Tourist Trophy

TT2019: Eine Veranstaltung für die Geschichtsbücher

Von - 10.06.2019 13:41

Die diesjährige Tourist Trophy wird ebenso in die Geschichte eingehen, wie die im Jahr davor. Allerdings waren es dieses Mal nicht die Rekorde, sondern die unzähligen Verschiebungen und Absagen.

Noch nie zuvor hat das Wetter auf der Isle of Man so verrückt gespielt wie dieses Jahr. Durch die wegen teils heftiger Regenfälle und anhaltend schlechter Sicht auf der Mountain Mile bedingten Verschiebungen und Absagen wurde die Leidensfähigkeit der Fahrer, Teamangehörigen, Zuseher, Streckenposten und letztendlich auch der Rennleitung auf eine harte Probe gestellt. Dafür gab es zum ersten Mal in der über hundertjährigen Geschichte fünf Rennen an einem Tag. Nicht einmal der 23-fache TT-Sieger John McGuinness, der 1996 zum ersten Mal an der Tourist Trophy teilgenommen hat, kann sich daran erinnern, so etwas schon einmal erlebt zu haben.

Es gibt nicht viele Rennfahrer, die bei der Tourist Trophy drei Sieg in einer Woche geschafft haben. Seit diesem Jahr ist es einer mehr. Peter Hickman gewann die Rennen der Klassen Superbike und Superstock und den zweiten Lauf der Supersport-Klasse. Dass er nicht auch noch ein viertes Mal erfolgreich blieb, verhinderten die technischen Kontrollore. Sie ließen sein Superstock-Motorrad nach dem Rennen zerlegen. Trotz der Bitte des Teams, den Motor doch zu versiegeln, damit man damit am nächsten Tag die Senior-TT bestreiten kann, blieb der Cheftechniker unerbittlich. Hickman musste in Führung liegend sein Tempo drastisch drosseln, weil sich an seinem Superbike dieselben Probleme einstellten, die ihn schon während des Trainings geplagt hatten.

Dean Harrison war schon drauf und dran den Stempel des ewigen Zweiten aufgedrückt bekommen zu haben. Im Vorjahr verlor er die Senior-TT gegen Hickman und auch heuer war es im Superbike- und Superstock-Rennen nicht anders. Ausgerechnet beim wichtigsten Rennen der gesamten Tourist Trophy, der Senior-TT, wendete sich das Blatt zugunsten des Briten. Bei Halbzeit bereits aussichtslos zurück, verhinderte ein technischer Defekt einen weiteren Triumph von Hickman. Damit war der Weg frei für Harrison, der damit bei der Tourist Trophy zum dritten Mal auf der obersten Stufe des Siegertreppchens stehen durfte. Für Kawasaki war es übrigens nach 1975 der erste Sieg in der prestigeträchtigen Senior-TT.

Nachdem John McGuinness die vergangenen zwei Jahr wegen seiner beim North West 200 erlittenen Beinverletzung nicht starten konnte, wurde seine Rückkehr mit Spannung erwartet. Aus Sicht seiner Fans gab es auch eine zweite, wichtige Komponente, wurde der 23-fache TT-Sieger doch von der britischen Traditionsmarke Norton unter Vertrag genommen. Doch die Qualität der Motorräder ließ dieses Jahr zu wünschen übrig. Sowohl seine Superbike-, als auch sein Lightweight-Motorrad quittierten vorzeitig ihren Dienst. Mit dem zweiten Rang hinter seinem Mugen-Teamkollegen Michael Rutter in der TT Zero hielt sich McGuinness – für ihn war es die 47. Podiumsplatzierung in 99 Rennen – einigermaßen schadlos.

Auch für Michael Dunlop lief es dieses Jahr nicht nach Wunsch. Der Nordire, der seit dem tödlichen Unfall seines älteren Bruders William im Juli des Vorjahres keine Rennen bestritten hatte, räumte selbst ein, dass ihm die letzte Sicherheit auf dem Motorrad gefehlt habe, um gegen Hickman, Harrison oder Cummins zu bestehen. Immerhin konnte Dunlop mit seinem knappen Triumph in der Lightweight-TT einen weiteren Schritt in Richtung der Bestmarke machen. Mit 19 Siegen liegt er hinter seinem Onkel Joey (26) und McGuinness (23) an der dritten Stelle.

Die Seitenwagen-Klasse wird nach wie vor dominiert von Ben und Tom Birchall. Im Training noch hinter John Holden/Lee Cain an der zweiten Stelle, konnte sich das britische Brüderpaar in den Rennen deutlich steigern. Trotz der fehlenden Trainingskilometer verfehlten sie ihren eigenen Rundenrekord aus dem Vorjahr nur um wenige Zehntelsekunden. Weit unter den Erwartungen blieben dieses Mal Tim Reeves/Mark Wilkes und der 17-fache TT-Sieger Dave Molyneux mit Beifahrer Harry Payne, die zahlreiche technische Probleme zu beklagen hatten und deshalb nicht richtig in Schwung kamen.

Aus deutschsprachiger Sicht stach vor allem der Schweizer Lukas Maurer hervor. Bei seiner Premiere auf dem berühmtberüchtigten Snaefell Mountain Course konnte sich der Kawasaki-Fahrer von Runde zu Runde steigern. Aber auch der Deutsche David Datzer kann auf ein gelungenes Debüt verweisen. Sowohl Maurer, als auch Datzer könnten in Zukunft in der Liga mitspielen, in der Österreicher Horst Saiger und Julian Trummer – beide können stolz auf Top-10-Ergebnisse verweisen – bereits angelangt sind.

Leider zeigte sich die Tourist Trophy auch dieses Jahr von ihrer unbarmherzigen Seite. Im Superbike-Rennen überlebte Daley Mathison einen Sturz nicht. Seine erst dreijährige Tochter Daisy wird sich erst in einigen Jahren über die Tragweite bewusstwerden, was ihr der Sport genommen hat. Der junge Brite ist auf dem über 60 Kilometer langen Snaefell Mountain Course, der jeden Fehler hart bestraft, der 270. Rennfahrer, der seit 1911 sein Leben verlor. Mit Derek McGee sowie dem Seitenwagen-Duo Michael Jackson/Sarah Stokoe gab es weitere Schwerverletzte zu beklagen.

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