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John Miles: Versuchskaninchen von Lotus, Feingeist und Ingenieur

An diesem 8. April 2026 sind es acht Jahre her, dass der Engländer John Miles verstorben ist. Der einstige Lotus-Stallgefährte des charismatischen Jochen Rindt wurde immer unter Wert geschlagen.

Im Artikel erwähnt

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John Miles – für viele Formel-1-Fans der Generation Netflix ein unbeschriebenes Blatt. 1969 und 1970 bestritt der Ingenieur für Lotus zwölf Formel-1-WM-Läufe. Es blieb bei zwei Punkten für einen fünften Rang in Südafrika 1970. Ein mangelhaftes Zeugnis.

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Miles hatte aus zwei Gründen Pech: Er musste an der Seite von Jochen Rindt fahren, eines charismatischen Lenkradvirtuosen, und der sensible Jazz-Fan Miles war für Lotus-Chef Colin Chapman wenig mehr als ein Versuchskaninchen.

Lotus 63: Fahrverhalten eines griesgrämigen Esels

Bestes Beispiel: Die Entwicklung des Lotus-Allradautos vom Typ 63. Graham Hill und Jochen Rindt weigerten sich nach wenigen Fahrten, den Lotus 63 weiter zu pilotieren, sie attestierten dem Wagen das Verhalten eines griesgrämigen Esels.

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Miles biss sich durch, das brachte ihm den Platz 1970 neben Jochen Rindt ein. Zudem brauchte Chapman einen zweiten Mann, denn Graham Hills Karriere schien nach einem schweren Unfall 1969 in Watkins Glen beendet zu sein. Der zweifache Weltmeister hatte sich gravierende Beinbrüche zugezogen.

Miles holte in Südafrika als Fünfter Punkte (damals gab es nur für die ersten sechs Fahrer WM-Zähler). Nachher musste er sich von Colin Chapman anschnauzen lassen, wieso John dem Franzosen Jean-Pierre Beltoise nicht mehr auf die Pelle gerückt sei. Das sagte alles über ihr Arbeitsverhältnis.

Lotus-Keil 72: Miles bolzte Kilometer

Als der neue Lotus-Keil namens 72 noch nicht ausgereift war, wer fuhr da die Entwicklung? Natürlich John Miles.

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Rindt übernahm den Wagen, als die Kinderkrankheiten mit Hilfe von Miles endlich kuriert waren. John erhielt von Lotus 300 Pfund pro Rennen, manchmal hatte er nicht einmal genügend Geld für die Heimreise von einem Rennen. Längst sah Colin Chapman in Emerson Fittipaldi die Zukunft, Miles war ein Lückenfüller und wurde auch so behandelt.

Zum Fahren ohne Heckflügel gezwungen

In Monza 1970 zwang Colin Chapman seinen Landsmann Miles im Training ohne Heckflügel auf die Bahn. John sollte herausfinden, ob sich damit die Topspeed entscheidend erhöhen lässt.

Miles attestierte dem Wagen mehr Speed auf den Geraden, aber ein gefährlich nervöses Handling. Er riet davon ab, den 72er so zu fahren. Jochen Rindt ging dennoch ohne Heckflügel auf die Bahn und stürzte zu Tode.

Miles kehrte Lotus schockiert den Rücken. Als Vernunftsmensch konnte er nicht verstehen, wieso Colin Chapman nicht auf ihn gehört hatte.

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Vom Rennsport zur Musik

1971 holte ihn BRM als Testfahrer, er fuhr auch zwei nicht zur WM zählende Formel-1-Rennen: Siebter beim Race of Champions in Brands Hatch, Ausfall beim Rindt-Gedächtnisrennen in Hockenheim.

John Miles wurde britischer Sportwagenmeister, hängte aber schon 1972 den Rennhelm an den Nagel und kehrte zu Lotus zurück – als Fahrwerks-Ingenieur.

Miles gründete 1985 die Musikproduktionsfirma "Miles Music", spezialisiert auf Jazz.

Daneben arbeitete er als Berater der Autoindustrie, so wirkte er bei der Entwicklung des Ford Focus mit und stand auch bei Aston Martin unter Vertrag.

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John Jeremy Miles wurde 74 Jahre alt.

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