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Motocross-WM

Katar-GP: Ein solches Rennen pro Jahr ist okay

Von - 04.03.2013-17:27

Der WM-Auftakt am Persischen Golf brachte einige Neuerungen mit sich. Ein Kommentar zum Austragungsort, Flutlicht, Superfinale und der kuriosen Siegerehrung.

Beim Grand Prix von Katar wurden gleich mehrere Neuerungen in der Motocross-WM eingeführt, Zeit für eine Nachbetrachtung. Zum einen ist das der erste GP in Katar an sich. Es trat das erwartbare Szenario ein, dass wir schon vom seit 2004 auf dem Losail Circuit ausgetragenen MotoGP-Rennen kennen: Organisation Top, Zuschaueraufmarsch Flop. Ich hätte am Renntag mühelos alle anwesenden Besucher rund um die Strecke per Handschlag begrüssen können. Die verkündete Zahl von 5000 war nichts weiter als ein schlechter Witz.

Der katarische Motorsportverband QMMF unter der Führung des umtriebigen Präsidenten Nasser Khalifa Al-Attiyah rannte mit der Idee des GP bei Promoter Youthstream und dem Weltverband FIM aber offene Türen ein. Das Emirat Katar unternimmt grosse Anstrengungen, um sich als Sport-Land zu etablieren. Die MX-WM war da ein willkommener Mosaikstein, den man sich ins Bild setzen konnte. Für ein Land, in dem ein Liter Benzin 0,20 Euro kostet und das 2022 mit der Fussball-WM einen gigantischen Event ausrichten wird, war das Erstellen einer MX-Strecke ein Klacks. Die Infrastruktur der MotoGP-Piste war schon vorhanden, das Flutlicht gab es noch obendrauf. Einfach nur, weil Al-Attiyah einen Meilenstein setzen wollte und wohl auch, um von der Zuschauerproblematik abzulenken.

Dass die Herren Funktionäre zur Abwechslung gerne mal in einem pompösen Fünfsterne-Hotel in Doha absteigen und sich zu edlen Gala-Dinnern einladen lassen statt – sagen wir, in Uddevalla die Nächte in einer Unterkunft aus den 70er Jahren zu verbringen, ist durchaus menschlich. Ich finde, ein Rennen wie Katar pro Jahr ohne Zuschauer geht in Ordnung. Wenn die Überseerennen schon sein müssen, dann lieber in Katar in der menschenleeren Wüste fahren als wie 2012 in Mexiko im Training feststellen zu müssen, dass die Strecke komplett unbrauchbar ist.

Flutlicht: Keine Stadionatmosphäre

Das Flutlicht wird zur Rückkehr 2014 verbessert. Die Lichtstärke war genügend, aber nicht umwerfend. An einigen Stellen bildeten sich Schatten. Ausserdem war die Position einiger Lampen nicht ideal, die Fahrer wurden beim Absprung geblendet. Mit der Ausleuchtung in einem Supercross-Stadion war es kein Vergleich, die springenden Fahrer wurden stets von ihrem eigenen Schatten begleitet. Das Flutlicht auf der MotoGP-Strecke, das jeden Abend im Bereich der langen Zielgeraden brannte, war um einiges gleissender als die Beleuchtung der MX-Strecke. Da gibt es Verbesserungsbedarf.

Die dritte Premiere betraf das neue Superfinale. Eines vorneweg: Ich bin froh, dass dieses Format nur bei den vier Überseerennen angewendet wird, in Europa wird wie bisher zwei Läufe pro Klasse gefahren. Gemischte Rennen machen nur Sinn, wenn für getrennte Rennen peinlich wenige Fahrer vor Ort sind. Das war in Katar nicht der Fall und wird es auch in Thailand nicht sein.

Weil pro Klasse nur 20 Piloten im Superfinale antreten dürfen, wird den Fahrern aus den hinteren Ranglistenregionen die Chance auf Punkte im zweiten Lauf verwehrt. So werden ausgerechnet jene Fahrer bestraft, die für die Überseerennen jeden Euro zusammenkratzen mussten, um überhaupt dabei zu sein.

Eine bessere Variante wäre ein Superfinale als Show-Event ohne Punktevergabe. Dann käme es auch eher zu den erhofften Zweikämpfen zwischen David und Goliath: Im aktuellen Format werden die MX2-Fahrer wie Jeffrey Herlings einen Teufel tun, sich in ein sinnloses Duell mit einem MX1-Piloten zu stürzen. Sie würden nur ihre eigenen WM-Punkte gefährden.

Kreative Art der Siegerehrung

Ein Ärgernis war die Siegerehrung. Diese bestand wegen der TV-Sender, die nur das Superfinale übertrugen, nur aus den Ehrungen für die besten Drei beider Klassen aus eben dem Superfinale. Wenn das schon sein muss, warum wird nicht einfach im Anschluss noch eine Siegerehrung für die beiden GP-Wertungen abgehalten? Wir möchten hören, wie Katar-GP-Sieger Clément Desalle in ein paar Jahrzehnten seinen Enkeln erklärt, warum sein hübscher Perlenmuschel-Pokal auf den zweiten statt den ersten Platz ausgestellt ist...
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