Speedway-WM

Challenge-Skandal: FIM boykottiert Kai Huckenbeck

Von - 06.06.2018 20:41

Der DMSB hat alles unternommen, damit Kai Huckenbeck die Wildcard für den Speedway-GP-Challenge am 28. Juli in Landshut erhält. Erstmals hat die FIM den Vorschlag eines nationalen Verbands abgelehnt.

Seit Tagen macht das Gerücht die Runde, Kai Huckenbeck würde die DMSB-Wildcard für den GP-Challenge am 28. Juli in Landshut entzogen. In Wirklichkeit wurde der Start des 25-Jährigen aus Werlte von der FIM nie bestätigt.

Am 5. März veröffentlichte der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) die Fahrereinteilung für die Speedway-Prädikatsläufe 2018. Kai Huckenbeck erhielt keinen Platz in der Qualifikation der Speedway-Weltmeisterschaft, wurde aufgrund seiner starken Leistungen vom DMSB aber für die Wildcard beim GP-Challenge in Landshut am 28. Juli vorgesehen. Dort kommen neben zwölf Fahrern aus vier Qualifikationsrunden drei Wildcards zum Einsatz, die der Motorrad-Weltverband FIM vergibt. Der letzte Platz ist der nationalen Föderation vorbehalten, in diesem Fall dem DMSB.

Ende Mai der Schock: Die FIM teilte dem DMSB mit, dass Huckenbeck als Wildcard abgelehnt wurde und diese stattdessen Martin Smolinski erhält.

Ein einmaliger Vorgang, noch nie hat sich die FIM über den Wunsch der nationalen Föderation hinweggesetzt.

Der DMSB protestierte heftig und wiederholt und forderte eine Erklärung von der FIM. Im FIM-Bahnausschuss CCP kam das Thema noch einmal auf den Tisch, an der Entscheidung änderte sich nichts: Smolinski erhält statt Huckenbeck die Wildcard.

CCP-Präsident Armando Castagna teilte dem DMSB am 29. Mai schriftlich mit, dass das CCP-Büro «nach Prüfung der Regeln die Wildcard der nationalen Föderation an Martin Smolinski vergibt.»

«Tatsächlich ist die FIM unserem Vorschlag für die Benennung eines Wildcard-Fahrers nicht gefolgt», erklärte DMSB-Pressesprecher Michael Kramp gegenüber SPEEDWEEK.com. «Dies ist mit Blick auf die Vorjahre sicher ungewöhnlich. Wir hatten fristgerecht und unter Beachtung aller notwendigen Formalien Kai Huckenbeck als deutschen Wildcard-Fahrer für die Speedway-GP-Challenge in Landshut nominiert. Stattdessen wurde Martin Smolinski, der in der Qualifikation tatsächlich ja nur knapp gescheitert war, von der FIM mit einer Wildcard bedacht. Zu den Gründen wollen Sie sich bitte an die FIM wenden. Die FIM muss ihre Wildcard-Auswahl uns als Verband gegenüber nicht begründen, daher haben wir dazu leider auch keine weiteren Informationen.»

CCP-Präsident Castagna teilte SPEEDWEEK.com am 5. Juni 2018 schriftlich mit: «Das Büro prüft die Sachlage. Ich kann bestätigen, dass es eine Diskussion gibt, ob Smolinski oder Huckenbeck die Wildcard bekommt. Wir warten auch darauf, dass uns der DMSB die beiden Namen der Bahnreserven mitteilt. Erst dann können wir die Startaufstellung veröffentlichen.»

Der Italiener hat dem DMSB aber bereits am 29. Mai 2018 schriftlich mitgeteilt, dass Huckenbeck abgelehnt und Smolinski nominiert ist. Der diesbezügliche Schriftverkehr liegt SPEEDWEEK.com vor.

Christian Froschauer, Vorsitzender des Fachausschusses Bahnsport im DMSB, teilte die Entscheidung Huckenbeck am Telefon mit, der ehemalige Deutsche Meister war sprachlos und schockiert.

Smolinski bewarb sich um FIM-Wildcard

Sportlich hat sich als einziger Deutscher Kevin Wölbert als Dritter in der Qualifikationsrunde in Lonigo für den Challenge qualifiziert.

Martin Smolinski schied als Sechster in der Qualirunde in Abensberg aus. Weil der Bayer fest davon ausging, dass Kai Huckenbeck die DMSB-Wildcard in Landshut erhält, bewarb er sich um eine der drei FIM-Wildcards für dieses Rennen.

«Der Fachausschuss Bahnsport vom DSMB hat einen Antrag bei der FIM gestellt, wofür ich mich bedanken möchte», bestätige Smolinski an Fronleichnam gegenüber SPEEDWEEK.com. «Jetzt liegt es an der FIM, was sie machen. Es wird immer viel geredet. Ich habe mich schon auch gefragt, weshalb ich Speedway of Nations in Teterow fahre und kein Kevin Wölbert. Und weshalb sie mir den Huckenbeck in Landshut vor die Nase setzen. Ich meckere nicht darüber, das ist akzeptiert. Die Offiziellen haben ihren Grund, weshalb sie das machen, dafür gibt es einen Fachausschuss. Jetzt hoffe ich auf gute Leute bei der FIM, die sagen, dass sie den Smolinski gerne wieder im Grand Prix sehen würden, weil er ein cooler Typ ist. Mit meinem Fanrückhalt – die deutschen Flaggen fehlen im Speedway-GP.»

Folgende zwölf Fahrer haben sich für Landshut qualifiziert:

Craig Cook (GB)
Hans Andersen (DK)
Max Fricke (AUS)

Kenneth Bjerre (DK)
David Bellego (F)
Kevin Wölbert (D)

Krzysztof Kasprzak (PL)
Jack Holder (AUS)
Niels-Kristian Iversen (DK)

Matej Zagar (SLO)
Antonio Lindbäck (S)
Janusz Kolodziej (PL)

Experten gehen davon aus, dass der verletzte GP-Fahrer Martin Vaculik eine der drei FIM-Wildcards erhält. Auch dem Engländer Robert Lambert und dem Tschechen Vaclav Milik werden gute Chancen ausgerechnet.

Da drei Dänen und zwei Polen und zwei Australier qualifiziert sind, drängen sich keine weiteren Fahrer aus diesen Ländern auf. Ebenso wenig wie ein dritter Deutscher, mit Wölbert und der DMSB-Wildcard sind bereits zwei dabei.

Den FIM-Funktionären dämmerte wohl, dass sie Smolinski gerne dabei hätten, sie wollen ihm aber keine der drei eigenen Wildcards geben. Also wurde entschieden, sich über den DMSB hinwegzusetzen und auch die Wildcard der nationalen Föderation selbst zu besetzen. Ein Unikum, jedoch konform zu den Regeln.

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Der DMSB nominierte Kai Huckenbeck © Pabijan Der DMSB nominierte Kai Huckenbeck Kai Huckenbeck (li.) und Martin Smolinski © Pabijan Kai Huckenbeck (li.) und Martin Smolinski
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