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Romain Febvre kritisiert FIM: «Sie haben keinen Respekt vor uns Fahrern»
Die Entscheidung der FIM, Tim Gajser nach dem Rennabbruch nicht erneut starten zu lassen, erscheint angesichts der Situation ungerecht oder sogar unsportlich, aber sie entsprach dem Reglement.
Weder Tom Vialle (Honda) noch Tim Gajser (Yamaha) durften nach dem
Tom Vialle lag nach dem Start zum zweiten Lauf vorn, wurde aber weit nach außen getragen. Der Franzose kam an den Streckenrand und wurde vor der restlichen Fahrermeute von rechts nach links quer über die Strecke katapultiert. Seine Honda überschlug sich mehrfach. Einige Fahrer konnten nicht ausweichen und stürzten, darunter Tim Gajser. Tom Vialle blieb zunächst am Boden liegen, doch zum Glück rappelte er sich wieder auf und konnte den Ort des Geschehens auf eigenen Füßen verlassen. Das Rennen wurde mit roter Flagge abgebrochen, Tom Vialle als Unfallverursacher identifiziert.
Im ersten Lauf war es zu einem schweren Unfall mit Thibault Benistant gekommen, der über den Zeitraum mehrerer Runden bewusstlos am Boden lag und später per Helicopter ins Krankenhaus ausgeflogen werden misste. Im Fahrerlager kam Kritik auf, dass der erste Lauf in dieser Situation nicht abgebrochen wurde. Unter anderem äußerte sich Romain Febvre in der Pressekonferenz nach dem Rennen zu diesem Thema kritisch.
Nach dem Rennabbruch herrschte am Gate offensichtlich Verwirrung. Tom Vialle wurde vom Rennarzt untersucht und auch für fit erklärt, doch er wurde als Verursacher des Abbruchs nicht ans Startgatter gelassen. Tim Gajser, dessen Yamaha bei dem Crash stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, wechselte auf sein Ersatzmotorrad und stand bereits am Gate, als es zu lautstarken Diskussionen kam. Der deutsche FIM Funktionär Karsten Schneider teilte Gajser am Startgatter mit, dass er dieses zu verlassen habe. Tim Gajser wurde wegen des Motorradwechsels Startverbot erteilt.
Sowohl die Entscheidung gegenüber Tom Vialle als auch die gegen Tim Gajser entsprachen dem aktuell gültigen Reglement. Ob dieses Reglement im konkreten Fall (besonders gegenüber dem völlig unschuldigen Tim Gajser) gerecht war oder nicht, ist eine andere Frage. Fakt ist, dass die FIM Offiziellen im konkreten Fall richtig gehandelt haben. Das sind die Absätze, nach denen gehandelt wurde,
Im Reglement heißt es in Kapitel 5.28 (Abwicklung einer Veranstaltung nach Rennabbruch durch rote Flagge) in Absatz 5: «Ein Motorradwechsel ist nicht erlaubt.»
Im Absatz 6 wird die Situation festgelegt, die im konkreten Fall für Tom Vialle angewendet wurde: «Fahrer, die von der Rennleitung für den Abbruch des Rennens verantwortlich gemacht werden, können von der Teilnahme am Neustart ausgeschlossen werden.»
Zwischen Absatz 5 und 6 gibt es einen entscheidenden Unterschied: Der Ausschluss des Abbruch-Verursachers ist eine Kann-Regel, also eine Ermessensfrage. Tom Vialle hätte starten dürfen, wenn die Rennleitung anders entschieden hätte.
Der Motorradwechsel ist laut Reglement Absatz 5 klar untersagt. Tim Gajser hätte also mit seinem Ersatzmotorrad in keinem Falle starten dürfen. Wie gesagt: Ob diese Regelung fair ist oder nicht, steht hier nicht zur Debatte, es geht allein um die Fakten und die Regeln.
Die FIM-Offiziellen haben nach dem Rennabbruch in Lacapelle-Marival gemäß dem Reglement korrekt gehandelt. Ob dies alles sehr souverän und geordnet ablief, darüber kann man streiten. Allerdings sind solche Situationen wie in Lacapelle alles andere als Routine. Formell waren die Entscheidungen der FIM gegen Vialle und Gajser reglementskonform.
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