Superbike-WM

Jonathan Rea: Als Kind gemobbt und abgestochen

Von - 03.01.2018 10:09

Nach seinem dritten Gewinn der Superbike-WM in Folge erinnerte sich Jonathan Rea an die dunkelsten Stunden seiner Karriere. Der Kawasaki-Star entging nur knapp einer Katastrophe.

Seit 2015 fährt Jonathan Rea auf einer Welle des Erfolges. Drei Superbike-WM-Titel in Folge, 54 Laufsiege hat der Brite bereits eingefahren und dabei diverse Rekorde gebrochen. Dabei ist es ein Wunder, dass er dieses Level überhaupt erreichen konnte. Zu Beginn seiner Karriere musste Rea eine schwere Verletzung überstehen; Ärzte prophezeiten dem damals 17-Jährigen, dass er nie wieder Motorrad fahren würde.

«Das waren meine schwersten Stunden. Das war 2004 und mein Traum vom Rennen fahren hatte gerade erst begonnen», erzählte Rea dem Guardian. «Ich fuhr mit einer Supersport Honda und brach mir im sechsten Rennen den Oberschenkel. Es passierte auf einer Rennstrecke in Schottland. In der ersten Kurve versagte bei 160 km/h die Bremse und ich stürzte. Ich wurde nicht bewusstlos, aber ich wünschte es mir, weil es höllische Schmerzen waren. Der Arzt an der Rennstrecke sagte mir sofort, der Oberschenkel wäre gebrochen – ich fragte mich, woher er das wissen konnte. Später erzählte er mir, dass der Knochen aus dem Leder herausschaute.»

«Vier Operationen waren erforderlich, um den Bruch zu richten. Der Knochen wuchs nicht zusammen, die letzte Möglichkeit war die Knochentransplantation aus der Hüfte – es funktionierte. Vorher sagten mir die Ärzte, dass ich nie wieder Rennen fahren würde. Das gab mir jedes Mal neue Motivation. Diese Ärzte waren normale Patienten gewohnt. Sie haben nicht damit gerechnet, dass ich anders ticke. Natürlich war ich niedergeschlagen. Meine Familie hat mich aufgefangen und mein Trainer hat mich aufgebaut – nach acht Monaten saß ich wieder auf dem Motorrad.»

Übrigens: Auch die Kindheit von Rea in Nordirland war nicht einfach. «Ich wuchs behütet auf dem Land auf, aber ich wurde gemobbt. Das schlimmste war, dass ich auf dem Weg zum Schulbus mit einem Messer verletzt wurde», erzählte Rea mit ernster Stimme. «Vor ein paar Jahren habe ich den Übeltäter an der Tankstelle bei uns im Ort getroffen. Er grüßte mich und stapelte die Regale voll – und ich fuhr in der Weltmeisterschaft. Wir gingen beide aufs Gymnasium und ich dachte mir 'hier bist du also gelandet?' – ich schätze er ist nicht mehr dasselbe Arschloch wie damals.»

Adresse dieses Artikels:

© SPEEDWEEK.COM
SPEEDWEEK auf Google+
Druckansicht
Für Jonathan Rea lief es nicht immer leicht © Gold & Goose Für Jonathan Rea lief es nicht immer leicht
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

video

Superbike-WM

Superbike-WM 2019 Assen - Yamaha Preview mit Sandro Cortese

Speedweek auf Twitter Speedweek auf Facebook Der Speedweek RSS Feed

Thema der Woche

Von Günther Wiesinger

Valentino Rossi: Die Motorsport-Welt verneigt sich

Valentino Rossi (40) hat zwar den Sieg beim Argentinien-GP um 9,8 Sekunden verspielt. Aber sein GP-Debüt liegt 23 Jahre zurück. Der Motorrad-Gott hat seither 233 GP-Podestplätze und die Herzen unzähliger Fans erobert.

» weiterlesen

 

tv programm

car port

Fr. 19.04., 21:15, Hamburg 1


car port

Fr. 19.04., 23:45, Hamburg 1


Spotted

Sa. 20.04., 00:15, Motorvision TV


car port

Sa. 20.04., 00:45, Hamburg 1


Racing in the Green Hell

Sa. 20.04., 01:15, Motorvision TV


Racing Files

Sa. 20.04., 01:30, Motorvision TV


Racing Files

Sa. 20.04., 01:40, Motorvision TV


Formel 1

Sa. 20.04., 03:15, ORF Sport+


High Octane

Sa. 20.04., 05:10, Motorvision TV


car port

Sa. 20.04., 05:15, Hamburg 1


Zum TV Programm
13