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Nazar Parnitskyi exklusiv über seine GP-Chance, Profisport und den Krieg

Nach dem Rückzug von Tai Woffinden wird U21-Weltmeister Nazar Parnitskyi 2026 als Stammfahrer im Speedway-GP mitmischen. SPEEDWEEK.com traf sich mit dem 19-Jährigen vor seinem Debüt in Landshut.

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Nazar Parnitskyi hat einen erstaunlichen Aufstieg im Speedway-Sport hinter sich. 2024 wurde der Ukrainer U19-Europameister und Vizeweltmeister U21. Im Vorjahr holte er den U21-Titel und wurde daraufhin vom Motorrad-Weltverband FIM für den Grand Prix 2026 als erster Nachrücker nominiert.

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Als sich der dreifache Champion Tai Woffinden vom GP abmeldete, nach langer Verletzungspause will der Engländer erst wieder den Anschluss an die Weltspitze schaffen, war klar: Seit der Gründung des Speedway-GP 1995 wird erstmals ein Ukrainer fest im Feld sein. Parnitskyi, in Schweden beim Ligateam Dackarna Malilla unter Vertrag und in Polen bei Lissa, wird in der Weltmeisterschaft mit der Startnummer 785 antreten.

Der erst 19-Jährige begann seine Karriere in der Ukraine, zog aber vor vier Jahren nach Polen, als er ins Profigeschäft einstieg. «In der Ukraine ist der Sport leider nicht sehr populär, deshalb lebe ich in Lissa – die Speedway-Liga in Polen ist die beste der Welt», erzählte Nazar beim Treffen mit SPEEDWEEK.com. «Anfänglich war meine Familie dabei, sie ging dann aber zurück in die Ukraine. Schön ist es nicht, dass wir getrennt sind, aber wir haben alles unternommen, damit meine Speedwaykarriere vorankommt. Was mein persönliches Niveau betrifft, habe ich noch nicht mein Maximum erreicht. Ich glaube aber, dass ich momentan das Maximale heraushole.»

Nazar Parnitskyi ist Vorreiter für eine ganze Nation

«Es ist schön für mich und mein Land», sagte Parnitskyi zu seiner diesjährigen GP-Teilnahme. «Für die Zukunft wird das vielen Fahrern aus der Ukraine helfen – im Moment gibt es nur zirka zehn. Als ich drei Jahre alt war, begann ich mit Motocross, mit zwölf stieg ich auf Speedway um. Viele Speedwayfahrer sind im Winter auf der Motocrosspiste unterwegs, so kam ich über Freunde mit dem Speedway-Sport in Berührung. Bartosz Zmarzlik ist der beste Fahrer der Welt, ich weiß nicht, was ich erreichen kann. Speedway ist harte Arbeit – in ein paar Jahren bin ich vielleicht ähnlich gut wie er.»

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Auch der Krieg in seiner Heimat kam zur Sprache. «Aktuell haben wir eine schwierige Situation in der Ukraine, ich kann meine Familie nicht sehen. Obwohl sie im Westen lebt, an der Grenze zu Polen. Da steht der Speedway-Sport nur noch an zweiter Stelle, nicht mehr an erster.»

Am 2. Mai wird Parnitskyi seinen ersten Grand Prix als Stammfahrer bestreiten, beim Saisonauftakt in der OneSolar-Arena in Landshut. Bereits am Abend davor wird er mit dem Nationalteam der Ukraine auf gleicher Bahn im Halbfinale des Weltcups antreten, die Gegner sind Deutschland, Großbritannien und Tschechien.

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