Supersport-WM

Oberösterreicher Thomas Gradinger brach den Fluch

Von - 14.04.2019 14:58

Seit 1999 gibt es die Supersport-Weltmeisterschaft, bis zum Rennen in Assen am heutigen Sonntag schaffte es kein Österreicher aufs Podium. Thomas Gradinger aus dem Team Kallio Yamaha schildert, wie er das änderte.

Mit drei vierten Plätzen war Thomas Gradinger bereits vor seinem Podestplatz in Assen der erfolgreichste Supersport-Fahrer Österreichs.

Robert Ulm fuhr 1998 auf dem Nürburgring mit einer Yamaha ebenfalls auf Platz 4, damals hatte die Klasse aber noch keinen WM-Status.

2006 brachte Christian Zaiser seine Ducati 749R auf dem Lausitzring auf Platz 7 und David Linortner gelang 2012 für Gerin SKM Yamaha auf dem Nürburgring Platz 8.

Die Erfolge der Österreicher in dieser Klasse sind überschaubar – dank Gradinger werden sie stetig mehr. 

«Mein Start war richtig mies, aber ich konnte spät bremsen und mich gleich vorne etablieren», erzählte der 22-Jährige. «Ich konnte gut mitfahren und habe mich auf dem Bike wohlgefühlt, das Team hat einen guten Job gemacht. Wir wussten nach den Trainings, dass wir vorne mitfahren können. Dass es dann aber ein Podestplatz wurde überrascht mich, weil Assen nicht gerade meine Lieblingsstrecke ist.»

Seit dem zweiten Rennen in Thailand fährst du auf dem Niveau der Besten. Wie ist dir der finale Schritt aufs Podium letztlich gelungen? «Ich glaube, das liegt an der Zusammenarbeit mit dem Team», meint der Kallio-Yamaha-Pilot. «Wenn du vorne mitfahren kannst, ohne gestresst zu sein und nicht überpushen musst, dann lernst du viel mehr von der Spitze, wie du das Bike fahren musst. Ich kann auch die Daten von Cortese vom letzten Jahr einsehen und habe dadurch einiges dazugelernt. Hinzu kommt, dass ich viel Spaß beim Fahren habe – ich glaube, das macht es letztlich aus.»

Gradinger kam 0,223 sec hinter Sieger Federico Caricasulo aus dem Team Bardahl Evan Bros Yamaha und dessen Teamkollege Randy Krummenacher ins Ziel und verbesserte sich mit nun 40 Punkten auf WM-Rang 4.

Was fehlt jetzt noch zum Sieg? «Ich kann vorne mitfahren, mir geht aber das letzte Quäntchen Selbstvertrauen ab, damit ich dann reinsteche, wenn es drauf ankommt», analysierte der Youngster aus St. Marienkirchen. «In Assen ist es nicht einfach zu überholen, weil das ein schneller und flüssiger Kurs ist. Jetzt bin ich mal glücklich über den dritten Platz, das andere ergibt sich von selbst. Es ist schön, dass ich den Podestplatz geschafft habe, Österreich ist überhaupt keine Motorsportnation. Das ist bei uns eine Randsportart, die von fast niemandem unterstützt wird. Ich muss mal ein großes Dankeschön an die Firmen loswerden, die mich unterstützen. Es ist einfach cool, dass wir international wenigstens einen erfolgreichen Österreicher haben.»

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