Speedway-U21-Team-WM

Neil Vatcher: «Jeder will Tai Woffinden nacheifern»

Von - 04.05.2019 08:22

Neil Vatcher zeichnet sich in Großbritannien für den Speedway-Nachwuchs verantwortlich. Der Brite betreut seit 2010 die Talente, «Robert Lambert ist der erste große Erfolg aus dieser Arbeit», sagt er.

Bei den Ländervergleichen in Herxheim und Neustadt/Donau waren auch die Briten mit einer Mannschaft dabei. Auch wenn beides Mal nur der letzte Platz heraussprang, sammelten die Fahrer wichtige internationale Erfahrung, wie Teammanager Neil Vatcher betont. SPEEDWEEK.com bat ihn zum Interview.

Neil, wie wichtig sind die Ländervergleiche und offenen Rennen für die jungen Briten?

Wir haben lange darum geworben, dass unsere jungen Fahrer in Europa fahren können. Sie fahren in England jede Woche, aber nach Deutschland zu kommen und an unterschiedlichen Orten zu fahren, ist eine wichtige Erfahrung für sie. Sie lernen in diesen Rennen enorm viel auf den unterschiedlichen Bahnen und im Duell mit den europäischen Fahrern. Wir wollen so viele Rennen wie möglich in Europa absolvieren und den Weg fortsetzen. Wir haben viele starke junge Fahrer, die sich gut entwickeln. Der nächste Schritt für sie ist, in Europa Rennen zu fahren.

2018 gewann das britische Team beim U21-Team-WM-Finale die Bronzemedaille. Ein lang ersehnter Erfolg?

Ja sicher. Ich kam 2010 in diesen Job und wir haben lange auf diese Erfolge hingearbeitet. Wir waren in diesen Jahren in verschiedenen Ländern und die Erfolge kamen nicht so schnell wie erhofft. 2017 war eine große Enttäuschung beim Finale in Polen, da wir uns da schon eine Medaille ausgerechnet hatten. Wir haben daraus gelernt und hatten ein gutes Halbfinale in Glasgow, das wir gewonnen haben. Dieses gute Gefühl haben wir mit ins Finale nach Dänemark genommen und haben dann unsere erste Medaille seit 2007 gewonnen.

2019 findet das Finale in Manchester statt: Wieder mit dem Ziel eine Medaille zu holen?

Dieses Jahr sind wir zuhause in Belle Vue in Manchester und bereiten uns gut darauf vor. Wir glauben, dass wir ein starkes Team mit Robert Lambert, Dan Bewley, Zach Waijtknecht und möglicherweise einem der Jungs, die in Deutschland dabei waren, haben. Es entwickelt sich positiv im britischen Speedway-Sport, wir hoffen auf eine gute Saison.

Wie wichtig ist Tai Woffinden als Weltmeister und Aushängeschild für die Nachwuchsarbeit?

Im Junioren- und Seniorenbereich entwickelt sich der Speedway-Sport in Großbritannien mit den Erfolgen von Tai und dem Vizetitel im Speedway der Nationen. Jeder will Tai Woffinden nacheifern, Robert Lambert entwickelt sich als Erster dahin. Lambert wird als erste Grand-Prix-Reserve bestimmt einige Erfahrungen sammeln. Tai ist ein gutes Beispiel, was die jungen Fahrer erreichen können.

Wie wichtig ist es, dass die jungen Briten gegen starke Ausländer in den heimischen Ligen fahren?

Es ist wichtig, gute Fahrer in die britische Liga zu holen, damit sich unsere Jungen mit ihnen vergleichen und messen können. Erik Riss ist ein gutes Beispiel. Er kommt nach England und fährt Woche für Woche viele Punkte, so sehen unserer Jungs, auf welchem Level sie fahren müssen.

Was für ein Gefühl war es für dich persönlich, eine WM-Medaille zu gewinnen? Ein Lohn für die jahrelangen Mühen?

Absolut. Das Gefühl, in Dänemark im vergangenen Jahr auf dem Podium zu stehen, war unglaublich. Eine Medaille zu gewinnen war fantastisch, bringt aber auch mehr Druck für unser Team mit sich. Im Finale dieses Jahr werden voraussichtlich auch die Dänen und Polen dabei sein, was das Rennen sehr hart macht. Wenn wir erneut eine Medaille holen und den Erfolg bestätigen können, wäre das ein großer Erfolg. Wir wollen den eingeschlagenen Weg fortsetzen, die Fahrer weiterentwickeln und in den nächsten fünf Jahren die Goldmedaille gewinnen.

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