Daniel Ricciardo: Vielleicht wäre er von Max Verstappen ausgelöscht worden
Der Australier Daniel Ricciardo (36) fragt sich noch immer: Was wäre passiert, hätte er über 2018 hinaus Red Bull Racing die Treue gehalten? Seine Antwort zeigt zwei Seiten der Medaille.
Der letzte grosse Plan von Daniel Ricciardo in der Formel 1 ist nicht aufgegangen: Der allseits beliebte Australier wollte 2024 bei den Racing Bulls so gute Leistungen zeigen, dass er sich für 2025 als Stallgefährte von Max Verstappen bei Red Bull Racing aufdrängt.
Aber dazu kam es nicht: Vielmehr wurde Ricciardo sang- und klanglos aussortiert, nach dem Singapur-GP 2024. Seinen Platz übernahm der Neuseeländer Liam Lawson.
Der 36-jährige Ricciardo arbeitet heute als Markenbotschafter für Ford, der achtfache GP-Sieger sagt gegenüber The Athletic: «Ich war immer ziemlich gut darin, ein tapferes Gesicht zu zeigen und andere wissen zu lassen, dass es mir gut geht, dass ich glücklich bin und alles in Butter sei. Doch als alles in meinem Leben ruhiger wurde, dachte ich mir – okay, ich muss jetzt mal in mich gehen und sicherstellen, dass ich mit all dem klarkomme.»
Ein Comeback des Strahlemannes wird es nicht geben: «Ich sitze hier ganz entspannt, und um ehrlich zu sein – der Gedanke, wieder in einen chaotischen Lebensstil wie in der Formel 1 zurückzukehren, das macht mir eine Höllenangst.»
Red Bull Racing oder Renault?
Etwas nagt am achtfachen GP-Sieger. Ricciardo sagt: «Die kraftvollste ‘Was wäre, wenn …’-Frage ist – was wäre mit meiner Karriere passiert, wenn ich Ende 2018 bei Red Bull Racing geblieben und nicht zu Renault gezogen wäre?»
«Auch ich selber bin mir bis heute nicht im Klaren darüber, ob das meine beste Entscheidung war. In dieser Phase lernte Max Verstappen ständig dazu und wurde immer besser. Wir trieben uns gegenseitig an und fuhren auf Augenhöhe. Aber ich ahnte, wo das hinführen würde. Vielleicht würde ich heute mit mehr GP-Siegen dastehen, wäre ich geblieben. Es ist aber auch möglich, dass ich von Max im Laufe der Jahre ausgelöscht worden wäre und meine Karriere viel früher geendet hätte.»
«Die Leute unterstellten mir damals, dass ich vor dem Kampf mit Max davonlaufe. Aber das stand für mich nicht im Mittelpunkt. Ich machte mir eher Sorgen um die Team-interne Dynamik.»
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