Superbike-WM

Seltenes Ereignis: Rea und Sykes sind einer Meinung

Von - 13.04.2019 21:39

Der überwiegende Teil der Superbike-WM-Piloten ist sich einig darin, dass die Absage des ersten Rennens am Samstag in Assen richtig und unausweichlich war. Nur zwei der Spitzenfahrer tanzen aus der Reihe.

Von blauem Himmel und Sonnenschein bis grauverhangen und Schneefall, erlebten wir am Samstag jegliches Wetter in Assen – bei 0 bis 6 Grad Celsius.

Als die Superbikes am Nachmittag mit Verspätung für Rennen 1 in der Startaufstellung standen, begann es zu schneien! Die Rennleitung wartete noch eine Weile, bis sie das Rennen letztlich absagte. Es wird am Sonntagmorgen nachgeholt, dafür fliegt das Sprintrennen aus dem Programm. Sofern das Wetter mitspielt, sehen wir am Sonntag um 11 und 14 Uhr zwei Rennen über die volle Distanz.

Zahlreiche Fahrer hatten bereits am Freitagabend angemerkt, dass es in Assen bei so tiefen Temperaturen unmöglich sei, im Nassen zu fahren. Im Trockenen boten die Pirelli-Reifen selbst bei Asphalttemperaturen knapp über null Grad erstaunlichen Grip.

Nach der Absage des Rennens fand sich deshalb auch kaum ein Fahrer, der traurig darüber war.

«Wir erlebten das Wetter von vier Saisons in einem Tag», meinte Eugene Laverty (Go Eleven Ducati). «In einem Moment schien die Sonne, im nächsten blies eiskalter Wind und es begann zu schneien. Für die Fans tut es mir leid, dass wir kein Rennen fahren konnten. Aber es ist die richtige Entscheidung, das Rennen zu verschieben.»

Polesetter Alvaro Bautista (Aruba Ducati) ergänzte: «Die Bedingungen waren nicht die besten, das Risiko war zu hoch.»

So sieht das auch Leon Camier (Moriwaki Honda): «Die Verschiebung ist 100-prozentig richtig. Am Morgen hatte es 4 Grad, der Asphalt war vielleicht ein Grad wärmer. Selbst im Trockenen war es haarig. Cortese hatte einen üblen Highsider im Qualifying und auch Kiyonari und Razgatlioglu stürzten.»

Marco Melandri (GRT Yamaha) formulierte es drastischer: «Bei diesen Temperaturen hätte ich auch im Trockenen nicht fahren können, unmöglich. Ich bin bereits in der Einführungsrunde zweimal fast gestürzt – und da war ich nicht mal schnell. Selbst wenn es trocken geblieben wäre, hätte die Strecke nicht abgetrocknet, weil es dafür zu kalt war. In der Kälte spürst du nicht, was der Reifen macht. Du hast Grip, dann ist er plötzlich weg und du stürzt. Du merkst zu spät, was los ist.»

Tom Sykes (BMW) sieht das ganz anders: «Wir hätten warten sollen, eine Tasse Tee trinken und dann Rennen fahren. Das größte Problem im Rennen wären die ersten drei Runden gewesen. Du fährst die Aufwärmrunde, dann stehst du in der Staraufstellung und die Reifen kühlen ab. Man kann jetzt viele Argumente vorbringen – Fahrer, die nicht den nötigen Speed hatten, tun sich leicht damit eine Absage zu verlangen.»

Für einmal ist Jonathan Rea, langjähriger Teamkollege von Sykes bei Kawasaki und nicht sein bester Freund, einer Meinung: «Sicher, das waren extreme Wetterbedingungen mit Graupel und Schnee. Aber ich denke auch an all die Fans, die gekommen sind und kein Rennen sahen. Die Streckentemperatur war in einem Bereich, in der man es im Nassen zumindest hätte versuchen können.»

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Dorna-Manager Gregorio Lavilla (li.) mit Weltmeister Jonathan Rea © Gold & Goose Dorna-Manager Gregorio Lavilla (li.) mit Weltmeister Jonathan Rea Tom Sykes (re.) mit BMW-Rennchef Marc Bongers © Gold & Goose Tom Sykes (re.) mit BMW-Rennchef Marc Bongers Polesetter Alvaro Bautista © Gold & Goose Polesetter Alvaro Bautista
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