Supersport-WM

Mit betäubter großer Zehe: Wieso Krummi Zweiter wurde

Von - 08.09.2019 15:00

«Ich machte einen großen Fehler und ließ Federico Caricasulo vorbei», sagte Randy Krummenacher über seinen Evan-Bros-Yamaha-Teamkollegen, der das Supersport-WM-Rennen in Portimao nach Abbruch gewann.

Weil die kaputte MV Agusta von Raffaele De Rosa in der 13. Runde Öl auf der Berg-und-Tal-Strecke in Portimao versprühte, wurde das Rennen abgebrochen. Das Reglement sieht in einem solchen Fall nicht mehr wie früher vor, dass die Zieldurchfahrt der vorherigen Runde maßgeblich ist, sondern es zählt die letzte Sektorenzeit, bei welcher der Abbruchverursacher noch im Rennen war. So wird sichergestellt, dass das Rennergebnis der Realität zum Abbruchzeitpunkt möglichst nahe kommt.

Zu diesem Zeitpunkt lag Federico Caricasulo aus dem Team Bardahl Evan Bros Yamaha vorne. Die Rennleitung wertete ihn entsprechend als Sieger, seinen Kollegen Randy Krummenacher als Zeiten und Ex-Weltmeister Lucas Mahias aus dem Team Kawasaki Puccetti wurde Dritter.

«Ich habe im Rennen einen sehr dummen Fehler gemacht und wollte nicht mehr führen», sagte Krummi nach Platz 2. «Die zwei oder drei Zehntelsekunden, die ich pro Runde herausfuhr, waren zu wenig, um weg zu fahren. Auf der Geraden kamen sie im Windschatten immer wieder heran. Deshalb habe ich Federico vorbeigelassen und wollte in der letzten Runde attackieren.»

Soweit kam es nicht, die Enttäuschung des Schweizers hält sich aber in Grenzen: «Mit dem zweiten Platz habe ich das Wochenende gerettet, es lief alles andere als einfach. Wichtig für mich ist, dass ich gemerkt habe, dass ich mehr als alle anderen in petto hatte. Mit der Zuversicht kann ich nach Magny-Cours gehen.»

Krummenacher hat den Stiefel ausgezogen, als sich SPEEDWEEK.com mit ihm trifft. Bei seinem Sturz im ersten freien Training am Freitag hat er die große Zehe links schlimm zugerichtet. Weil das der Fuß ist mit dem man schaltet, ließ er sich die Zehe fürs Rennen taub spritzen.

«Es drückt und hat angefangen zu schmerzen, die Spritze hielt nicht so lange», bemerkte der WM-Leader. «Die Zehe ist an der Spitze zerdrückt. An sich eine kleine Sache, aber es tut verdammt weh. Bei jedem Schalten hatte ich Schmerzen, die man nicht ertragen kann. Das war störend, ein Riesenmurks. Mit der Spritze war es besser, die Ärzte in der Clinica Mobile haben alles versucht, aber es war nicht einfach. Jetzt ist alles geschwollen, wenn der große Zeh am Ende ein bisschen kürzer ist, dann macht das nichts. Bis Magny-Cours sollte er besser sein.»

Eine Operation ist nicht notwendig, der Knochen soll natürlich zusammenwachsen.

Krummenachers Vorsprung in der Weltmeisterschaft schrumpfte in Portugal von 15 auf 10 Punkte, drei Rennen kommen noch. Der Dritte Jules Cluzel liegt bereits 48 Punkte hinten. «Ich führe, in Argentinien werde ich stark sein. Und Katar kennt außer Cluzel keiner so gut wie ich.»

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