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WRCKolumne

Die Wolfsburger Rallye-Übermacht

Volkswagen ist in dieser Saison in der Rallye-Weltmeisterschaft das Maß aller Dinge und für die Konkurrenz eine zu hohe Messlatte.

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Jari-Matti Latvala freut sich über seinen Sieg
Jari-Matti Latvala freut sich über seinen Sieg
Foto: McKlein
Jari-Matti Latvala freut sich über seinen Sieg
© McKlein

In der Rallye-Weltmeisterschaft ist quasi mit dem sechsten Lauf in Griechenland die erste Halbzeit abgeschlossen. Die erste Saisonhälfte wurde, zwar nicht ganz unerwartet, aber doch etwas mehr als wirklich erwartet von dem WM-Wiedereinsteiger Volkswagen dominiert. Klare Doppel-Führung in der Fahrerwertung mit dem Leader Sébastien Ogier, der mit 52 Punkte vor Jari-Matti Latvala rangiert, und die Spitzenposition in der Hersteller-Wertung vor dem Titelverteidiger Citroën. Vier der sechs möglichen Siege verbuchten die "Blauen" aus Niedersachsen.

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Doch die anfangs so fast problemlos laufenden Polo sind anfällig und verletzbar geworden. Die Handbremse ist ein wunder Punkt. In Griechenland setzte zudem ein defektes Kabel der Benzinpumpe Ogier bereits auf der Prüfung schachmatt und sorgte nicht nur für zehn zusätzliche Strafminuten, sondern warf den WM-Leader aus dem Rennen um den Sieg, das nun der Teamkollege Latvala mit Bravour aufnahm. Für den in dieser Saison öfter teils wegen technischem Pechs, teils wegen eigenen Pechs agierenden Latvala war sein erster VW-Sieg ein Befreiungsschlag, der in der Fahrer-WM die Wolfsburger Doppelführung brachte.

Zwei Erfolge heimste der neunfache Rekordchampion Sébastien Loeb im Citroën ein, obwohl der Titelverteidiger im Rahmen seines Kurzprogramms mit vier Rallyes erst dreimal am Start war. Er zeigte deutlich, dass der Citroën DS3 WRC konkurrenz- und siegfähig ist. Damit deckte aber der WM-Teilzeitarbeiter die Schwächen seiner Citroën-Kollegen Mikko Hirvonen und Dani Sordo auf, die bislang bewiesen haben, dass sie noch nicht in der Lage sind, Loeb folgen zu können.

Gerade der Vizechampion Hirvonen tut sich in dieser Saison sehr schwer. Er wird in dieser Saison durch die Kombination aus technischem Pech und auch aus Fahrfehlern gebremst. Seinen letzten Sieg, und damit seinen bislang einzigen Erfolg für das Zwei-Zacken-Team erzielte er am 21. Oktober 2012 auf Sardinien nach dem frühen Pech von Loeb. Ansonsten bleiben ihm in dieser Saison als persönliche Highlights die beiden Ehrenränge in Mexiko und Portugal. Von einem Titelaspiranten, der aber schon mehr oder weniger diesen erlauchten Kreis verlassen hat, darf man mehr erwarten. Die bislang acht von immerhin 106 möglichen Bestzeiten sprechen auch nicht für eine Stärke Hirvonens. Schon gar nicht der vierte Tabellenplatz mit einem Rückstand von 65 Punkten auf Ogier.

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Sein Teamkollege Dani Sordo kommt auch nicht richtig in Fahrt. 47 Punkte bei sechs Läufen sind für einen Werksfahrer einfach zu wenig. Seine Bilanz ist eine Auf- und Ab-Kurve. Ein zweiter Platz in Griechenland, ein dritter Rang in Monte Carlo und ein vierter Platz in Portugal stehen einem Totalausfall und zwei Re-Starts gegenüber. Bei einem Piloten, der Loeb als Punktelieferanten für die Hersteller-Wertung vertreten soll, ist diese Ausbeute einfach zu wenig.

Ford, sorry M-Sport ist weit von den eigenen Vorstellungen entfernt. Sicherlich, das starke WM-Engagement von Malcolm Wilson und seiner M-Sport-Truppe ist zweifelsohne weit mehr als lobenswert. Damit aber hören die Lobesreden aber schon auf. Seine Piloten sind nicht konstant und bringen zu wenig. Sie werden teils durch die Technik ausgebremst oder sie bremsen sich selbst aus.

Dies gilt gerade für die Nummer 1 bei M-Sport. Mads Östberg darf sich bereits nach den sechs Läufen jede Titelchance abschminken. Mit nur 46 Punkten rangiert er auf der siebte Position. Seine beste Platzierung holte er mit dem dritten Platz in Schweden. Öfter mal in Führung, war es wie in Mexiko eine schadhafte Elektronik oder er selbst warf sich aus dem Siegerkreis.

ester M-Sport-Pilot ist nun Thierry Neuville, der gewiss nicht mit dieser Rolle gerechnet hatte. Mit jeweils zwei dritten und zwei vierten Plätzen schaffte er sich mit 50 Punkten auf den fünften Tabellenplatz. Allerdings wird seine Leistung durch zwei Ausfälle geschmälert. Evgeny Novikov ist bei M-Sport der Spezialist für Hochs und Tiefs. Nur zweimal zeigte er mit zwei vierten Plätzen in Portugal und in Argentinien eine konstante Leistung. Bei den anderen Läufen sah er sich mehr neben der Piste oder auf dem Dach oder die Technik bremste ihn.

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Auf Wilson, der auch aufpassen muss, dass er sich wegen der vielen Kundengeschäfte – auch wegen der Junior-WM – nicht verzettelt, und seine Truppe wartet noch viel Arbeit, um wenigstens Anschluss an Citroën zu gewinnen.

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