Rallye

ADAC Eifel Rallye Festival 2018: Doppelter Einsatz

Von - 12.05.2018 09:24

Jochi Kleint: Rookie of the Year am Pikes Peak 1985, Stig Blomqvist und Timo Salonen: Zwei Weltmeister in Daun, ab sofort: Unterlagen vorab bestellen.

Die achte Ausgabe des ADAC Eifel Rallye Festival vom 19. bis 21. Juli 2018 verspricht schon jetzt wieder ein absolutes Highlight im Kalender aller Fans des historischen Motorsports zu werden. Mehr als 160 ausgewählte Zeitzeugen aus über 50 Jahren Rallye-Geschichte werden die Vulkaneifel zum Beben bringen. Von Donnerstag bis Samstagabend ist die Rallye-Meile in Daun aber auch ein weltweiter Treffpunkt aller, die an diesem Sport beteiligt sind und waren. Egal ob als Pilot, Techniker, Offizieller oder Fan. Der Finne Timo Salonen, Weltmeister von 1985, sagt: «Das ist hier immer wie ein Klassentreffen. Großartig, wie viele junge Leute sich für unsere Geschichten und Autos interessieren, obwohl sie damals noch gar nicht geboren waren.»

Mit viel Enthusiasmus bringen die Besitzer der originalen oder originalgetreu nachgebauten Sportgeräte ihre ‚Schätze' in die Eifel und zeigen sie dort, wo sich diese Boliden am wohlsten fühlen: In Aktion auf echten Rallye-Wertungsprüfungen. Ein rollendes Museum, das neben optischen auch akustische Hochgenüsse bietet. «Man kann diese großartigen Autos sehen, hören und auch riechen», beschreibt ein Fan seine Begeisterung.

Doppeltes Doppel und Doppelmotor

Das ‚Race to the Clouds' zum Pikes Peak als diesjähriges Spezialthema des Eifel Rallye Festivals bringt einige ‚Dopplungen' mit sich. Der zweifache Deutsche Rallye-Meister Harald Demuth pilotiert die beiden Siegerfahrzeuge von Audi Tradition: den Audi Sport Quattro, mit dem Michèle Mouton 1985 erfolgreich war, und das ‚Flügelmonster', jenen S1 Pikes Peak, den Walter Röhrl 1987 zum Sieg fuhr. Ein doppelter Einsatz steht auch Ex-Europameister Jochi Kleint bevor. Er pilotiert den VW Golf Bimotor, mit dem er 1985 und 1986 am ‚heiligen Berg' startete, ebenso wie seinen ‚Über-Golf' von 1987, den Volkswagen in die Eifel bringt. Dass der Doppel-Start von Kleint auf Doppelmotor-Golfs erfolgt, ist noch nicht das Ende aller ‚Dopplungen'. Wer Harald Demut ein zweites Mal in der Starterliste, die am 1. Juli veröffentlicht wird, entdeckt, sieht nicht doppelt: Er pilotiert auf den Prüfungen außerhalb der Festival-Parade einen von Klaus Herchenbach privat eingesetzten Nachbau eines Audi Sport Quattro S1 E2.

Hochkarätiger Mix von Fahrern und Fahrzeugen

Der Schwede Stig Blomqvist, Weltmeister von 1984, gehört wie viele andere inzwischen zum ‚Inventar' des Eifel Rallye Festivals. Er lässt sich die Ausgabe 2018 ebenso wenig entgehen wie Timo Salonen. Der Finne wird bei der Festival Parade einen Peugeot 205 T16 E2 pilotieren, einen Nachbau des Gruppe-B-Monsters, mit dem er 1985 Weltmeister wurde. Der Fahrzeugeigner Erich Müller bringt zudem noch einen Nachbau des Peugeot 205 T16 Pikes Peak in die Eifel, mit dem die Franzosen 1987 gegen Röhrl im Audi antraten. Für Ex-Europameister Jochi Kleint ist es bereits der dritte Festival-Start, die deutschen Rallye-Meister Harald Demuth und Matthias Kahle haben bislang keine Ausgabe verpasst. Im kleinen Skoda 130RS zaubert Kahle Drift-Winkel auf den Eifel-Asphalt, die vergessen lassen, dass dieser ‚Porsche des Ostens' nur über 130 PS verfügt. Der fünffache britische Meister Jimmy McRae im Vauxhall Chevette HSR, Safari-Legende Mike Kirkland im Nissan 240RS oder Niki Schelle im Suzuki Ignis S1600 sind nur einige der Piloten, auf die sich die Fans freuen dürfen.

Rund um Daun kommt es fast zu einer Vollversammlung der Pikes-Peak-Siegerfahrzeuge aus den 80ern des letzten Jahrhunderts. Den Siegerwagen von 1983 (John Buffum), einen Audi Quattro A2, bringt Wolf-Dieter Ihle an den Start. Den Audi Sport Quattro (1985, Michèle Mouton) und das Flügelmonster Audi S1 Pikes Peak (1987, Walter Röhrl) hat Audi Tradition beigesteuert. Das 87er Auto ist auf der gleichen Karosse die Weiterentwicklung des Siegerfahrzeuges von 1986 (Bobby Unser). Die Reihe der Siegerfahrzeuge komplettiert das französische Peugeot Museum. Sie bringen jenen originalen Peugeot 405 T16 Pikes Peak nach Daun, mit dem 1988 Ari Vatanen und 1989 Robby Unser am Pikes Peak gewonnen haben. Der Peugeot wird das ganze Wochenende in der Dauner Rallye-Meile ausgestellt

Jochi Kleint: Der Doppelmotor-Golf ist etwas ganz Besonderes

Sechs Motoren, drei Starts, zwei Autos und ein Fahrer - so lautet die Kurzbeschreibung für die drei Teilnahmen (1985-87) von VW am ‚Race to the Clouds' am Pikes Peak. Am einfachsten ist die Fahrerfrage aufzulösen: Ex-Europameister Jochi Kleint pilotierte die VW Golf, was die ‚Rabbit'-begeisterten Amerikaner fast aus dem Häuschen brachte. "Es war schon etwas ganz Besonderes, mit diesem Doppelmotor-Golf an den Start zu gehen", ist Kleint heute noch stolz auf seine drei Auftritte. Drei Starts mit zwei verschiedenen Autos, aber sechs Motoren? Der erste Doppel-Golf für das Rennen 1985 wurde von zwei 1,8-Liter Saugmotoren mit je rund 200 PS angetrieben. Damit das zweite Antriebsaggregat überhaupt in den ‚Kofferraum' passte und dort den notwendigen Halt fand, wurde im Heck eine zweite Vorderachse eingebaut. "Wir wurden auf Anhieb Dritte und ich wurde als ‚Rookie of the Year' ausgezeichnet", freute sich Kleint. Für 1986 wurden die Motoren gegen zwei turbobefeuerte 1,3-Liter-Polo-Aggregate ausgetauscht. Jetzt standen vorne wie hinten jeweils 250 Pferdestärken zur Verfügung und die Leistungsentfaltung in der Nähe des Gipfels blieb weitestgehend erhalten. Für 1987 wurde ein komplett neues Auto gebaut, Konstrukteur Kurt Bergmann erschuf den ‚Über-Golf'. Im Gitterrohrrahmen fanden zwei Vierventil-Turbo-Aggregate aus dem Golf GTI 16V Platz, die jeweils gut 326 PS ablieferten. Um die beiden Hewland-F2-Getriebe einsetzen zu können, wurden die Motoren längst eingebaut. Vierter im Training - allerdings mit nur einem Motor - und bei der Zwischenzeit zur Halbzeit des Rennens knapp vor dem späteren Sieger Walter Röhrl im Über-Quattro, eine Sensation bahnte sich an. Doch ein defekter Spurstangenkopf 200 Meter vor dem Ziel beendete die Fahrt. «Egal wie, es war alleine schon ein einmaliges Erlebnis, dreimal diesen Berg hinauf zu fahren. Und dreimal mit einem Bi-Motor-Golf, das ist ein absolutes Highlight», strahlt Kleint noch heute. «Ich werde allerdings beide Autos auf den Festival-Prüfungen schonen, damit diese unwiederbringlichen Originale erhalten bleiben.»

Das 86er-Auto, das mit anderen Motoren schon im Jahr davor am Start war, wird vom Stuttgarter Wolf-Dieter Ihle in die Eifel gebracht. Die Restaurierung läuft auf Hochtouren, die beiden Motoren werden die Karosse nach 32 Jahren erstmals wieder in Daun in Bewegung setzen. Das 87er-Auto bringt Volkswagen an den Start. Beim Festival gibt es dann die absolute Premiere: Noch nie waren die beiden ‚Doppel-Golf-Brüder' gemeinsam in Aktion zu sehen.

Ab sofort: Alle Unterlagen vorab bestellen

Wie gewohnt gibt es alle wichtigen Informationen zum Eifel Rallye Festival im umfangreichen Programmheft. Das Sammlerwerk beinhaltet ausführliche Beschreibungen der einzelnen Wertungsprüfungen, die ausgewiesenen Zuschauerpunkte, alle Übersichtskarten und die Teilnehmerlisten. Alle Fahrzeuge werden dabei in Wort und Bild vorgestellt.

Der Besuch der Rallye-Meile in Daun ist kostenlos, für den Besuch der Wertungsprüfungen gibt es verschiedene Tickets. Die Spanne reicht vom Einzelticket für den Shakedown am Donnerstag bis hin zum Wochenendticket für alle drei Festival-Tage.

Bis zum 6. Juli 2018 können Programmhefte und die Wochenendtickets im Rallye-Shop unter http://www.eifel-rallye-festival.de/Rallye-Shop.html bestellt werden. Auch der Versand ins EU-Ausland ist möglich. Am 12. Juli 2018 gehen die Unterlagen auf die Reise zu den Bestellern. Da bleibt genügend Zeit, sich umfassend auf den Festival-Besuch vorzubereiten.

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Der Doppelmotor VW Golf © Hahn Der Doppelmotor VW Golf Ex-Europameister Jochi Kleint © Hahn Ex-Europameister Jochi Kleint Timo Salonen im Peugeot 205 T16 © Hahn Timo Salonen im Peugeot 205 T16
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