Superbike-WM

Guandalini Yamaha kündigt Jezek – und behält das Geld

Von - 14.06.2018 11:55

Wegen fadenscheiniger Gründe hat das Superbike-WM-Team Guandalini Yamaha seinen Fahrer Ondrej Jezek entlassen. Der Tscheche hat eine stattliche Mitgift für die Saison 2018 abgeliefert, jetzt reden die Anwälte.

Die Bombe platzte nach Ondrej Jezeks Heimrennen vergangenes Wochenende in Brünn. «Am Montag bekam ich eine E-Mail, in der mein Press-Release von Imola von vor vier Wochen bemängelt wurde», erklärte der 29-Jährige. «Es hieß, dass es nicht stimmen würde, was ich über den gebrochenen Auspuff gesagt habe, und dass der Auspuff-Sponsor jetzt sauer wäre. Außerdem sagte Guandalini, dass er wahrscheinlich einen weiteren Sponsor verlieren würde und vielleicht nicht in Laguna Seca antreten kann. Am Montagabend bekam ich die schriftliche Kündigung.»

Guandalini Yamaha ist seit Jahren regelmäßig auf den letzten Plätzen zu finden, Teamchef Mirko Guandalini will die Schuld für das diesjährige Versagen Jezek in die Schuhe schieben.

Der Tscheche hat für diese Saison eine stattliche Mitgift abgeliefert, nach 14 von 26 Rennen steht er ohne Job da. Auf Phillip Island und in Imola hat er mit 15. Plätzen für die einzigen WM-Punkte gesorgt. «Ich versuche nun, einen Teil des Geldes zurück zu bekommen», erzählte er SPEEDWEEK.com. «Ich weiß nicht, ob ich etwas zurückbekomme. Als ich Guandalini fragte, sagte er nein. Als Begründung sagte er, dass er wegen mir Sponsoren verloren hätte. Ich habe 95 Prozent der vereinbarten Summe für dieses Jahr bereits bezahlt, er bekommt demnächst Post von meinem Rechtsanwalt. Wir werden ihm mitteilen, dass wir das Geld für die noch ausstehenden Rennen zurückhaben wollen. Mal sehen, wie er darauf reagiert.»

Ob das Team wegen Jezek tatsächlich einen oder mehrere Sponsoren verloren hat, ist zu diesem Zeitpunkt nicht feststellbar. Möglich ist auch, dass Teamchef Mirco Guandalini den Tschechen loswerden wollte, weil er glaubt, dass mit seiner Yamaha R1 bessere Resultate möglich sind.

«Vielleicht ist er nicht zufrieden mit mir, vielleicht ging ihm das Geld aus», überlegte Jezek. «Ich weiß es nicht und will mich entsprechend auch nicht dazu äußern. Ich glaube aber, dass die genannten Entlassungsgründe nicht die wahren sind.»

Zu Beginn der Saison war die Guandalini-Yamaha so schlecht vorbereitet, dass Jezek mehrere Trainings komplett verpasste, weil die Maschine nicht lief. Für beide Rennen in Aragón und Lauf 1 in Assen wurde «Ondra» disqualifiziert, weil das Team einen versiegelten Motor geöffnet hatte.

«Ab dem Europa-Auftakt war das Motorrad besser, uns waren aber alle zwei Schritte voraus, weil sie ab dem ersten Rennen vorbereitet waren», hielt der Fahrer aus Brünn fest. «Die letzten Rennen haben sich unsere Rundenzeiten deutlich verbessert, es war nicht so schlecht – vor allem in Donington. Was das betrifft, bin ich traurig. Auf einigen Strecken, wo Topspeed nicht so wichtig ist, konnten wir uns ordentlich schlagen. Das Motorrad war nicht perfekt, aber viel besser. Während des Tests in Australien und bei den ersten beiden Events war es verrückt. Damals hätte ich viel schlimmere Dinge sagen können, als ich tat. Für die ersten beiden Rennen hatten wir nicht das vollständige Elektronik-Paket. Danach war das Material okay, es lag nur an der Abstimmung.»

Den heutigen Tag verbringt Jezek mit Racing-4-Fun-Piloten auf der Strecke in Brünn, wie seine sportliche Zukunft aussieht, weiß er nicht: «Ich möchte die Sache mit Guandalini aus der Welt schaffen und einen anderen Platz finden. In welcher Meisterschaft ich fahren kann, hängt vom Angebot ab. Weil ich mein ganzes Geld Guandalini gegeben habe, kann ich keine Mitgift mitbringen. Ich habe die Dorna und Yamaha über die Vorkommnisse informiert.»

Wer Jezek bei Guandalini ersetzt, steht noch nicht fest.

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