WRC

Italien: Dani Sordo siegt nach Tänak-Drama

Von - 16.06.2019 14:36

Der Ausfall der Servolenkung im Toyota Yaris kostet Ott Tänak auf der letzten Entscheidung den fast schon sicheren Sieg beim achten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft auf Sardinien, den Sieg erbte Dani Sordo.

Mit einem Vorsprung von 26,7 Sekunden auf Dani Sordo (Hyundai i20) war Ott Tänak als Spitzenreiter im Toyota Yaris WRC in die letzten Entscheidung der Rallye Sardinien gestartet. Sein Hattrick und der vierte Saisonsieg schienen mehr eine Formsache. Dann aber führte der Ausfall der Servolenkung zu einer persönlichen Katastrophe für Tänak. Er verlor deswegen fast zwei Minuten und stürzte mit dem Rückstand von 1:30,1 Minuten auf den neuen Sieger Sordo auf den fünften Platz ab. Der stark enttäuschte Tänak darf sich nun mit der erneuten Übernahme der Tabellenführung mit 150 Punkten und vier Zähler vor dem auf Sardinien gescheiterten Sébastien Ogier (Citroën C3) trösten.

2013 letzter Sordo-Sieg

Das Tänak-Pech beendete eine lange Durststrecke bei Dani Sordo. Seinen bislang einzigen Sieg erzielte er 2013 bei der Rallye Deutschland im Citroën D3 WRC. Bei seinem lang ersehnten zweiten Triumph lag er 13,7 Sekunden vor Teemu Suninen, der zusammen mit seinem neuen, aber erfahrenen Beifahrer Jarmo Lehtinen im Ford Fiesta sein bestes WM-Resultat einfuhr. Der Sonntag war der Tag des zuletzt gescholtenen Andreas Mikkelsen. Er markierte auf allen vier Finalentscheidungen, auch auf der Power Stage, die Bestmarken, mit dem Lohn, dass er nach P2 in Argentinien nun als Dritter (+ 32,6) wieder auf dem Podium stand.

«Ich kann es nicht glauben, was hier passiert ist», rang Sordo am Sonntagmittag nach Worten. «Es ist schwer zu beschreiben. Trotz des Pechs von Ott bin ich überwältigt. Sorry Ott».

«Das war für uns eine große Rallye, die auch gezeigt hat, wie gut die Zusammenarbeit gewesen ist», freute sich Suninen über seine beste WM-Platzierung.

Bis ins Ziel kämpfte Mikkelsen mit wechselnden Position gegen Elfyn Evans (Ford Fiesta) um den letzten Podestplatz. Mit seinem Sieg auf der Power Stage aber konnte er Evans letztlich um nur neun Zehntelsekunden auf den vierten Platz verdrängen. «Ich war wirklich zum Schluss auf der letzten Rille und habe alles gegeben», erklärte Mikkelsen.

Vorjahressieger Thierry Neuville wirkte diesmal im Hyundai i20 ziemlich blass und wurde auf dem sechsten Platz (+ 2:06,7) geführt. Mit den 40 Punkten, resultierend aus dem Sordo-Sieg und dem dritten Rang von Mikkelsen, baute Hyundai seine Führung in der Herstellerwertung auf 242 Punkte und auf 44 Zähler vor Toyota aus. Hyundai brachte alle drei i20 WRC unter den besten Sechs ins Ziel der harten Rallye Sardinien. «Kein gutes Wochenende. Ich kämpfte die ganze Zeit mit dem Handling», ließ Neuville wissen.

Für den sechsfachen Champion und Titelverteidiger war die Rallye Sardinien, die er 2013, 2014 und 2016 gewonnen hatte, eine Tour der Leiden. Nach einer zerstörten Vorderradaufhängung am Citroën C3 war für ihn am Freitagmittag vorzeitig früher Feierabend. Am Samstagmorgen verformte er ziemlich stark das Heck des C3. Mit einem für ihn absolut ungewohnten großen Rückstand von 1:22:58,5 Stunden rangierte der 46-fache Laufsieger am Ende des Feldes. Am Samstag und Sonntag absolvierte er mehr oder weniger ein intensives Testprogramm, das auch dann dazu dienen sollte, den C3 noch besser kennen zu lernen. Trotz seiner Position «unter fernen liefen» trug er noch vier Punkte für Citroën in der Herstellerwertung bei. Mit dem auf Rang sieben liegenden Esapekka Lappi waren zwölf Punkte die magere Ausbeute für die «Roten» in «Bella Italia». Ogier selbst durfte wegen der zweitschnellsten Zeit auf der Power vier Bonuspunkte mitnehmen. «Das war wirklich kein positives Wochenende für, aber so ist Motorsport», mit dieser Erkenntnis verabschiedete sich Ogier in die Sommerpause bis Anfang August.

Skoda landete mit dem neuen Fabia R5 evo unter dem Gesamtneunten Kalle Rovanperä, Jan Kopecky, 24,6 Sekunden hinter Rovanperä, und Pierre Loubet, im älteren Fabia R5 2:48,4 Rückstand, einen Dreifacherfolg.

Die drei Teams starke deutsche Delegation führte Julius Tannert, im Ford Feista R2 Sechster bei den Junioren, auf Rang 26 (+35:43,9), 54,7 Sekunden direkt vor dem WM-Debütanten Albrecht von Thurn und Taxis und Nico Knacker, in einem weiteren Ford Fiesta R2 auf Platz 32 (+ 50:02,9) an.

Rallye Sardinien/Italien – Endstand nach 19 Prüfungen:

Platz

Team/Auto

Zeit/Diff.

1.

Sordo/Del Barrio (E), Hyundai

3:32:27,2

2.

Suninen/Lehtinen (FIN), Ford

+ 13,7

3.

Mikkelsen/Jager (N), Hyundai

+ 32,6

4.

Evans/Barritt (GB), Ford

+ 33,5

5.

Tänak/Järveoja (EE), Toyota

+ 1:30,1

6.

Neuville/Gilsoul (B), Hyundai

+ 2:06,7

7.

Lappi/Ferm (FIN), Citroën

+ 2:59,6

8.

Meeke/Marshall (B), Toyota

+ 4:40,1

9.

Rovanepreä/Halttunen (FIN), Skoda R5

+ 8:24,6

10.

Kopecky/Dresler (CZ), Skoda R5

+ 8:49,2

Stand der Fahrer-WM nach 8 von 14 Läufen:

Platz

Team/Auto

Punkte

1.

Tänak/Järveoja (EE), Toyota

150

2.

Ogier/Ingrassia (F), Citroën

146

3.

Neuville/Gilsoul (B), Hyundai

143

4.

Evans/Martin (GB), Ford

78

5.

Suninen/Salminen (FIN), Ford

62

6.

Meeke/Marshall (GB), Toyota

60

7.

Mikklesen/Jaeger (N), Hyundai

56

8.

Sordo/Del Barrio (E), Hyundai

52

9.

Latvala/Anttila (FIN), Toyota

40

10.

Lappi/Ferm (FIN), Citroën

40

Stand der Herstellerwertung nach 8 von 14 Läufen:

Platz

Team/Auto

Punkte

1.

Hyundai Shell Mobis WRT (i20 WRC)

242

2.

Toyota Gazoo Racing WRT (Yaris WRC)

198

3.

Citroën Total WRT (C3 WRC)

170

4.

M-Sport Ford WRT (Ford Fiesta WRC)

152

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Dani Sordo war  sechs Jahre ohne Sieg © Hyundai Dani Sordo war sechs Jahre ohne Sieg Bestes Ergebnis für Teemu Suninen © M-Sport Bestes Ergebnis für Teemu Suninen Ott Tänak war der große Pechvogel © Red Bull Ott Tänak war der große Pechvogel
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