MotoGP in Argentinien: Das alte Fahrerlager wird dem Erdboden gleichgemacht
Um nach dem Brasilien-GP ab 2027 sicher ein zweites Land in Südamerika in den MotoGP-Kalender zu bekommen, wüten in Buenos Aires bereits die Abrissbagger. Eine fast neue MotoGP-Arena soll entstehen.
Längst ist der Frust der Argentinier über das Aus des Events in Las Termas neuer Begeisterung für die Rückkehr der MotoGP nach Buenos Aires und damit an den ursprünglichen Austragungsort gewichen. Seit Juli 2025 steht offiziell fest:
In Argentinien folgen den vielen Strategieworten nun auch Taten. In der Hauptstadt haben die Modernisierungsarbeiten begonnen. Bereits seit Ende Januar hat eine Flotte von Abrissbaggern das Kommando auf dem Gelände übernommen. Die Abrissarbeiten der alten Boxenanlage, in der bis Ende der 90er Jahre sowohl die Motorrad-Weltmeisterschaft als auch die Formel 1 stattfanden, sind in vollem Gang.
Das Ziel dieser Arbeiten ist recht einfach, wie Regierungschef Jorge Macri bestätigt: «Wir arbeiten hart an der Modernisierung der Rennstrecke, um nicht nur die MotoGP, sondern in Zukunft auch die Formel 1 begrüßen zu können.» Ein sicherlich ehrgeiziges Ziel der argentinischen Regierung, aber auf dem Papier erfüllt die im Volksmund nur «Galvez» genannte Anlage alle Voraussetzungen.
Nach dem Abriss der alten Infrastruktur sind 32 Boxen in einem neuen Gebäude geplant, das Platz für die technischen Bereiche unterhalb des Kontrollturms bieten wird. Die Gesamtfläche beträgt über 12.000 qm (überdacht) sowie weitere 6.200 qm Freifläche. Verschönerungsarbeiten, um auch das Fahrerlager attraktiver zu gestalten, sind ebenfalls Teil des Sanierungsplans.
Erst zu einem späteren Zeitpunkt werden die Arbeiten an der Rennstrecke selbst durchgeführt, die noch Gegenstand einer laufenden Ausschreibung sind. Das Projekt wurde vom deutschen Ingenieur Hermann Tilke, der einen Großteil der Rennstrecken für die MotoGP und die Formel 1 entworfen hat, in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Sportsekretariat realisiert.
Nach Angaben der Behörden werden die Arbeiten im ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein. Es wird gravierende Änderungen gegenüber dem alten Streckenlayout geben: eine Verbreiterung (von 9,5 auf 12 Meter), neue Kurven und Geraden zwischen 800 und 1000 m, um eine Gesamtlänge von rund 4,3 km zu erreichen. Entsprechend aufwändig das Sicherheitskonzept, denn die sanierte Strecke in Buenos Aires soll Richtlinien der FIM als auch der FIA entsprechen.
Zur standesgemäßen Nutzung für internationale Großveranstaltungen wird auch die Kapazität der Strecke erhöht. Sind die Arbeiten abgeschlossen, sollen mehr als 150.000 Zuschauer der MotoGP zujubeln können. Mit Valentin Perrone und Marco Morelli, beide derzeit in der Moto3 aktiv, können dann auch zwei Argentinier im Mittelpunkt stehen.
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