Eisspeedway-GP Berlin: Ohne Zuschauer droht Absage

Von Ivo Schützbach
Eisspeedway-GP
Am heutigen Dienstag hält die Vorstandschaft der Eisspeedwayunion Berlin eine virtuelle Sitzung ab, um zu besprechen, wie es mit den Vorbereitungen für den Grand Prix Anfang März 2021 weitergeht.

Mitte Oktober stellte die Eisspeedwayunion Berlin ihre ambitionierten Pläne für den Grand Prix am 6. und 7. März 2021 vor. Damals herrschte Hoffnung, dass sich die Situation mit der Lungenkrankheit Covid-19 bis zum nächsten Frühjahr normalisiert. Inzwischen wissen wir es besser: Deutschland befindet sich zum Jahreswechsel im behördlich verordneten Tiefschlaf.

Selbst wenn bis Anfang März mehrere Millionen Menschen geimpft sein sollten, braucht niemand hoffen, dass wir dann Rennen mit Tausenden Zuschauern erleben werden. Das ist alleine schon wegen der kurzen Vorlaufzeit unmöglich.

«Ich kann nicht daran glauben, dass die Rennen in Berlin stattfinden», sagte Günther Bauer, Eisspeedway-Vizeweltmeister 2003, gegenüber SPEEDWEEK.com. «Wer soll das zahlen, wenn keine Zuschauer kommen dürfen? Ich glaube nicht, dass sich das der Club leisten kann.»

«Da wir es bei uns im Horst-Dohm-Eisstadion in Berlin-Wilmersdorf mit einer Freiluft-Veranstaltung zu tun haben, könnten wir pro Tag vor bis zu 5000 Zuschauern fahren», erklärte Olaf Ehrke, der 1. Vorsitzende des Veranstalters, Mitte Oktober.

Seither haben sich die Rahmenbedingungen drastisch verschlechtert, der Club hat vom Berliner Gesundheitsamt bis heute keine verbindlichen Zusagen.

Diese kann das Amt momentan auch nicht geben, weil die verantwortlichen Politiker in Deutschland seit Monaten «auf Sicht» entscheiden, anstatt ein langfristiges Konzept vorzulegen und den Firmen, Menschen und Vereinen so eine Perspektive zu bieten.

Vermutlich wäre es möglich, den Grand Prix in Berlin unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuhalten, wie beispielsweise die Eisspeedway-EM in Polen Mitte Dezember. Doch die Eisspeedwayunion wird weder vom Ministerium für Sport finanziell unterstützt, noch hat sie ausreichend Sponsoren, um die Kosten eines Grand Prix ohne Zuschauer stemmen zu kennen. Einen gut dotierten TV-Vertrag, über den eine Refinanzierung möglich wäre, gibt es auch nicht.

Und es ist schwer vorstellbar, dass der Motorrad-Weltverband FIM auf seine Gebühren verzichtet und außerdem die Preisgelder für die Fahrer sowie die anderweitigen Kosten der Veranstaltung übernimmt.

Realistisch ist, dass die Eisspeedway-Weltmeisterschaft 2021 ausfällt.

Denn auch die Rennen in Togliatti Mitte Februar dürfen Stand heute nicht stattfinden. Mitte Dezember hat der Internationale Sportgerichtshofs CAS geurteilt, dass in Russland wegen des staatlich sanktionierten und vertuschten Dopingskandals bis Ende 2022 keine Weltmeisterschaften von Sportarten stattfinden dürfen, die sich dem Code der Welt-Anti-Doping-Agentur verpflichtet haben. Davon ausgenommen sind lediglich das Formel-1-Rennen in Sotschi sowie die Spiele der Fußball-EM 2021 in Sankt Petersburg.

Hinzu kommt, dass es für Ausländer derzeit so gut wie unmöglich ist ein Visum für die Einreise nach Russland zu bekommen, weil zur Eindämmung der Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus die Grenzen geschlossen wurden.

«Jetzt ist der Zeitpunkt da, dass die FIM aufstehen und Farbe bekennen muss», fordert Günther Bauer, dessen Sohn Luca 2021 erstmals im Grand Prix fahren würde. «Sie sollten den Fahrern sagen, dass sie sich ihre Mühe sparen können, und dass sie aufhören sollen Geld zu verplempern. Im Januar fahren alle irgendwann nach Schweden hoch zum Training – für was?»

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