Speedway-GP

Krsko: Patryk Dudek siegt – Drama um Tai Woffinden

Von - 09.09.2018 10:19

Patryk Dudek war der große Triumphator beim Speedway Grand Prix in Krsko/Slowenien. Um WM-Spitzenreiter Tai Woffinden gab es ein großes Drama, bei dem Referee Artur Kusmierz im Mittelpunkt stand.

Regenfälle hatten die Veranstalter dazu gezwungen, das Training am Tag vor dem Speedway Grand Prix in Krsko/Slowenien abzusagen. Auch in den ersten Läufen zeigte sich, dass die Bahn noch nicht im perfekten Zustand war. Weiterer Wehmutstropfen war zudem, dass Lokalmatador Matej Zagar sich nach einem Sturz in der polnischen Liga abmelden musste und seinen Heim- GP verpasste.

Für ihn kam Niels-Kristian Iversen ins Feld, der 2019 wieder fest im GP-Feld sein wird. Der Däne holte fünf Punkte und blieb unauffällig.

Die Top 8 des Tages kristallisierte sich bereits relativ früh heraus und gerade die Australier Jason Doyle und Chris Holder zeigten sich nach bislang durchwachsenen Grands Prix für beide erstarkt und führten zwischenzeitlich sogar die Punktewertung an.

Dann folgte das Drama und die Kontroverse um Tai Woffinden, bei dem der polnische Referee mit kleinlichster Regelauslegung im Mittelpunkt stand.

Heat 16 erhitzte die Gemüter: Mit Tai Woffinden, Bartosz Zmarzlik, Greg Hancock und Maciej Janowski standen die Top-Leute am Band. Tai Woffinden stand mit nur vier Punkten aus drei Läufen gewaltig unter Druck und brauchte einen guten Lauf um im Rennen um die Plätze unter den Top 8 zu bleiben.

Nach einer unruhigen Vorbereitungsphase zum Start schaltete der Referee Artur Kusmierz aus Polen das rote Abbruchlicht statt der grünen Startphase ein und disqualifizierte völlig überraschend WM-Spitzenreiter Tai Woffinden. Nach Ansicht des Schiedsrichters war Woffinden bei Ablauf der Zwei-Minuten Regel, in der die Fahrer zum Start bereit sein müssen, nicht am Startband, wie Race-Director Phil Morris bestätigte.

Tai Woffindens direkter Konkurrent im Kampf um den WM-Titel, Bartosz Zmarzlik, zog förmlich in letzter Sekunde vor Ablauf der 2-Minuten Frist ans Startband und Woffinden folgte ihm unmittelbar. «Extrem frustrierend, wenn man im Kampf um den WM-Titel so behandelt wird», waren Woffindens Worte nach der umstrittenen Disqualifikation.

Für Woffinden war nach einem weiteren dritten Platz in seinem letzten Lauf der Rennabend beendet und der Brite büßte dadurch sieben Punkte seines Vorsprungs in der Gesamtwertung ein. Bartosz Zmarzlik als sein härtester Verfolger kam mit elf Punkten ins Halbfinale, fand dort dann aber keinen Weg an Greg Hancock vorbei und verpasste das Finale. Woffinden hat vor den beiden letzten Grands Prix in Teterow und Thorn neun Punkte Vorsprung auf Zmarzlik.

Das Finale war dann eine klare Angelegenheit von Patryk Dudek, der schon beim letzten Grand Prix in Landsberg drauf und dran war den Grand Prix zu gewinnen. Vom Start weg zog Dudek der Konkurrenz auf und davon und fuhr unaufhaltsam zum Sieg. Zweiter wurde Jason Doyle vor dem US-Amerikaner Greg Hancock.

Während Hancock nach einer erneut guten Performance im Kampf um eine WM-Medaille bleibt, konnte Doyle mit 17 Punkten die meisten Punkte des Tages einfahren. Mit seiner starken Punktausbeute machte Doyle in der Gesamtwertung Boden gut und schaffte den Sprung in die Top 8, die einen Verbleib im Grand Prix für 2019 ermöglicht.

Der nächste GP findet am 23. September in Teterow statt. Dort wird Kai Huckenbeck als Wildcard Fahrer die deutschen Farben vertreten.

Ergebnis Speedway Grand Prix Krsko/Slowenien:

1. Patryk Dudek (PL), 16 Punkte
2. Jason Doyle (AUS), 17
3. Greg Hancock (USA), 15
4. Fredrik Lindgren (S), 13
5.Bartosz Zmarzlik (PL), 12
6. Maciej Janowski (PL), 10
7. Chris Holder (AUS), 10
8. Martin Vaculuk (SK), 9
9. Artiom Laguta (RUS), 7
10. Nicki Pedersen (DK), 7
11. Emil Sayfutdinov (RUS), 5
12. Niels Kristian Iversen (DK), 5
13. Craig Cook (GB), 5
14. Tai Woffinden (GB), 5
15. Przemyslaw Pawlicki (PL), 2
16. Matic Ivacic (SLO), 0
17. Nick Skorja (SLO), 0
18. Dennis Stojs (SLO), NS

WM-Stand nach 8 von 10 Grands Prix:

1. Tai Woffinden (GB), 108 Punkte
2. Bartosz Zmarzlik (PL), 99
3. Maciej Janowski (PL), 89
4. Fredrik Lindgren (S), 89
5. Patryk Dudek (PL), 84
6. Greg Hancock (USA), 81
7. Artiom Laguta (RUS), 73
8. Jason Doyle (AUS), 70
9. Emil Sayfutdinov (RUS), 70
10. Matej Zagar (SLO), 61
11. Nicki Pedersen (DK), 59
12. Chris Holder (AUS), 53
13. Martin Vaculik (SK), 44
14. Przemyslaw Pawlicki (PL), 32
15. Craig Cook (GB), 30
16. Niels Kristian Iversen (DK), 14

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