Supersport-WM

Sensation: Kenan Sofuoglu plant sein WM-Comeback

Von - 15.03.2019 09:05

Nach einem knappen Jahr als Abgeordneter im türkischen Parlament ist bei Kenan Sofuoglu Politikverdrossenheit zu spüren. «Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich kein Ziel», sagt der Supersport-Rekordweltmeister.

Nach mehreren schweren Verletzungen erklärte der fünffache Weltmeister Kenan Sofuoglu am 13. Mai 2018 in Imola im Alter von 33 Jahren seinen Rücktritt. Als Begründung nannte er damals aber nicht etwa seinen körperlichen Zustand, sondern den Umstand, dass ihn der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan darum gebeten hat.

Seit den Wahlen im Juni 2018 sitzt Sofuoglu als Abgeordneter der Erdogan-Partei im türkischen Parlament, erfüllen tut ihn die neue Aufgabe bis heute nicht.

«Ich habe eben erst mit Manuel Puccetti darüber gesprochen, dass ich in Imola mit Wildcard antreten will», verriet Sofuoglu SPEEDWEEK.com im Fahrerlager von Buriram. «Imola ist das Heimrennen von Puccetti Kawasaki, dort sind viele Fans und Sponsoren des Teams und ich mag die Strecke sehr. Ich möchte im Design von Topraks Motorrad antreten.»

Toprak Razgatlioglu hat in der Superbike-WM die Türkische Motorrad-Föderation als Hauptsponsor, Bahattin Sofuoglu in der Supersport-300-WM ebenso, beide fahren für das Kawasaki-Team des umtriebigen Manuel Puccetti.

«Wenn Kawasaki zustimmt, möchte ich diesen Wildcard-Einsatz machen», unterstrich Kenan. «Ich habe dem Team auch gesagt, dass ich einspringen kann, falls einer ihrer Fahrer an einem Freitag oder Samstag stürzt und nicht mehr fahren kann. Offiziell bin ich zurückgetreten – aber ich brauche Ziele in meinem Leben. Momentan habe ich keine. Ich brauche einen Antrieb, um meinen Körper fit zu halten und motiviert zu bleiben. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich ohne ein Ziel. Ich erledige meinen Job in der Politik, kann aber nicht sagen, dass ich ihn genieße.»

Der 34-Jährige weiter: «Körperlich bin ich in einem Zustand, dass ich nach wie vor gute Leistungen im Rennsport bringen kann. Ich habe den Rennsport zu schnell aufgegeben und fand mich anschließend in der Politik wieder. Jeder erzählte mir damals, dass ich die Politik nach einigen Monaten mögen würde, aber ich mag sie bis heute nicht – nach fast einem Jahr. Mein Leben hat sich durch die Politik sehr verändert, ich bin sehr eingespannt. Wenn ich bei der Arbeit bin, fehlt mir der Rennsport nicht. Aber wenn ich an die Rennstrecke komme, dann will ich unbedingt wieder Motorrad fahren. Als ich am Donnerstag in Buriram ankam, meinte ich zu Manuel Puccetti, dass es kein Problem sein sollte, wenn ich einmal mit Wildcard antrete. Ich glaube nicht, dass sich mein Präsident darüber beschwert, das hoffe ich zumindest. Dann könnte ich ihm immerhin sagen, dass ich im Design der Türkischen Föderation fahren möchte. Der Plan ist aber noch nicht 100-prozentig sicher, wir reden darüber. Ich sagte Puccetti, dass er sich darauf einrichten soll. Ich sorge dafür, dass ich dann auch bereit bin. Es ist nicht mehr lange bis Imola Mitte Mai. Drei oder vier Wochen vorher werden wir entscheiden, ob wir es machen.»

Kenan Sofuoglu ist der erfolgreichste Supersport-Fahrer seit der Gründung der Weltmeisterschaft 1999. Der Türke gewann 5 Titel, 43 Rennen, stand 85 Mal auf dem Podest und 34 Mal auf Pole-Position. Außerdem drehte er 31 Mal die schnellste Rennrunde und eroberte 2429 WM-Punkte.

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