/de Laat (NL), VMC-Mega. 16. T.van der Lagemaat/van Hal (NL), VMC-Mega. 17. Hamard/Villaines (F), VMC-KTM. 18. Wijers/van der Putten (NL), WSP-KTM. 19. K.Debruyne/Mans (B), AMS-Husqvarna. 20. Foden/Bijenhof (GB/NL), WSP-Zabel.

2. Lauf: 1. E.Bax. 2. Vanluchene. 3. Hermans. 4. S.Brown. 5. Veldman/Janssens (NL/B), WHT-Mega. 6. Dierckens. 7. J.Brown. 8. Sanders/van Gaalen (B/NL), WSP-Zabel. 9. I.Kops. 10. Varik. 11. Wilkinson. 12. Santermans. 13. Kinge. 14. Compalati. 15. Hamard. 16. T.van de Lagemaat. 17. Peter/Zatloukal (D/CZ), WSP-Zabel. 18. Wisselink/Sloot (NL), WSP-Zabel. 19. Janecke/Bothur (D), WSP-Mega. 20. Foden.

WM-Stand nach 16 von 28 Läufen: 1. E.Bax 344 Punkte. 2. Vanluchene 313. 3. Hermans 288. 4. Dierckens 241. 5. Sanders 229. 6. S.Brown 214. 7. Varik 189. 8. Giraud 185. 9. Compalati 161. 10. Van Werven 152. 17. Cuche 78. 19. Heinzer 45. 20. Peter 39. 24. Janecke 21. 31. T.Blank 18. 32. Reimann 13. 37. Pozzi 10. 48. H.Müller 3. 50. Engelbrecht 2.

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