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Jännerrallye: Wagner deklassierte das übrige Feld

Von - 05.01.2019 20:42

Eine der schwierigsten Jännerrallyes fand mit dem 23-jährigen Sensationsmann Julian Wagner einen Sieger, er gewann seine erste Rallye im Skoda Fabia R5 mit über acht Minuten Vorsprung.

Im Mittelpunkt des heimischen Motorsportgeschehens stand an diesem Wochenende die bereits 34. Auflage der Lietz Sport Jännerrallye mit Start und Ziel in Freistadt. Erfreulich für das Veranstalterteam  des Rallyeclub Mühlviertel war der Umstand, dass es so wie im Jahre 2015 wieder eine echte Winterrallye mit heftig viel Schnee und Eis wurde. Man kann munkeln und mauscheln, wie man will. Was wäre gewesen, wäre Favorit Hermann Neubauer nicht bereits zu Beginn der Jännerrallye 2019 wegen eines unverschuldeten Unfalls mit einem Privat-Pkw ausgeschieden?

Hätte, wäre, könnte . . . Tatsache ist, ein Selbstläufer wäre der diesjährige Auftakt zur Rallye-Staatsmeisterschaft für den Champion 2016 ganz sicher nicht geworden. Dazu war die Performance, die die Brüder Julian und Simon Wagner an diesen zwei Tagen zeigten, einfach zu beeindruckend! Genauso beeindruckend übrigens, wie die Leistung aller Teams, die sich an eine der wohl schwierigsten Jännerrallyes ihrer 34-jährigen Geschichte heranwagten. Der Mix aus heftigen Schneefällen, schlechten Sichtverhältnissen, tückischen Verwehungen und glattestem Terrain war gleichsam Schmerz wie Spaß für jeden Piloten, der das Glück hatte, heuer in Freistadt dabei zu sein und im Endeffekt dabei zu bleiben. 19 von insgesamt 51 Startern gelang das nicht, sie schieden aus.

Dass Julian Wagner, der heuer zum ersten Mal mit einem Skoda Fabia R5 in der Klasse der stärksten Fahrzeuge mitfährt, am Ende aus der Reihe der besten Piloten Österreichs noch herausragte, war einerseits dem unglaublichen Talent des 23-jährigen Mauthauseners geschuldet, andererseits auch dem BRR-Team von Rekordmeister Raimund Baumschlager, der die Fähigkeiten des jungen Mannes schon länger beobachtet und ihn für die heurige Saison mit einem Skoda Fabia R5 ausgestattet hat. Julians fulminanter Vorsprung von über acht Minuten auf den letztendlich Zweitplatzierten Gerald Rigler bzw. über neun Minuten auf den Drittplatzierten Gerhard Aigner lässt sich eigentlich am besten von den drei selbst beantworten:

Julian Wagner: «Hier zu gewinnen, ist einfach nur ein Traum. Ich bin zum ersten Mal in einem Skoda Fabia R5 gesessen. Ich kann mich nur bei allen bedanken, die da mitgeholfen haben, meinen Sponsoren, den unglaublichen Fans entlang der Strecken und ganz speziell bei Raimund Baumschlager, dessen BRR-Team uns ein top vorbereitetes Auto zur Verfügung gestellt und der mich immer wieder mit den nötigen Tipps versorgt hat.»

Gerald Rigler: «Ich wäre eigentlich mit einem Top-5-Platz hochzufrieden gewesen. Aber Platz zwei ist natürlich unglaublich. Wir haben nach anfänglichen Schwierigkeiten super in die Rallye reingefunden. Ohne Fehler ist es nicht gegangen, aber offensichtlich oder zum Glück haben die anderen mehr gemacht als wir. Gratulation an Julian, diese Rallye mit so einem Vorsprung zu gewinnen – Hut ab! »

Gerhard Aigner: «Das war mit Sicherheit die schwierigste Rallye, die ich je bestritten habe, aber es war einfach geil. Julian kann man nur gratulieren, er ist gigantisch gefahren. Über den neuerlichen Podestplatz hier nach Rang zwei im Vorjahr bin ich sehr, sehr happy.»

Während der ehemalige 2WD-Staatsmeister (2017) Julian Wagner mit seiner deutschen Co-Pilotin Anne Katharina Stein also zu Recht über seinen ersten ORM-Sieg jubeln durfte, hatten neben Hermann Neubauer auch andere Hauptdarsteller weniger Glück. Simon Wagner, schon letztes Jahr praktisch als Sieger noch auf der letzten Etappe ausgeschieden, wurde auch heuer von der Technik seines Autos im Stich gelassen und musste auf dem Weg zu Platz zwei den Skoda Fabia auf SP 13 Bad Zell – Tragwein Aisttal mit einem Elektronikdefekt abstellen. Die 13 freilich wurde auch Vorjahrssieger Johannes Keferböck zum Verhängnis. Der Pregartner verlor nach einem Ausritt in den Schnee über 10 Minuten und damit seine Chance auf einen weiteren Podestplatz. Und Lokalmatador Ernst Haneder musste nach der Unglücksprüfung sogar vollends aufgeben. Und auch der Deutsche Routinier Hermann Gassner kam hier nicht ins Ziel. Besonders bitter – es war die insgesamt 500. Rallye in der unglaublichen Karriere des Bayern. Schon zuvor musste auf SP 9 in Unterweißenbach der letztjährige Sensations-Vierte Johann Seiberl nach einem Ausritt die Segel streichen.

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