Marc Marquez (Ducati): «Wenn ein Fighter auf einen anderen trifft»
Weltmeister Marc Marquez sprach nach seinem beeindruckenden Sieg im MotoGP-Hauptrennen auf dem Balaton Park Circuit über neue persönliche Strategien und das Duell mit Landsmann Pedro Acosta.
Marc Marquez brachte sich durch sein eindrucksvolles Wochenende beim Ungarn-GP auf dem Balaton Park Circuit wieder ins Spiel um den WM-Titel. Der neunfache Weltmeister gewann nicht nur sein 100. Rennen in der Motorrad-WM, sondern holte auf WM-Leader Marco Bezzecchi (Aprilia) auf einen Schlag satte 30 Punkte auf. Vor den nächsten Rennen in Brünn und Assen beträgt das Guthaben des italienischen Pechvogels auf Marquez nur noch 72 Zähler.
Marc, der seinen 74. MotoGP-Triumph einfuhr und nach dem harten Wochenende von Mugello endlich wieder zu Späßen aufgelegt war, hatte viel zu erzählen. «Ich fühle mich zwar noch weit weg von meinem gewohnten Level, aber ich bin dennoch schnell», gab Marc zu Protokoll, der mit den Kräften am Limit war. «Meine Schulter fühlte sich schon ziemlich leer an – die Energie war weg. Mit dem Manöver gegen Pedro Acosta habe ich sehr viel Energie verbraucht. Als ich an ihm vorbei war, habe ich zwei Runden lang richtig Druck gemacht. Danach habe ich wieder auf die Anzeige geblickt und festgestellt – es waren da immer noch zehn Runden zu fahren!»
Zu den Fragen um den wieder entbrannten Kampf um den WM-Titel sagte der Spanier aus Cervera: «Die WM ist super lang! Wir sind eigentlich auch nicht in der Lage und in der Verfassung, um die WM jetzt anzuvisieren und darum zu kämpfen. Hier in Balaton vielleicht ja, aber in Mugello war ich zehn Sekunden zurück. Ich muss erst meine neuen 100 Prozent erreichen – von da an werde ich verstehen, wie die Lage ist. Ich bin aber hier, um zu kämpfen.»
Marc Marquez: «Ich will es auch genießen»
Marquez hat eine neue Seite seines Jobs entdeckt: «Ich will es auch genießen. Ich habe in meiner Karriere immer sehr viel Druck auf mich selbst aufgebaut – nicht mit den Leuten um mich, sondern auf mich selbst. Ich will es jetzt lockerer angehen. Ich will lockerer sein – mit der gleichen Intensität –, aber eben relaxter. In Mugello war es ein siebter Platz und wir haben einen siebten Platz gefeiert.»
Zum Duell mit Landsmann Pedro Acosta (Red Bull KTM) um den Sieg sagte Marquez mit einem Grinsen: «Wenn ein Fighter auf einen anderen Fighter trifft, dann läuft das meist so! Aber es gab immer den korrekten Raum – hier passiert es leicht, dass man über den Pistenrand hinaus gerät. Wir haben uns aber gegenseitig immer den nötigen Platz gelassen. Es ging über zwei Runden – das war nett! Gut, dass es nur zwei Runden waren. Wenn es noch eine dritte Runde gewesen wäre, dann wäre einer von uns beiden vielleicht nicht so gut ausgestiegen.»
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