WRC

Türkei: Toyota scheitert auf den rauen Schotterpisten

Von - 16.09.2019 10:12

Die rauen Schotterpisten der Rallye Türkei, der elften Station der Weltmeisterschaft, haben den Höhenflug von Toyota dramatisch gestoppt und ins Mittelfeld katapultiert, Ott Tänak bleibt weiter Tabellenführer.

Tommi Mäkinen, der Teamchef von Toyota Gazoo Racing, wird die Rallye Türkei schnell in die Schublade «vergessen» ablegen müssen. Mit den besten Empfehlungen auf einen weiteren Erfolg nach dem Doppel in Finnland und dem überraschenden Dreifachsieg in Deutschland sowie dem Doppelschlag 2018 in der Türkei wurden Toyota und speziell der fünffache Saisonsieger Ott Tänak in die Favoritenrolle gepresst.

Das alles platzte aber auf der fünften und sechsten Prüfung, als Jari-Matti Latvala mit dem Yaris-Heck anschlug, sich eine Entscheidung zudem wie Kris Meeke und auch Tänak Reifenschäden einfing und die drei auf die Plätze sieben bis neun zurückgeworfen wurden. Der negative Höhepunkt für das ohnehin angeschlagene Team folgte am Samstagmorgen, als Tänak auf dem Weg zur neunten Prüfung wegen eines defekten Steuergeräts liegen blieb und aufgeben musste.

Schadensbegrenzung

Tänak agierte am Sonntag mit den 35 Strafminuten auf P16 außerhalb der Punkteränge und konzentrierte sich auf die Power Stage mit den fünf Bonuspunkten. Deswegen schonte er mit einer eher langsamen Fahrweise auf den ersten drei der vier Finalprüfungen die Reifen, um auf der abschließenden Power Stage noch einmal richtig zuschlagen zu können. Sein Plan ging auf. Er sicherte sich mit der zweiten Bestzeit die fünf zusätzlichen Punkte. Nach dem elften Lauf führt er mit 210 Punkten weiter die Fahrerwertung 17 Zähler vor dem Türkei-Sieger Sébastien Ogier (Citroën) bei noch drei ausstehenden Rallyes an.

Latvala und Meeke verlegten sich darauf, ihre Positionen sechs und sieben zu halten, um noch wichtige Punkte für die Herstellerwertung zu sammeln. Letztlich aber stieg der Rückstand des Titelverteidigers zum führenden Vizechampion Hyundai auf 19 Zähler.

Teamchef Tommi Mäkinen suchte nach einer Schadensbegrenzung: «Es war gut, dass Ott die fünf Punkte in der Power Stage noch holen konnte, um seine Situation in der Meisterschaft zu festigen. Es war auch gut, dass Jari-Matti und Kris am Ende ohne Probleme ins Ziel kamen. Der Samstag war für uns schwierig. Vielleicht haben wir uns nicht richtig auf diese Rallye vorbereitet, weil die Bedingungen so schwierig und eine sehr große Herausforderung waren. Bei den verbleibenden Rallyes wissen wir, dass unser Speed gut ist, und wir sind zuversichtlich, dass wir von jetzt an bis zum Saisonende stark sein können.»

Pechvogel Ott Tänak: «Wir hatten am Ende nichts zu verlieren und haben alles gegeben. Wir freuen uns, dass wir diese Punkte von der Power Stage holen konnten. Ich bin mir sicher, dass dies in der Zukunft eine zusätzliche Motivation verleiht. Natürlich ist es immer noch enttäuschend, was am Samstag passiert ist. Wir wollen immer zurückschlagen und hart attackieren. Ich bin sicher, dass jeder im Team weiter pushen wird. Jetzt sind noch drei Rallyes übrig, sodass wir nichts anderes tun können, als alles daran zu setzen und unser Bestes zu geben.»

Jari-Matti Latvala: «Ich habe zum Schluss versucht, einen guten Rhythmus zu halten und das Fahren zu genießen. Die letzten Prüfungen waren schön, viel bessere Bedingungen und nicht so steinig und rau. Wir sind mit der Erwartung angereist, dass wir mehr Leistung als im letzten Jahr erbringen werden, aber anscheinend haben alle Teams einige Schritte nach vorne gemacht. Wir haben auch ein bisschen gearbeitet, aber wir hatten Probleme mit den harten, steinigen Bedingungen und verwendeten unsere Reifen zu oft. Das müssen wir für die Zukunft lernen, aber ich weiß, dass die nächste Rallye in Wales uns viel besser passen wird.»

Kris Meeke: «Am Ende ging es nur darum, unsere Position zu behaupten und die Punkte für das Team nach Hause zu bringen. Es war ein hartes Wochenende, seit der langen Prüfung am Freitagnachmittag, als wir viel Zeit im Regen verloren, was uns für Samstag in eine schlechte Position brachte. Es ging letztendlich um Schadensbegrenzung. Aber wir werden in den letzten drei Rallyes stärker zurückkommen.»

Rallye Türkei – Endstand nach 17 Prüfungen:

Platz

Team/Auto

Zeit/Diff.

1.

Ogier/Ingrassia (F), Citroën

3:50:12,1

2.

Lappi/Ferm (FIN), Citroën

+ 34,7

3.

Mikkelsen/Jeager (N), Hyundai

+ 1:04,5

4.

Suninen/Salminen (FIN), Ford

+ 1:35,1

5.

Sordo/Del Barrio (E), Hyundai

+ 2:25,9

6.

Latvala/Anttila (FIN), Toyota

+ 2:59,1

7.

Meeke/Marshall (B), Toyota

+ 3:53,3

8.

Neuville/Gilsoul (B), Hyundai

+ 5:34,8

9.

Tidemand/Floene (S/N), Ford

+ 7:22,9

10.

Grensmith/Edmondson (GB), Ford

+ 15:18,7

Stand der Fahrer-WM nach 11 von 14 Läufen:

Platz

Team/Auto

Punkte

1.

Tänak/Järveoja (EE), Toyota

210

2.

Ogier/Ingrassia (F), Citroën

193

3.

Neuville/Gilsoul (B), Hyundai

180

4.

Mikkelsen/Jaeger (N), Hyundai

94

5.

Meeke/Marshall (GB), Toyota

86

6.

Latvala/Anttila (FIN), Toyota

84

7.

Suninen/Salminen (FIN), Ford

83

8.

Lappi/Ferm (FIN), Citroën

80

9.

Evans/Martin (GB), Ford

78

10.

Sordo/Del Barrio (E), Hyundai

72

Stand der Herstellerwertung nach 11 von 14 Läufen:

Platz

Team/Auto

Punkte

1.

Hyundai Shell Mobis WRT (i20 WRC)

314

2.

Toyota Gazoo Racing WRT (Yaris WRC)

295

3.

Citroën Total WRT (C3 WRC)

259

4.

M-Sport Ford WRT (Ford Fiesta WRC)

184

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Jari-Matti Latvala war bester Toyota-Pilot auf P6 © Toyota Jari-Matti Latvala war bester Toyota-Pilot auf P6 Kris Meeke am Ende auf Rang sieben © Toyota Kris Meeke am Ende auf Rang sieben Ott Tänak gewann wenigstens die Power Stage © Toyota Ott Tänak gewann wenigstens die Power Stage
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