Supercross-WM

Ken Roczen nach Crash: Wie viel Pech kann ein Mensch haben?

Von - 07.04.2019 12:00

Erneut musste HRC-Werksfahrer Ken Roczen in Nashville nach einem unverschuldeten Crash Schadensbegrenzung betreiben und kam auf Rang 8 ins Ziel. Alle Experten sind sich einig: Roczen hat extrem viel Pech.

Der deutsche HRC-Werksfahrer Ken Roczen war schon beim letzten WM-Lauf in Houston/Texas der schnellste Mann im Feld, doch ein unglücklicher Sturz nach dem Start zum zweiten Finalrennen machte seine Hoffnungen auf den ersten und absolut verdienten Tagessieg des Jahres zunichte.

Roczen zog sich eine schwere Stauchung des rechten großen Zehs zu und betrieb im dritten Lauf von Houston auf Rang 8 nur noch Schadensbegrenzung.

Die Stauchung konnte der Thüringer während der Woche auskurieren, der Siegeshunger blieb. Entsprechend konzentriert ging Roczen bei der Supercross-WM-Premiere in Nashville zur Sache und strahlte von Anfang an eine ungebrochene Dominanz aus.

Roczen gewann den Vorlauf mit 8,4 Sekunden überlegen. Seine beste Rundenzeit von 48,497 Sekunden war die schnellste in beiden Vorrunden, so dass er sich von der Pole Position den besten Startplatz aussuchen konnte, während seine Konkurrenten haderten. Allen voran der spätere Sieger Eli Tomac, der sich in einer Zitterpartie mit qualmendem Motorrad durch das LCQ hangelte. Auch WM-Leader Cooper Webb (KTM) haderte mit der rutschigen Strecke in Tennessee.

So sah TV-Co-Kommentator Ricky Carmichael den Deutschen auch als klaren Favoriten für das Finale, doch es kam erneut anders. Roczen hatte jedoch keinen optimalen Start, während Webb seine KTM zum 'holeshot' katapultierte. Schnell konnte sich Roczen aber aus dem Getümmel der Top-6 befreien, als er schon am Hinterrad von Joey Savatgy war und zum Überholen ansetzte. Savatgy spürte den Druck und verlor in einer Rechtskehre nach einer Rhythmussektion an Grip und stürzte. Roczen hatte keine Chance, krachte in die am Boden liegende Kawasaki und flog über die Streckenbegrenzung und den Hügel der Steilkurve ab. Da das Feld noch eng beieinander lag, konnte Roczen erst dann wieder auf seine Honda aufsteigen, als das gesamte Feld vorbeigezogen war. Zunächst bog er mit einem gezielten Fußtritt Kupplungshebel und Protektoren zurück und versuchte sich erneut in Schadensbegrenzung. Mit 48,644 Sekunden pro Runde war er auch im Finale der Schnellste und immerhin erreichte er damit noch Rang 8.

«Dieser Junge kann das Glück nicht kaufen», meinte Supercross-Legende Carmichael nach dem Rennen. «Kann ein Mensch so viel Pech haben?»

In der WM-Gesamtwertung liegt Roczen weiterhin auf Rang 4. Hinter Tabellenführer Webb rangieren jetzt Tomac und Musquin punktgleich auf den Plätzen 2 und 3. Durch den erneuten Rückschlag und nur noch 3 verbleibenden WM-Läufen in Denver, East Rutherford und Las Vegas sind die Top-3 inzwischen für Roczen außer Reichweite geraten. Aber ein Laufsieg wäre nach den Ereignissen der letzten beiden Wochen für Roczen endgültig fällig.

Supercross-WM-Stand nach 14 von 17 Rennen:
1. Cooper Webb, 309
2. Eli Tomac, 288, (-21)
3. Marvin Musquin, 288, (-21)
4. Ken Roczen, 267 (-42)


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