Danner zu Russell vs. Antonelli: «Der Renngott dreht das auch mal wieder»
Rennlust bei Kimi Antonelli, Rennfrust bei George Russell: Der Mercedes-Routinier ist derzeit im Hintertreffen. Ex-F1-Pilot Christian Danner erklärt bei SPEEDWEEK.com, worauf's für Russell ankommt.
Auf 68 Punkte ist der Vorsprung von Mercedes-Pilot Kimi Antonelli auf seinen Teamkollegen George Russell gewachsen. Russell, der nach mehreren Strafen in Monaco außerhalb der Punkteränge landete, hat jetzt sogar WM-Platz 2 an seinen früheren Teamkollegen Lewis Hamilton (jetzt Ferrari) verloren. Es wirkt derzeit alles wie verhext für George Russell. Vor Beginn der Saison wurde er als heißester Anwärter auf den WM-Titel 2026 gehandelt – in der Anfangsphase der Saison gibt nun aber für viele überraschend sein 19-jähriger Teamkollege Antonelli den Ton an.
Danner: George muss da durch
Der frühere Formel-1-Fahrer und heutige TV-Experte Christian Danner sagte im Gespräch mit SPEEDWEEK.com zur Situation bei den Silberpfeilen: «Kimi hat alles Glück der Welt und der George hat alles Pech der Welt. Da muss er einfach durch. Der Renngott dreht das auch mal wieder und das wird auch Kimi irgendwann merken. Aber ganz grundsätzlich fahren die beiden auf Augenhöhe und das ist das Einzige, was interessiert und das ist für beide toll.» Während Russell oft Pech hatte, z.B. mit dem Ausfall in Kanada und den Strafen in Monaco, hatte Antonelli z.B. bei Safety-Cars oft Glück.
Danner: «Nichts denken, rechter Fuß und fertig»
Was hilft einem Rennfahrer in der Situation wie Russell, nicht die Nerven zu verlieren? Danner: «Einfach nichts denken, weitermachen, fahren. Nichts denken, rechter Fuß und fertig. Was auch immer dich dazu zwingt, einen klaren Kopf zu haben, denn das ist es, auf was es ankommt. Du musst das einfach können, sonst kommst du in dem Geschäft unter die Räder.»
Russell ist kristallklar im Kopf
Danner ist zuversichtlich, dass Russell sich nicht von der Lage im WM-Klassement unterkriegen lässt: «Ich traue das dem George zu, der ist kristallklar im Kopf und der weiß genau, worum es geht, was er machen muss. Und darauf freue ich mich. Ich glaube, George fängt sich schon irgendwie und der wird da schon mitkämpfen.»
Danner: «Kimi fährt saugut und der kriegt von mir 10 von 10 Punkte, aber ich habe Augen im Kopf und habe auch genau gesehen, wie viel Schwein er hatte, dass er da (im Rad-an-Rad-Duell in Kanada, Anm.) nicht abgeflogen ist, seinen Teamkollegen abgeräumt hat und so weiter. Es ist schön, da zuzuschauen, es ist einfach toll. Größter Respekt vor Kimi, aber auch größter Respekt vor George.»
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