Dominique Aegerter: «Plötzlich dachten viele, das wäre normal oder einfach»
Zweimal hat Dominique Aegerter in der Supersport-WM den Titel gewonnen, dazu 27 Rennen. Bei seiner Rückkehr in die mittlere Hubraumkategorie fiel ihm schnell auf: Es hat sich einiges geändert.
2021 hat Dominique Aegerter die Supersport-WM im Sturm erobert: In seinem ersten Jahr mit dem Team Ten Kate Yamaha siegte der Schweizer in 10 von 21 Rennen und gewann den Titel. Bei der erfolgreichen Titelverteidigung 2022 wurde er in 23 Läufen sogar 17-mal Erster! 35 seiner ersten 44 Supersport-Rennen beendete er auf dem Podium, in den folgenden drei Jahren bestritt er für Yamaha weniger erfolgreich die Superbike-WM.
Bei seiner Rückkehr in die mittlere Hubraumkategorie in dieser Saison erwarteten Aegerter und sein neuer Arbeitgeber Kawasaki, dass sie im Titelkampf ein gewaltiges Wort mitreden würden. Die ernüchternde Realität: Nach zehn Rennen liegt der 35-Jährige mit 25 Zählern auf dem 17. WM-Rang. Teamkollege Jeremy Alcoba hat dreimal so viele Punkte auf dem Konto und ist derzeit Gesamtachter – ex aequo mit dem Sechsten. Doch auch der Spanier hat nicht mal die Hälfte der Punkte von WM-Leader Albert Arenas (Yamaha).
Alle acht Hersteller sind heute gleich schnell.domi aegerter
«Die Klasse ist sehr umkämpft, es sind keine Fehler erlaubt und es dürfen auch keine passieren», hielt Aegerter im Gespräch mit SPEEDWEEK.com fest. «Wir haben am ganzen Wochenende nur 100 Minuten Zeit auf dem Motorrad, davon sind zweimal 10 min Warm-up, plus zwei Rennen. 40 Minuten davon sind, um den Startplatz herauszufahren. Also 40 min freies Training plus 40 min Qualifying, da sollte das Motorrad aber eigentlich schon perfekt sei, damit du deine Zeit abliefern kannst – da sind wir noch nicht.»
Aegerter: «Es gibt keine Unterschiede mehr»
«Was ich damals mit Ten Kate erreicht habe, da dachten auf einmal viele, das wäre normal oder einfach», betonte der zweifache Champion. «Aber auch damals war es nicht einfach. Debise, Caricasulo, Mahias – die waren alle auch da und die fahren heute um Siege. Was sich geändert hat, sind die Performance-Regeln, dass die acht Hersteller heute alle gleich schnell sind. Da gibt es keine Unterschiede mehr. Ich bin damals bei Ten Kate gefahren, wo Tag und Nacht gearbeitet wurde, um irgendwo ein halbes PS zu finden. Wir hatten nie das schnellste Motorrad, aber es hat immer funktioniert und ich konnte mich aufs Fahren konzentrieren. Hinzu kommt, dass heute einige mehr Weltmeister dabei sind.»
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