Warum so viele Strafen im Monaco-GP? Lewis Hamilton hat da eine Idee
Gleich sechsmal fuhren im Formel-1-Rennen in Monaco die Fahrer zu schnell in der Boxengasse, kassierten dafür Zeitstrafen. Lewis Hamilton: «Ich bin nicht zu schnell gefahren.» Was wohl los war...
Es wurde gleich mehrfach ziemlich unübersichtlich im Formel-1-GP von Monaco. Nicht nur, weil es zwei Safety-Car-Phasen wegen unterschiedlicher Unfälle an derselben Stelle gab und dann auch noch Rot wegen einer aufbrechenden Stelle auf der Strecke. Schon davor sahen TV-Zuschauer reihenweise Ausrufezeichen an der Zeitenliste am linken Rand des Bildschirms. Das bedeutet je nach Farbe: Dieser Fahrer hat entweder schon eine Strafe bekommen und muss sie noch verbüßen – oder es wird gerade noch untersucht, ob er eine bekommt oder nicht.
Zehn Strafen allein im Rennen
Gleich sechsmal gab es in Monaco eine Strafe für zu hohe Geschwindigkeit in der Boxengasse – und das schon bevor der Verkehr wegen der Unfälle in der letzten Kurve durch die Pitlane geleitet wurde und dort mehr los war als üblich. Lewis Hamilton eröffnete in Runde 34. George Russell, Franco Colapinto, Pierre Gasly, Oscar Piastri und dann ein zweites Mal Pierre Gasly bekamen ebenfalls fünf Sekunden (Russell bekam dann noch eine Durchfahrtstrafe, weil er die Strafe nicht korrekt verbüßte; darüber hinaus gab es noch anderweitig Strafen für Perez, Stroll und Hülkenberg, dazu noch Ermittlungen nach dem Rennen).
Was war da los? Warum waren so viele Fahrer zu schnell in der Boxengasse, in der die Fahrer doch eigentlich mit dem sogenannten «Pit Limiter» (Boxengassen-Geschwindigkeitsbegrenzer), also einer Art Tempomat per Knopfdruck für die Boxengasse, unter der vorgeschriebenen Geschwindigkeit bleiben (in Monaco 60 km/h, meist 80 km/h auf anderen Strecken).
Hamilton: «Bin nicht zu schnell gefahren»
Lewis Hamilton sagte nach dem Rennen: «Ich bin nicht zu schnell gefahren. Ich glaube, das liegt einfach an der Art der Boxengasse. Ich fahre diese Boxengasse schon seit Jahren. Es ist nicht so, dass ich reingefahren bin und den Knopf nicht gedrückt habe oder so etwas. Der Pit-Limiter schaltet sich sofort ein. Und ich glaube, es liegt einfach an der Linie, die man fährt – dieselbe Linie, die wir alle seit Jahren fahren –, bei der man reinkommt und dabei einen Teil der weißen Linie überfährt.»
Hamilton: «Ich war schockiert zu hören, dass ich zu schnell gefahren sein soll, denn ich lag eigentlich nicht über der Geschwindigkeitsgrenze. Ich glaube, es geht nur um die Entfernung und das ist etwas, das wir uns wirklich genauer ansehen müssen, denn ich habe gehört, dass das heute vielen passiert ist und sie wahrscheinlich gar nicht wirklich zu schnell gefahren sind. Und dann muss man einen Stop-and-Go-Strafstopp einlegen, also anhalten und fünf, zehn Sekunden warten, je nachdem, was man bekommen hat – das ruiniert deine Chancen auf einer so kurzen Strecke. Ich bin also dankbar, dass es mich nicht allzu sehr zurückgeworfen hat.» Schon im Rennen zuvor in Kanada hatte es zwei Temposünder-Strafen gegeben.
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