Rundstrecke

Arnaud Friedrich: Ungarische Hitze und Reifenprobleme

Von - 03.07.2019 08:05

Der BMW-Pilot vom Team LRP Poland musste beim FIM Europe Superstock 1000 Cup mit stumpfen Waffen kämpfen. Den Pirelli-Reifen war es am Pannoniaring zu heiß. Verlust der Gesamtführung.

Mit zehn Punkten Vorsprung im Gesamtklassement reiste Arnaud Friedrich zu den Rennen 5 und 6 des FIM Europe Superstock 1000 Cup an den ungarischen Pannonia-Ring. Dass es auf dem 4.740 Meter langen Rundkurs, der vom Streckenbelag eher an eine Landstraße denn an eine Rennstrecke erinnert, schwer werden würde, die Führung in der Meisterschaft zu behaupten, war im Vorfeld schon abzusehen. Dass er aber mit stumpfen Waffen zu diesem Duell mit dem Schweden Christofer Bergman antreten musste, hatte man im Team LRP Poland definitiv nicht erwartet.

Bereits beim Start in das Rennwochenende zeigte sich, dass Arnaud Friedrich bei den schwierigen und heißen Bedingungen massive Probleme mit seinen Reifen bekommen sollte. Ein heftiger Abflug während des ersten Freien Trainings, der zum Glück ohne Verletzungen ausging, war für Team und Fahrer eine deutliche Warnung. Wie im Rest von Europa herrschten auch am Pannonia-Ring Temperaturen jenseits der 30 Grad, die Asphalttemperaturen bewegten sich deutlich oberhalb der 50 Grad.

«Meine Mitbewerber sind fast ausschließlich auf Dunlop unterwegs», resümierte der junge Fahrer vom Sachsenring nach den Trainings. «Die fahren einen 200er Hinterreifen, während ich als Pirelli-Fahrer nur auf einen 180er Supersportreifen zurückgreifen kann. Der ist nach zwei bis drei schnellen Runden unter diesen Bedingungen am Ende. Wir müssen nun schauen, wie wird das halbwegs in den Griff bekommen.»

Mit entsprechender Skepsis ging es so in das samstägliche Qualifying, welches Arnaud aber am Ende - mit viel Herzblut und 110% Einsatz - auf dem noch halbwegs versöhnlichen dritten Platz beenden konnte.

Im ersten Rennen konnte der Sachse seine Startposition mit einem perfekten Start nutzen und ging als Führender in die erste Kurve. Aber die Freude war nur kurz, denn bereits in der zweiten Kurve ging der Schwede Bergman an ihm vorbei und zog davon. In der zweiten Runde fiel er dann auf Platz 3 zurück und die Probleme sollten in der Folge nicht kleiner werden. 
«Das Team hat für das erste Rennen den Versuch gestartet, mit der weichsten Mischung von Pirelli zu fahren», so Friedrich nach dem Rennen. «Ich war zwar skeptisch, wir hatten allerdings auch nicht wirklich viel zu verlieren. Der Reifen hat dann aber - wie befürchtet - bereits nach zwei Runden derart abgebaut, dass ich froh war, ihn am Ende überhaupt über die Renndistanz bekommen zu haben. Meine Rundenzeiten waren über 2,5 Sekunden langsamer als im Qualifying und ich wurde von Konkurrenten überholt, die ich sonst locker im Griff habe. Am Ende muss ich mit dem fünften Platz wirklich noch zufrieden sein, denn es hätte noch viel schlechter ausgehen können.»

Da diese risikofreudige Taktik nicht aufgegangen war, wurde das zweite Rennen am Sonntag dann auf dem normalen Rennreifen in Angriff genommen. Der Start verlief nicht ganz so gut wie am Vortag, aber der BMW-Pilot konnte in den ersten Runden seinen dritten Platz zumindest halten. Zur Rennmitte setzten erneut die bekannten Grip-Probleme ein und Friedrich wurde zwischenzeitlich sogar bis auf Platz 6 zurückgereicht. Mit viel Engagement und etwas Glück konnte er am Ende aber als Vierter die Ziellinie überqueren und so die maximal mögliche Schadensbegrenzung betreiben.

«Das war, wenn wir ehrlich sind, ein Wochenende zum Vergessen. Ich muss das jetzt im Kopf abhaken und konzentriere mich voll auf das nächsten Rennen in drei Wochen in Oschersleben. Bei meinem Heimrennen hoffe ich, dass die äußeren Bedingungen uns und unseren Reifen mehr entgegen kommen und wir dort wieder um den Sieg mitkämpfen können», lautet Friedrichs Fazit.

Ergebnisse STK 1000 Cup/Pannoniaring

Qualifying / Startaufstellung

1. 1:54.416 Christofer Bergman (SWE, Yamaha)

2. 1:55.639 Marek Szkopek (POL, Yamaha)

3. 1:55.909 Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

Rennen 1

1. Christofer Bergman (SWE, Yamaha)

2. Kamil Krzemien (POL, Yamaha)

3. Michal Prášek (CZE, BMW)

5. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

Rennen 2

1. Christofer Bergman (SWE, Yamaha)

2. Kamil Krzemien (POL, Yamaha)

3. Michal Prášek (CZE, BMW)

4. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

Meisterschaftstand nach 6 von 12 Rennen

1. 125 Punkte Christofer Bergman (SWE, Yamaha)

2. 109 Punkte Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

3.   93 Punkte Kamil Krzemien (POL, Yamaha)

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