Superbike-WM

Wie Eugene Laverty gleich zweimal ausgebootet wurde

Von - 06.09.2018 15:20

Neben Tom Sykes und Marco Melandri ist Eugene Laverty der erfolgreichste Superbike-Pilot, der für 2019 noch keinen Vertrag hat. Bei Kawasaki und Ducati fiel er durch den Rost, jetzt hofft er auf Honda oder Milwaukee.

Mit 13 Siegen und 35 Podestplätzen ist Eugene Laverty nach Jonathan Rea, Tom Sykes, Chaz Davies und Marco Melandri der fünftbeste aktive Superbike-Pilot. Trotzdem hat der Vizeweltmeister von 2013 noch keinen Job für nächstes Jahr. Im Kawasaki-Werksteam zog er gegen Leon Haslam den Kürzeren und Ducati gab Alvaro Bautista den Vorzug.

Für 2019 bleiben Laverty zwei erfolgversprechende Optionen: Red Bull Honda und das Milwaukee-Team von Shaun Muir (SMR), der noch nicht entschieden hat, ob es nächstes Jahr eine dritte Saison mit Aprilia weitergeht, oder ob er zu Ducati oder BMW wechselt.

SPEEDWEEK.com traf sich mit Laverty zum Interview.

Eugene, mit Red Bull Honda und SMR hast du noch zwei Möglichkeiten für nächstes Jahr?

Das ist richtig. Ich will auf dem bestmöglichen Motorrad sitzen, deshalb muss ich abwarten, was mein jetziges Team SMR für eine Maschine einsetzen wird.

Wäre es ein Vorteil, wenn SMR nach zwei schwierigen Jahren mit Aprilia zu Ducati wechselt?

Ich bin ein guter Entwicklungsfahrer und könnte das Motorrad verbessern. Wichtig ist, über wie viel Potenzial das Motorrad verfügt. Jedes Motorrad hat Vor- und Nachteile. So lange die Optionen nicht auf dem Tisch liegen, kann ich sie nicht abwiegen.

Hältst du es für möglich, dass du die Aprilia ohne zusätzliche Werksunterstützung noch deutlich verbessern kannst?

Nein, man braucht Werksunterstützung. An der Rennstrecke kannst du nur gewisse Arbeiten erledigen, viel Arbeit muss an der Basis geleistet werden. Wenn man kein Werksteam ist, lässt sich das nicht bewerkstelligen.

Aprilia-Rennchef Romano Albesiano sagte sehr deutlich, dass es 2019 kein Werksteam und auch nicht mehr Unterstützung geben wird.

Deshalb spricht Shaun Muir mit anderen Herstellern, er will gewinnen. Er hat in einem starken Feld die Britische Meisterschaft gewonnen und anschließend zweimal den Hersteller gewechselt. Er weiß, was es braucht, um Erfolg zu haben. Dass er an mich glaubt ist schön, er versucht das bestmögliche Motorrad zu bekommen.

Sollte er zu BMW wechseln: Was hältst du von der S1000RR?

Sie bringen ja auch ein neues Motorrad, alles wird davon abhängen, wie viel Unterstützung es von BMW gibt. Shaun Muir Racing ist ein gutes Team, du brauchst aber trotzdem den richtigen Rückhalt. Wir waren auch die letzten zwei Jahre ein starkes Team und kamen nicht auf die angestrebten Resultate.

Ich verstehe, dass du auf die Entscheidung von Shaun Muir wartest. Aber würde dir Honda jetzt einen unterschriftsreifen Vertrag vorlegen, würdest du die Gelegenheit ergreifen?

Ich bin nicht in dieser Position, also müssen wir nicht darüber reden.

Es würde stark davon abhängen, was sie mir anbieten und wie die Pläne von Honda für die Zukunft aussehen. Wo immer ich hingehe, möchte ich einen Zwei-Jahres-Vertrag. Jahresverträge sind Mist, weil sie in Wirklichkeit Sechs-Monats-Verträge sind, weil dann bereits die Gespräche für das nächste Jahr beginnen. Das schafft zu viel Druck für alle Seiten.

Ich möchte einen Zwei-Jahres-Vertrag mit Werksunterstützung und der Chance, das Motorrad mit zu entwickeln. Das brauchst du, wenn du in der Superbike-WM Erfolg haben willst.

Du hast intensiv mit den Werksteams von Ducati und Kawasaki verhandelt. Weshalb bist du nicht zum Zug gekommen?

Kawasaki hat lange mit van der Mark geredet, dass es letztlich Haslam wurde, war für alle eine Überraschung. Er verdient den Platz, er gehört in die Weltmeisterschaft, aber niemand hat mit seiner Verpflichtung gerechnet.

Nach seinem Sieg in Donington war van der Mark mein größter Rivale bei Kawasaki, da dachte ich mir, dass er sofort bei ihnen unterschreiben kann. Dann kam Haslam aus dem Nichts.

Mit Alvaro Bautista bei Ducati verhielt es sich gleich?

Ja. Ich wartete auf eine Antwort, man sagte mir, dass sie mit Melandri weitermachen wollen. Er musste sich entscheiden, wo er hingehen will. Als er sagte, dass er bei Ducati bleiben will, dachte ich, dass die Türe zu ist. Dann kam Bautista aus dem Nichts.

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