Supersport-WM 300

Hersteller selber schuld? Der nächste große Aufschrei

Von - 13.05.2018 10:58

Während die Balance-Regel in der Supersport-300-WM in der Debütsaison 2017 hervorragend funktionierte, sorgt sie dieses Jahr für endlose Diskussionen. Yamaha und Kawasaki tragen nur zum Teil zur Problemlösung bei.

Der Motorrad-Weltverband FIM hat zwei Möglichkeiten, um die Motorräder in der 300er-Klasse zu balancieren: Über das Gewicht und die erlaubte Maximaldrehzahl.

Problematisch für die FIM: Die Motorräder von Kawasaki und KTM sind neu, sie korrekt einzustufen war schwierig. Hinzu kam, dass Yamaha ein Update der R3 brachte, jetzt mit der Abgasnorm Euro 4.

Seit dem Saisonstart in Aragón laufen die Hersteller gegeneinander Sturm und beschweren sich bei der FIM und Promoter Dorna, weil sie auf der einen oder anderen Strecke nicht oder weniger konkurrenzfähig sind.

Vor dem heutigen Rennen in Imola (Start 14.20 Uhr, live bei ServusTV im Webstream) wurden die Gewichte und erlaubten Maximaldrehzahlen gegenüber Assen erneut angepasst.

Honda CBR500R: 153 kg, 10.000/min (-200/min)

Yamaha R3: 140 kg, 13.000/min (-100/min)

KTM RC390R: 136 kg, 10.450/min

Kawasaki Ninja 400: 140 kg (-10 kg), 10.000/min (-850)

Kawasaki durfte die Ninja 400 um 10 kg abspecken, dafür wurde die Maximaldrehzahl um 850/min reduziert. Ana Carrasco sorgte im Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola in der Superpole 2 auf ihrer Kawasaki für die überragende Bestzeit, die Spanierin fuhr fast eine Sekunde schneller als der Zweite, WM-Leader Scott Deroue. Die Top-5 in der Superpole 2 pilotieren allesamt eine Ninja.

Kawasaki und Yamaha tragen eine Mitschuld, dass die korrekte Balancierung der Motorräder dieses Jahr so schwierig ist.

Kawasaki stellte von der Ninja 300 auf die 400 um und gab der Dorna vorab eine Referenzmaschine, die 12.500/min dreht. Dann wurde festgestellt, dass andere Bikes des gleichen Typs nur 11.800/min drehen. Hinzu kommt, dass Kawasaki in nationalen Serien sechs verschiedene elektronische Steuergeräte einsetzt.

Yamaha hat wegen der Euro-4-Norm zwei PS eingebüßt. Nach dem WM-Auftakt in Aragón beschwerte sich der Hersteller mit den drei Stimmgabeln im Logo, dass sie nicht mehr konkurrenzfähig sind, räumten aber keine eigenen Fehler ein. KTM fährt dieses Jahr mit dem gleichen Motorrad wie beim Saisonfinale 2017 in Jerez, Yamaha war zu Saisonbeginn gegenüber den Österreichern aber auf einmal viel langsamer. Offensichtlich hat KTM bessere Entwicklungsarbeit geleistet.

Große Unterschiede bei Serienbikes

«Wir haben nicht erwartet, dass wir bei Serienmaschinen einer Klasse sieben PS Unterschied haben», erklärte Dorna-Sportdirektor Gregorio Lavilla gegenüber SPEEDWEEK.com. «Verschiedene Konzepte sind immer schwierig zu balancieren, dafür brauchen wir von den Herstellern Unterstützung.»

Während Honda mit 471 ccm fährt, KTM mit 390 und Kawasaki mit 399, hat die Yamaha nur 321 ccm.

«Wir haben Yamaha zugesagt, dass wir ihnen im Rahmen der technischen Möglichkeiten so gut wie möglich helfen», hielt Lavilla fest. «Sie schieben Dorna und FIM die Schuld zu und sorgen dafür, dass mir die Haare ausfallen.»

Während Lavilla zwar überwiegend graues aber noch volles Haupthaar hat, sind sie Scott Smart, dem obersten technischen Regelhüter der FIM für die Superbike-WM und deren Rahmenklassen, fast ausgegangen. Der Engländer beschäftigte sich in den letzten Tagen beinahe ausschließlich mit dem Thema Supersport 300.

«Eine Balance-Regel für die ganze Saison zu finden, ist unmöglich», hielt Smart fest. «Wir müssen das von Strecke zu Strecke entscheiden und mit den Drehzahlen und Gewichten variieren. Dafür müssen die Hersteller mit uns zusammenarbeiten. Obwohl die technischen Bestimmungen sehr eng gefasst sind, schlummert zum Beispiel in der Kawasaki viel Entwicklungspotenzial, etwa bei den Steuerzeiten und der Kompression. Ich erwarte, dass sie noch um vier bis fünf PS zulegen. Passiert das, verschiebt sich die Balance erneut.»

Um eine bestmögliche Balance zu gewährlisten, schaut sich die FIM sämtliche Rundenzeiten an und wertet die Daten aus dem Drehzahlbegrenzer aus. Außerdem schauen Beobachter auf der Strecke, welches Motorrad wo Vor- oder Nachteile hat und wo der Fahrer den Unterschied ausmacht.

«Sich die Fahrer auf der Strecke anzusehen, ist das Wichtigste», unterstreicht Smart. «Wenn wir über Fahrertalent reden, gibt es eine massive Streuung in dieser Meisterschaft.»

Für das nächste Rennen in Donington Park am letzten Mai-Wochenende werden die Gewichte und Maximaldrehzahlen erneut angepasst.

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In Imola ist die Kawasaki Ninja 400 besonders stark © Gold & Goose In Imola ist die Kawasaki Ninja 400 besonders stark Dorna-Sportdirektor Gregorio Lavilla © Gold & Goose Dorna-Sportdirektor Gregorio Lavilla FIM-Technik-Direktor Scott Smart © Gold & Goose FIM-Technik-Direktor Scott Smart
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