Superbike-WM

Exklusiv: Was Aruba-Boss Cecconi mit Ducati plant

Von - 07.06.2018 15:13

Seit 2015 ist der IT-Anbieter Aruba Hauptsponsor des Ducati-Werksteams in der Superbike-WM. Firmenchef Stefano Cecconi ist seither auch Teamprinzipal und hat bei sämtlichen Entscheidungen ein gewichtiges Wort.

In der Saison 2018 startet das Ducati-Werksteam mit Chaz Davies und Marco Melandri, vor den Rennen in Brünn am kommenden Wochenende belegen sie die Gesamtränge 2 und 5. Der 22-jährige Italiener Michael Ruben Rinaldi kommt im eigenen Junior-Team zum Einsatz und pilotiert eine dritte Werks-Panigale.

Teamprinzipal Stefano Cecconi drängt sich nie in den Vordergrund, Interviews gibt der Chef des IT-Anbieters Aruba äußerst selten. SPEEDWEEK.com setzte sich mit dem Norditaliener zum Gespräch zusammen, um über die Zukunft des Aruba.it Ducati Teams zu sprechen.

Stefano, Gigi Dall’Igna, General Manager von Ducati Corse, sagte, dass er 2019 mit Davies und Melandri weitermachen möchte. Ist das auch dein Wunsch?

Ja, da sind wir uns einig. Mit ihren Leistungen und Erfahrungen sind sie die beste Wahl. In Brünn werden wir mit Alberto Vergani, dem Manager von Marco, reden, jetzt beginnen auch die Gespräche mit Chaz. Er bevorzugt es, in alle Gespräche eingebunden zu sein, Marco überlässt viel seinem Manager.

Sollte Tom Sykes nach neun Jahren Kawasaki verlassen, wird dort ein begehrter Platz frei. Bei Yamaha gibt es zwei interessante Plätze. Für den Fall, dass einer deiner Fahrer Ducati verlässt, wer steht dann auf deiner Liste?

Jetzt rede ich für mich und nicht für Ducati. Aruba und Ducati teilen sich das Team, wir müssen immer einen Konsens finden.

Sollte sich einer unserer Fahrer dazu entscheiden, seinen Vertrag nicht zu verlängern, ist Michael Rinaldi meine erste Wahl. Vorausgesetzt, er entwickelt sich so weiter wie bisher in diesem Jahr. Die Idee war von Anfang an, ihn früher oder später ins Werksteam zu transferieren.

Er holte einige gute Ergebnisse, ihm mangelt es aber an Erfahrung: Auf dem Superbike, im Nassen und auf Strecken, wo er mit der Superstock-Maschine Schwierigkeiten hatte. Er muss sich weiterentwickeln, Ende des Jahres wissen wir, wo er steht.

Michael ist eine Option. Bevor er uns verlässt müssen wir sehen, was wir ihm bieten können.

Um einen zweiten Topfahrer bemüht ihr euch nicht?

Es gibt viele Fahrer – zu viele gute Fahrer verglichen mit der Anzahl Motorräder. Es würde auch davon abhängen, welcher unserer Fahrer geht. Und was der neue Fahrer kostet. Wenn Chaz geht, haben wir mehr finanziellen Spielraum, wobei die zwei keine massiv unterschiedlichen Einkommen haben.

Priorität hat für uns, mit den jetzigen Fahrern zu verlängern. Zudem haben wir einen jungen Fahrer im Team, der bereit wäre.

Möglich ist, dass wir neben dem Werksteam auch weiterhin das dritte Motorrad im Junior-Team haben und Rinaldi dort weiterfährt. Oder Michael kommt ins Werksteam und wir lassen ein anderes Talent im Junior-Team fahren.

Mit dem Junior-Team verfolgst du Langzeitpläne?

Wir sahen keine Zukunft für die Superstock-1000-EM und haben deshalb unser Stock-Team zugesperrt. Alle im Paddock gehen davon aus, dass 2018 das letzte Jahr dieser Meisterschaft ist. Es hätte auch keinen Sinn für uns gemacht, weiter mit der Panigale zu fahren, wir haben ein neues Motorrad. Wobei es interessant wäre, die neue V4 in der Superstock-EM zu sehen.

Deshalb riefen wir das Junior-Team ins Leben, um so neue junge Fahrer aufzubauen.

Es besteht die Möglichkeit, dass ihr immer einen dritten Fahrer im Junior-Team ausrüstet, um so selbst für Nachwuchs im Werksteam zu sorgen?

Möglich sind auch zwei Fahrer im Junior-Team.

Das hängt davon ab, was mit dem Werksteam geschieht. Wenn wir dort zwei Topfahrer haben, dann wird es schwierig, das Budget für Michael Rinaldi und einen zweiten Fahrer im Junior-Team zu haben.

Mit einem Topfahrer und einem jungen Piloten im Werksteam, haben wir vielleicht das Budget für insgesamt vier Fahrer.

Unser Ziel ist, das bestmögliche Werksteam zu haben. Dann kümmern wir uns um den Rest.

Bei Red Bull Honda haben wir dieses Jahr gesehen, dass es ein großes Problem darstellt, wenn nur ein Topfahrer im Team ist und dieser verletzt ist.

Das ist ein Risiko, das stimmt.

Wir habe eine sehr gute Beziehung zu Marco und Chaz, ich glaube, dass sie mit dem Team glücklich sind. Vielleicht nicht mit den Ergebnissen, sie wollen natürlich jedes Rennen gewinnen.

Ich sehe keine Gründe, weshalb wir zu keiner Einigung kommen sollen.

Ist ein Fahrer in seinem Team glücklich, gibt es nur zwei Gründe zu wechseln: Ein anderer Hersteller hat ein schnelleres Motorrad oder er verdient woanders mehr Geld.

Hinter unserem neuen Motorrad steht ein Fragezeichen, dem Papier nach wird es eine Rakete. Aber es ist neu, Chaz und Marco haben es noch nicht getestet. Ducati wird sie auch nur testen lassen, wenn sie ihre Verträge verlängern.

Wenn wir uns mit Davies und Melandri einigen, wird es in den Diskussionen nur noch um das Junior-Team gehen. Vorstellbar ist, dass wir es die ganze Saison fahren lassen und nicht nur bei den Europa-Rennen.

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